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Aliens: Fireteam Elite auf Switch abgeschaltet – was bleibt vom digitalen Kauf?

GagGorilla
6 Minuten Lesezeit
© Cold Iron Studios

Was passiert eigentlich mit einem Spiel, für das man Geld bezahlt hat, wenn der Anbieter irgendwann den Stecker zieht? Genau diese Frage stellt sich aktuell bei Aliens: Fireteam Elite auf der Nintendo Switch. Die Cloud-Version des Third-Person-Shooters wurde am 5. August 2026 abgeschaltet und ist seitdem nicht mehr spielbar.

Das Besondere daran ist, dass nicht lediglich ein Multiplayer-Modus weggefallen ist. Die Switch-Version von Aliens: Fireteam Elite wurde vollständig über Cloud-Streaming betrieben. Ohne die Server existiert deshalb keine lokal ausführbare Version des Spiels, wodurch auch der Einzelspieler-Modus nicht mehr genutzt werden kann.

Das Spiel war eine reine Cloud-Version


Die Switch-Version erschien 2023 und wurde speziell als Cloud-Version angeboten. Das hatte für Nintendo-Spieler durchaus einen technischen Vorteil, denn die Hardware der ursprünglichen Switch hätte das Spiel nicht ohne größere Einschränkungen lokal ausführen können.

Für den Käufer entstand dadurch allerdings eine Abhängigkeit, die bei einem normalen digitalen Spiel nicht in diesem Ausmaß vorhanden ist. Wird ein lokal installierbares Spiel aus dem Store entfernt, kann es für bestehende Käufer häufig weiterhin heruntergeladen und gespielt werden. Bei einer Cloud-Version funktioniert das dagegen nur, solange der entsprechende Dienst betrieben wird.

Käufer stehen plötzlich ohne spielbare Version da


Genau das ist nun eingetreten. Wer die Switch-Version gekauft hatte, kann das Spiel nach der Abschaltung nicht mehr nutzen. Eine reguläre Rückerstattung wurde bislang nicht angeboten, was die Kritik an der Entscheidung zusätzlich verstärkt.

Cold Iron Studios hat inzwischen allerdings gegenüber IGN erklärt, dass man an einer Lösung für die betroffenen Spieler arbeitet. Geplant ist offenbar ein Programm, über das Käufer der ehemaligen Cloud-Version einen vergünstigten Gutschein oder ein Guthaben für Aliens: Fireteam Elite 2 erhalten könnten. Die genauen Voraussetzungen sollen noch bekannt gegeben werden.

Das ist zumindest ein Entgegenkommen, ersetzt aber nicht das ursprünglich gekaufte Spiel. Wer Fireteam Elite auf der Switch gekauft hat, erhält dadurch schließlich nicht automatisch wieder Zugriff auf seine ursprüngliche Version.

Ein Problem, das über Aliens hinausgeht


Der Fall ist deshalb interessant, weil er eine grundsätzliche Entwicklung im Gaming sichtbar macht. Digitale Spiele sind längst selbstverständlich geworden und auch Cloud Gaming bietet interessante Möglichkeiten. Problematisch wird es allerdings dann, wenn ein gekauftes Spiel vollständig von einer Infrastruktur abhängt, die der Anbieter jederzeit abschalten kann.

Dabei sollte man zwischen einem normalen digitalen Spiel und einer Cloud-Version unterscheiden. Ein digital gekauftes Spiel kann häufig lokal auf der eigenen Hardware gespeichert werden. Bei einem reinen Cloud-Titel besitzt der Spieler dagegen letztlich keine lokal ausführbare Version, sondern erhält Zugriff auf einen Dienst.

Genau diese Unterscheidung dürfte in Zukunft noch wichtiger werden. Wenn immer mehr Spiele digital erscheinen und gleichzeitig Streaming-Angebote zunehmen, müssen Spieler genauer darauf achten, was sie eigentlich kaufen und welche Voraussetzungen dauerhaft für die Nutzung bestehen.

Physisch bedeutet nicht automatisch für immer


Auch eine Disc ist dabei keine absolute Garantie für dauerhaften Zugriff. Moderne Spiele können Online-Aktivierungen, Server oder umfangreiche Downloads voraussetzen, sodass auch ein physischer Datenträger nicht automatisch bedeutet, dass ein Spiel in 20 Jahren noch vollständig funktioniert.

Trotzdem bleibt ein wesentlicher Unterschied bestehen. Eine Disc oder ein Modul kann zumindest archiviert und aufbewahrt werden. Bei einem ausschließlich über die Cloud verfügbaren Spiel gibt es diese Möglichkeit nicht, wenn der Anbieter den Dienst vollständig beendet.

Der Nachfolger kommt bereits


Besonders interessant ist der Zeitpunkt der Abschaltung, denn mit Aliens: Fireteam Elite 2 steht bereits der Nachfolger vor der Tür. Der zweite Teil soll Ende des dritten Quartals 2026 erscheinen und unter anderem eine erweiterte Vier-Spieler-Koop-Erfahrung bieten.

