Das Ende der Disc: Was Spieler durch eine rein digitale Zukunft gewinnen und verlieren

Sonys digitaler Kurs spaltet die Gaming-Community. Wir zeigen die Vorteile digitaler Spiele, die Risiken einer Welt ohne Discs und mögliche Lösungen für digitale Besitzrechte.

81 73🔥 Heiß diskutiert IIIII

Kaum ein Thema sorgt aktuell für so viele Diskussionen wie das mögliche Ende physischer Spiele. Auch bei uns in der Community treffen dabei zwei sehr unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Die einen können Sonys Strategie durchaus nachvollziehen. Sie kaufen ihre Spiele ohnehin fast ausschließlich digital, möchten keine Regale voller Hüllen mehr und schätzen es, ihre gesamte Sammlung jederzeit direkt von der Konsole aus starten zu können.

Für die andere Seite wäre das Ende der Disc dagegen ein massiver Einschnitt. Sie sieht darin nicht einfach nur den Abschied von einem alten Datenträger, sondern den Verlust von Eigentum, Wahlfreiheit und einem wichtigen Teil der Gaming-Kultur. Doch warum spaltet dieses Thema die Spieler eigentlich so stark?

Ich versuche hier einmal mein Bild und Meinung dazu abzugeben. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn wir das hier im Forum wie eigentlich jedes Thema sachlich diskutieren können. Eventuell habe ich sogar etwas übersehen oder verstehe es falsch, dann lasst uns darüber diskutieren :)

Warum digitale Spiele so bequem sind

Es wäre falsch, die Vorteile digitaler Spiele kleinzureden. Für viele Spieler ist der digitale Kauf längst selbstverständlich geworden. Ein Spiel kann direkt am Erscheinungstag heruntergeladen werden, ohne dass man auf eine Lieferung warten oder ein Geschäft besuchen muss. Die komplette Sammlung befindet sich an einem Ort und es müssen keine Discs gewechselt oder Hüllen aufbewahrt werden.

Auch Vorbestellungen, automatische Downloads und das Wechseln zwischen mehreren Spielen funktionieren deutlich bequemer. Wer auf zwei Konsolen spielt oder regelmäßig unterwegs ist, profitiert zusätzlich von Cloud-Speicherständen und einer zentralen Bibliothek.

Für Publisher und Plattformbetreiber ist der digitale Vertrieb ebenfalls attraktiver. Produktion, Verpackung, Transport und Lagerung entfallen. Spiele können weltweit angeboten werden und sind nicht von verfügbaren Exemplaren im Handel abhängig. Digital ist also nicht grundsätzlich schlechter. Für viele Menschen ist es sogar die angenehmere Art, Spiele zu kaufen und zu nutzen. Man darf auch nicht vergessen, dass der Digital vs. Disk nicht von heute auf morgen so entwickelt hat, sondern wir es auch mitbeinflusst haben. Hier gehe ich jetzt nicht auf nur digitale Spiele ein, sondern auf Spiele die es auf Disk und Digital gab! Hier war die Tendenz auch die Mehrheit kaufte Digital und eine kleine Menge war dann auf Disk gekauft worden.

Warum die Disc trotzdem wichtig bleibt

Das eigentliche Problem beginnt nicht beim digitalen Kauf, sondern dort, wo er zur einzigen Möglichkeit wird. Eine Disc kann verkauft, verliehen oder verschenkt werden. Man kann ein gebrauchtes Spiel günstiger kaufen und es später wieder abgeben. Gleichzeitig sorgen Händler und der Gebrauchtmarkt dafür, dass ein Wettbewerb außerhalb des offiziellen Konsolen-Stores bestehen bleibt.

Fällt die Disc vollständig weg, kontrolliert der Plattformbetreiber den gesamten Markt. Er entscheidet, welche Spiele angeboten werden, wie lange sie verfügbar bleiben und zu welchem Preis sie verkauft werden. Bei einem digitalen Spiel erwerben wir außerdem häufig nicht dasselbe Eigentum wie bei einem physischen Gegenstand. Wir erhalten in erster Linie eine Nutzungslizenz, die mit einem Benutzerkonto und den Bedingungen des jeweiligen Dienstes verbunden ist.

