Death Stranding 2 - 45 Stunden bisher, laut Map und Aussage eines NPC bin ich bei etwa 50%.
Das Spiel ist so seltsam, mal abgesehen vom Offensichtlichen. Es fängt so seriös an, wird emotional präsentiert, und ab der ersten Minute ist man direkt investiert und fühlt die Story. Aber Stunde um Stunde verliert es sich einfach in so unglaublich beknacktem Kram. Es kommt immer wieder etwas Neues, immer wieder noch eine Schippe mehr WTF (
@Raizel lch weiß jetzt auch, was du mit den Pekora Screenshots meintest^^). Und das Verrückte ist: Das ist keine Negativkritik.
Ein Kritikpunkt, den ich zum Beispiel bei H:FW immer wieder hatte, war der, dass es storytechnisch nichts Wichtigeres geben dürfte, als das Ziel der Hauptstory zu erreichen, so wie es Dialoge und Kanon dem Spieler vermitteln. Der Gameplay-Loop passt aber überhaupt nicht dazu, weil man ständig mit Bullshit abgelenkt wird, der eigentlich komplett egal sein müsste, wenn die Welt gerade untergeht.
DS2 gelingt überraschenderweise ein Spagat, den ich selbst nicht für möglich gehalten hätte. Die Welt, die Geschichte, alles wirkt auf den ersten Blick so unglaublich groß, polished und professionell inszeniert, dass man ein tiefes, ernstes, vielleicht sogar niederschmetterndes Abenteuer erwarten würde. Aber stattdessen ist das ganze Spiel durchzogen von Quatsch, den man sich eigentlich nicht ausdenken kann. In dieser Welt ist einfach alles möglich, niemand scheint sich über die absurdesten Dinge zu wundern und jeder hat seinen Platz: Ob lebendige Puppe im Hosentaschenformat, 2D-Sprite-Bewohner, eine ständig kotzende Forscherin, völlig überzogene Charaktere (ich sag nur: E-Gitarren-Kampf-Cutscene), extrem spezielle Waffen oder abgefahrenes Gear.
Und genau diese Inkonsistenz macht das Erlebnis irgendwie konsistent und glaubwürdig. Das Spiel fordert nicht von mir, es ernst zu nehmen, obwohl es auf den ersten Blick danach aussieht. Stattdessen erschafft es ein komplett weirdes, eigenes Universum, in dem spannende Geschichte, wahnsinnige Inszenierungen (sowohl detailverliebt als auch over-the-top) und massig Quatsch perfekt nebeneinander existieren dürfen und es funktioniert für mich einfach.
Nahezu alle NPCs, bis auf den Antagonisten, reden einem gut zu, strahlen Ruhe aus, sind positiv, unterstützen einen mit aufbauenden Worten, sind supportive, loben einen und geben Komplimente. Es ist schon fast kitschig. Aber genau das macht DS2 für mich, neben der storygetriebenen Kampagne, auch irgendwie zu einem Relaxation-Spiel. Ich kann einfach abends ein, zwei Stunden durch die wunderschöne Spielwelt fahren, Lieferungen ausliefern, sehen, wie andere Spieler Konstruktionen gebaut haben, mich freuen, wenn meine eigenen Bauwerke anderen helfen, Rohstoffe sammeln, craften, mich um den "Alltag" kümmern.
In diesem Spiel ist irgendwie kein Platz für Negativität, klar, für die Geschichte braucht es ein bisschen Drama, aber selbst die Feinde wirken, als könnten sie jederzeit zu Freunden werden und sich von einer Cutscene zur nächsten weinend in den Armen liegen, um danach händchenhaltend in den Sonnenuntergang zu hüpfen. Wie gesagt: Hier scheint auf eine bescheuerte Art einfach alles möglich zu sein.
DS1 habe ich damals auch gespielt, und ich erinnere mich noch, dass es schon in diese Richtung ging, aber hier hat Kojima sich vollends verloren.