Für Nintendo-Spieler soll Fireteam Elite 2 später auch für die Switch 2 erscheinen. Anders als beim Vorgänger soll diese Version lokal ausgeführt werden und nicht auf Cloud-Streaming angewiesen sein. Damit könnte Cold Iron zumindest technisch aus den Erfahrungen mit der ersten Switch-Version gelernt haben.

Die eigentliche Frage bleibt offen


Für mich ist dieser Fall deshalb weniger wegen Aliens: Fireteam Elite selbst interessant, sondern wegen der Frage, wohin sich unser Hobby entwickelt. Wenn wir Spiele kaufen, möchten wir normalerweise davon ausgehen, dass wir sie zumindest für einen längeren Zeitraum nutzen können. Bei einem reinen Cloud-Spiel hängt dieser Zeitraum jedoch nicht nur vom Käufer ab.

Vielleicht brauchen wir deshalb in Zukunft deutlich klarere Hinweise beim Kauf. Wenn ein Spiel ausschließlich über Cloud-Streaming funktioniert und bei einer Serverabschaltung vollständig unspielbar wird, sollte das für den Käufer genauso deutlich erkennbar sein wie der Preis oder die Altersfreigabe.

Der Fall von Aliens: Fireteam Elite zeigt jedenfalls sehr deutlich, dass digitale Bequemlichkeit auch eine Kehrseite haben kann. Was meint ihr: Würdet ihr ein Cloud-Spiel kaufen, wenn ihr von Anfang an wüsstet, dass es nach einer möglichen Serverabschaltung komplett unspielbar werden kann?

Und sollte ein Entwickler in einem solchen Fall verpflichtet sein, Käufern eine Rückerstattung oder zumindest eine dauerhaft nutzbare Alternative anzubieten?