Solange alles funktioniert, fällt dieser Unterschied kaum auf. Problematisch wird es erst, wenn ein Spiel aus dem Store verschwindet, ein Konto gesperrt wird, Lizenzen auslaufen oder ein Dienst irgendwann eingestellt wird. SIehe aktuellen Fall von einem Brasilianer wo sein Konto gehackt wurde er sogar vor Gericht ziehen musste um auf seine Daten wieder zugriff zu bekommen! Selbst MS meinte bevor es zu dem Gerichtsurteil kam: Na dann empfehlen wir dir die Spiele erneut zu kaufen, weil wir können dir da nicht mehr weiterhelfen.

Gehört uns ein digitales Spiel wirklich?

Genau an dieser Frage entzündet sich ein großer Teil der aktuellen Diskussion. Wer eine Disc kauft, besitzt zumindest den physischen Datenträger und kann grundsätzlich selbst entscheiden, was damit passiert. Bei einem digitalen Kauf lässt sich die Lizenz normalerweise weder übertragen noch verkaufen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass digitale Spiele jederzeit verloren gehen. Bereits gekaufte Titel können häufig auch nach einer Entfernung aus dem Store erneut heruntergeladen werden. Eine dauerhafte Garantie für alle zukünftigen Entwicklungen ergibt sich daraus aber nicht. Der entscheidende Unterschied lautet daher: Bei der Disc befindet sich ein Teil der Kontrolle beim Käufer. Bei einem rein digitalen System liegt fast die gesamte Kontrolle beim Anbieter.

Könnten wir digitale Spiele künftig weiterverkaufen?

Technisch wäre ein digitaler Gebrauchtmarkt durchaus möglich. Eine Plattform könnte beispielsweise erlauben, eine gekaufte Lizenz an einen anderen Nutzer zu übertragen. Das Spiel würde danach aus der eigenen Bibliothek verschwinden und beim neuen Besitzer aktiviert werden.

Eine andere Möglichkeit wären übertragbare Lizenzschlüssel. Diese könnten ähnlich wie eine Disc verkauft oder verschenkt werden. Denkbar wäre auch ein offizieller Marktplatz, über den digitale Spiele gegen eine Gebühr weitergegeben werden können. Technisch ist das alles kein unlösbares Problem. Die größere Hürde liegt im Geschäftsmodell.

Ein digitaler Gebrauchtmarkt würde mit neuen Verkäufen konkurrieren. Plattformbetreiber und Publisher müssten daher bereit sein, einen Teil ihrer Kontrolle abzugeben oder an jeder Weitergabe mitzuverdienen. Gerade deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass solche Systeme freiwillig in großem Umfang eingeführt werden. Aber da aktuell keiner sich damit befasst, sehe ich eigentlich schwarz, dass es hier eine gütliche Möglichkeit für uns Gamer geben wird.

Die EU hat das Thema bisher nicht eindeutig gelöst

In Europa gibt es bereits wichtige Entscheidungen zum Weiterverkauf digitaler Software. Der Europäische Gerichtshof stellte im sogenannten UsedSoft-Verfahren fest, dass eine unbefristet erworbene Softwarelizenz unter bestimmten Voraussetzungen weiterverkauft werden kann.

Auf Videospiele lässt sich diese Entscheidung allerdings nicht ohne Weiteres übertragen. Moderne Spiele bestehen nicht nur aus einem Computerprogramm, sondern enthalten auch Musik, Grafiken, Videos, Online-Dienste und weitere urheberrechtlich geschützte Inhalte.

Auch bei anderen digitalen Werken hat der Europäische Gerichtshof deutlich gemacht, dass ein automatisches Recht auf Weiterverkauf nicht immer besteht. Deshalb befinden sich digitale Spiele weiterhin in einer rechtlichen Grauzone, in der die bestehenden Regeln nicht vollständig zur heutigen Realität passen.

Wann müsste die EU eingreifen?

Allein die Entscheidung eines Herstellers, keine Discs mehr anzubieten, ist zunächst nicht automatisch rechtswidrig. Unternehmen dürfen grundsätzlich entscheiden, in welcher Form sie ihre Produkte verkaufen. Interessant für die EU würde es vor allem dann werden, wenn Verbraucher keine echte Wahl mehr haben und daraus konkrete Nachteile entstehen.