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16 Kommentare
Hellhammer
Was meint ihr: Würdet ihr ein Cloud-Spiel kaufen, wenn ihr von Anfang an wüsstet, dass es nach einer möglichen Serverabschaltung komplett unspielbar werden kann?
Nein.
Und sollte ein Entwickler in einem solchen Fall verpflichtet sein, Käufern eine Rückerstattung oder zumindest eine dauerhaft nutzbare Alternative anzubieten?
Es sollte wie in dem Fall der Singleplayer mit Bots offline spielbar sein. Beim MP sollte die verpflichtend zumindest einen Lan Modus einbauen, dann gibts mit battle.lan, Parsec und wie die alle heißen noch eine Alternative um das zu Zocken.
Like 3GagGorilla, Birdy, Mortaro
DaStash
Tja, genau das sage ich ja schon die ganze Zeit. Und man stelle sich mal den worstcase-Fall vor, ein großer Anbieter wie Steam geht pleite, ja meint ihr, die spielen dann unentgeldlich den Samariter und stellen no-cd Patches zur Verfügung oder alternativ die Bibliothek zum Download bereit, Server kosten schließlich Geld, was man im Falle einer Insolvenz nicht mehr hat?! Ne, das war es dann und diese vereinzelten Beispiele zeigen genau das auf, so abstrakt ist diese Gefahr also gar nicht. Grüße
Like 1Mortaro
Maverick
Ist zwar ein blöder Umstand für den Kunden. Ist eigentlich auch nicht zu verteidigen, aber: Warum kauft man sich einen Cloud-Titel? Käme für mich nicht in Frage.
GagGorilla
Maverick schrieb
Ist zwar ein blöder Umstand für den Kunden. Ist eigentlich auch nicht zu verteidigen, aber: Warum kauft man sich einen Cloud-Titel? Käme für mich nicht in Frage.
Weil es manche Games nur mit diesem blöden Cloud gibt auf der Switch. Siehe Resident Evil 2 und 3. Anders kommen die Spieler nicht dazu.
Like 1Maverick
Gelöschtes Mitglied 226
Ist doch nichts neues, hat Ubisoft auch schon gebracht. Deshalb Stop Killing Games unterstützen.
Like 2DaStash, Mortaro
Birdy
Ich hoffe, dass dadurch mehr Leute aufwachen und besser überlegen, was sie mit ihrem Geld machen. Das wird nicht passieren, ich weiß...
Machara
DaStash schrieb
ja meint ihr, die spielen dann unentgeldlich den Samariter und stellen no-cd Patches zur Verfügung oder alternativ die Bibliothek zum Download bereit,
Steht ja anderweitig zur Verfügung, also Sicherungen von seiner Bibliothek kann man sich jederzeit anlegen. Ansonsten bei Gog kaufen.
Like 1Gelöschtes Mitglied 226
Hellhammer
DaStash schrieb
die spielen dann unentgeldlich den Samariter und stellen no-cd Patches zur Verfügung
Die Szene kanns ja auch.... Greift man eben darauf zu. Hab ich dann auch kein Problem damit wenn die mich um meine gekaufte Ware betrügen.
Like 3Machara, Gelöschtes Mitglied 226, LDNV
DaStash
Hellhammer schrieb
Die Szene kanns ja auch.... Greift man eben darauf zu. Hab ich dann auch kein Problem damit wenn die mich um meine gekaufte Ware betrügen.
Moralisch voll vertretbar aber das war es auch schon. Die Gefahr für Viren und Co ist nicht ohne, auch ein typisches Szeneproblem, so mal ich nicht denke das dann wirklich alles lauffähig gemacht wird und, dazu kommt eben das es auch gesamt gedownloaded werden muss. Wer dann nicht alle Spiele der Bibliothek gedownloaded hat, hat dann entsprechend Pech. Grüße
Arcow
Wenn es nur sowas wie physische Datenträger gäbe, die da Abhilfe schaffen könnten :ugly:
Like 3DaStash, Mortaro, AzRaeL
Hellhammer
DaStash schrieb
Die Gefahr für Viren und Co ist nicht ohne, auch ein typisches Szeneproblem,
Eher weniger. Nimm mal einen Spieletrainer her, sind auch alles False Positives. Aufpassen muss man, das ist natürlich klar. Ein Risiko besteht immer.
DaStash schrieb
dazu kommt eben das es auch gesamt gedownloaded werden muss
Das sehe ich nicht so als Problem. Ich installiere ja nicht die gesamte Bibliothek, nur das was ich zocken möchte. Das es bestimmt nicht alle Spiele einer Bibliothek "so" auch gibt, muss man halt hinnehmen.
DaStash
Arcow schrieb
Wenn es nur sowas wie physische Datenträger gäbe, die da Abhilfe schaffen könnten :ugly:
Digitaler Download wäre auch ok zur Selbstsicherung aber das wollen die Anbieter ja nicht. Grüße
DaStash
Hellhammer schrieb
Das sehe ich nicht so als Problem. Ich installiere ja nicht die gesamte Bibliothek, nur das was ich zocken möchte. Das es bestimmt nicht alle Spiele einer Bibliothek "so" auch gibt, muss man halt hinnehmen.
Genau das ist ja das Problem, nicht wenige Steam-Nutzer haben hinderte Titel, die kann man nicht alle downloaden. Wenn dann der worstcase Fall eintritt war es das. Ich denke man sollte ein Recht auf Archivierung von Gekauften haben. Es bleibt ja eine Spielelizens und dennoch muss man irgendwie sicherstellen, dass man entsprechend da Produkt auch dann nutzen kann, wenn der Anbieter nicht mehr existiert. Grüße
Like 3AzRaeL, Mortaro, bulinews
Hellhammer
DaStash schrieb
Ich denke man sollte ein Recht auf Archivierung von Gekauften haben
Auf jeden Fall. Der Online Zwang bei Single Player Spielen gehört auch gesetzlich gleich mal abgeschafft.
Like 5Mortaro, AzRaeL, DaStash +2
DaStash
Hellhammer schrieb
Auf jeden Fall. Der Online Zwang bei Single Player Spielen gehört auch gesetzlich gleich mal abgeschafft.
Sollen sie von mir aus machen aber spätestens wenn die Onlineserver abgeschafft werden hat es legale Alternativen für Singleplayer zu geben. Grüße
Like 4AzRaeL, Mortaro, Fatlace +1
LDNV
Hellhammer schrieb
Die Szene kanns ja auch.... Greift man eben darauf zu. Hab ich dann auch kein Problem damit wenn die mich um meine gekaufte Ware betrügen.
Genauso sehe ich das auch. Bisher wurde noch jede Konsole geknackt - früher oder später. Und am PC dank Szene eh kein Problem. Hab’s ja schon mal gesagt, ich bewahre alle meine Kaufbelege auf, egal von welchen Store. Wenn mir dann einer ans Bein piseln möchte weil man im Zweifel auf die Szene zurück greift, dann soll es eben so sein. Zur Thematik an sich: Mal Technik und Latenzen außen vor gelassen: wenn es um einen reinen MP Titel geht der sowieso irgendwann verschwinden wird (sowas wie Arc Raiders als Beispiel), wäre es mir egal und würde ich es kaufen wenn ich es spielen will. Weil es eben von vornherein klar ist. Bei Titeln die irgendeine SP Komponente haben aber ein klares Nein, das möchte ich in jeden Fall lokal vorhalten, ob digital oder physisch ist mir dabei egal.
Like 3AzRaeL, GagGorilla, Hellhammer
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Wenn man mich nicht vor der Konsole findet, dann muss man nicht sehr weit gehen – denn dann befinde ich mich im Garten. Ja, Garten ist eines meiner Hobbys. Ich finde ihn als sehr guten Ausgleich zum stressigen Alltag und belohne mich meistens nach der Arbeit mit einem Grillabend. Gaming begleitet mich, seit ich klein war. Angefangen hat alles mit einer nicht identifizierbaren Konsole bei meinem Onkel (es waren noch Kassetten wie eine Musikkassette), und mit dem ersten NES war es dann um mich geschehen. Selbst in meinem mittleren Alter gibt es beim Gaming kein Halten für mich – es ist eines der schönsten Hobbys überhaupt!
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