Das könnte beispielsweise der Fall sein, wenn ein Plattformbetreiber den einzigen digitalen Vertriebsweg kontrolliert, Konkurrenz verhindert, Preise dauerhaft künstlich hochhält oder gekaufte Inhalte ohne angemessenen Ersatz entzieht. Auch unklare Angaben darüber, ob ein Kunde ein Spiel wirklich kauft oder lediglich eine widerrufbare Lizenz erhält, könnten stärker in den Fokus des Verbraucherschutzes rücken.

Die EU könnte deshalb künftig Regeln verlangen, die beispielsweise eine langfristige Verfügbarkeit, eine Übertragbarkeit digitaler Lizenzen oder eine verständlichere Kennzeichnung digitaler Käufe vorschreiben. Ein gesetzlicher Zwang zur Produktion von Discs wäre dagegen vermutlich deutlich schwieriger zu begründen als stärkere Rechte für digitale Käufer.

Welche Chance hat die aktuelle Petition?

Die Petition „Don’t Kill the Disc“ hat in kurzer Zeit bereits eine beeindruckende Zahl an Unterstützern erreicht. Damit zeigt sie deutlich, dass es sich nicht nur um den Wunsch einer kleinen Gruppe von Sammlern handelt.

Trotzdem muss man realistisch bleiben. Eine Petition auf Change.org ist für Sony rechtlich nicht bindend. Es gibt keine bestimmte Zahl an Unterschriften, ab der das Unternehmen seine Entscheidung ändern oder offiziell darauf reagieren muss.

Hier zu dem Artikel: [AMS=article, 68][/AMS]

Ihre Wirkung liegt vor allem in der Öffentlichkeit. Je größer die Unterstützung wird, desto stärker steigt der mediale Druck. Sony muss dann zumindest abwägen, ob der wirtschaftliche Vorteil einer rein digitalen Strategie den möglichen Vertrauensverlust bei den eigenen Kunden wert ist.

Petitionen können Unternehmen zum Umdenken bewegen, wenn daraus ein anhaltender Protest entsteht, der Verkäufe, Abonnements oder das Markenimage spürbar beeinflusst. Ein paar Tage Empörung in sozialen Netzwerken dürften dafür jedoch kaum ausreichen. Und genau das ist hier auch immer das Problem! Es wird sehr laut geschrien aber die wenigsten bleiben dran und irgendwann ist es ganz still und nichts hört und liest man mehr dazu.

Nehmen wir nur das Bsp. GTA hier wird jetzt schon im Netz überall darüber geschrieben, ja GTA kommt nur alle X Jahre raus da mache ich eine Ausnahme und kaufe es Digital! Aber was genau ist hier der Unterschied? Eigentlich müsste man genau bei so einem großen Sellerprodukt die Füße stillhalten und ein Zeichen setzen. Wenn das eben die 20% Disk User machen würden, würde dies auch bestimmt in den Verkaufszahlen eine Auswirkung haben. Sie würden zwar noch immer viel damit verdienen aber es wäre der erste und richtige Schritt, wenn man daran festhalten will.

Eine europäische Bürgerinitiative hätte mehr Gewicht

Sollte aus dem Thema eine echte politische Forderung werden, wäre eine offizielle Europäische Bürgerinitiative deutlich wirkungsvoller als eine normale Online-Petition. Dafür müssten mindestens eine Million gültige Unterschriften aus mindestens sieben EU-Mitgliedstaaten gesammelt werden. Die Europäische Kommission wäre dann verpflichtet, sich offiziell mit der Forderung auseinanderzusetzen und zu erklären, ob sie gesetzgeberisch tätig werden möchte.

Auch das garantiert allerdings noch kein neues Gesetz. Es würde das Thema aber direkt auf die europäische politische Agenda bringen. Die aktuelle Petition kann deshalb ein wichtiger Anfang sein. Für echten politischen Druck müsste daraus jedoch eine größere und langfristig organisierte Bewegung entstehen.

Warum die Diskussion so emotional geführt wird

Beide Seiten sprechen häufig über unterschiedliche Dinge. Wer digitale Spiele verteidigt, spricht meistens über Komfort. Kein Disc-Wechsel, sofortige Downloads und eine übersichtliche Bibliothek sind echte Vorteile.

Wer die Disc verteidigt, spricht dagegen meistens über Kontrolle. Es geht um Weiterverkauf, Verleih, Preiswettbewerb, Archivierung und die Sicherheit, ein Spiel nicht nur von einem Benutzerkonto abhängig zu machen. Beide Positionen können deshalb gleichzeitig nachvollziehbar sein. Das eigentliche Problem ist nicht die Existenz digitaler Spiele. Problematisch wird es erst, wenn der digitale Kauf keine freiwillige Alternative mehr darstellt, sondern zur einzigen erlaubten Möglichkeit wird.

Ich glaube nicht, dass Sony oder Xbox jemals alternativen anbieten werden, wo man seine digitalen Lizenzen kaufen kann oder darf. Daher muss sich der Markt hier öffnen und es nicht nur in einem einzigen Store anbieten.

Eine Zukunft zwischen Disc und Digital wäre möglich

Die Diskussion muss nicht zwangsläufig auf eine Entscheidung zwischen gestern und morgen hinauslaufen. Eine moderne Lösung könnte digitale Spiele mit deutlich stärkeren Besitzrechten verbinden. Übertragbare Lizenzen, ein offizieller digitaler Gebrauchtmarkt, zeitlich unbegrenzte Offline-Rechte und klare Regelungen für abgeschaltete Stores könnten viele Sorgen der Spieler auffangen.

Gleichzeitig könnten physische Editionen in kleineren Stückzahlen weiterhin für Sammler und jene Käufer angeboten werden, die bewusst ein echtes Produkt besitzen möchten. Digitalisierung ist nicht automatisch der Feind der Spieler. Sie darf aber nicht bedeuten, dass wir im Gegenzug sämtliche Kontrolle über unsere gekauften Spiele verlieren.

Auch darf man Gamern nicht eine Alternative wegnehmen ohne ordentlicher Lösung. Was ich absolut nicht verstehe, dass z.B. digitale Käufer so viel Gegenwind gegen Gamer machen die gerne eine Disk haben möchten. Es wird ihnen ja nichts weggenommen und können weiterhin ihr Spiele digital erwerben, aber mit der Alternative einer Disk hätten wir auch die Wahl und nicht nur das eine und sonst nichts!

Diskussion (73)

AzRaeL#57081
L1F4D
Wird auf jeden Fall interessant wie sich die unit sales digital/physisch entwickeln. Bin wirklich gespannt ob es einen anhaltenden Aufwärtstrend gibt.


Remember! Wolverine Day One physical kaufen! Wir wollen doch ein Zeichen setzen^^
L1F4D#57082
AzRaeL
Remember! Wolverine Day One physical kaufen! Wir wollen doch ein Zeichen setzen^^


Kauf ich irgendwann gebraucht. :Biggrin: Edward mit den Scherenhänden ist mir nicht mehr als 30€ wert. :weg:
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Kupfer#57083
L1F4D
Ist nur leider nicht die Zahl die für die (gierigen) Unternehmen interessant ist. Revenue und profit margins sind das einzige was zählt. :Fresse:


Dieses.


L1F4D
Ob die 133% nur ein spike sind oder kontinuierlich wieder steigen wird sich zeigen. Wird auf jeden Fall interessant wie sich die unit sales digital/physisch entwickeln. Bin wirklich gespannt ob es einen anhaltenden Aufwärtstrend gibt.


Könnte ich mir kurzzeitig vorstellen, da das Thema sehr aktuell ist und Wellen schlägt, wird auf lange sicht allerdings schwierig, wenn es keine Datenträger mehr gibt Ugly


AzRaeL
Remember! Wolverine Day One physical kaufen! Wir wollen doch ein Zeichen setzen^^


Zeichen setzen in alles Ehren, wäre beim passenden Spiel sofort dabei, aber bin da auch bei @L1F4D, Wolverine, bzw. generell Sony Superheldenspiele, sind mir höchstens einen Sale- / Gebrauchtkauf wert, einfach nicht mein Genre. Aber cool, wenn du es machst, kauf am besten eins für mich mit! :)
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L1F4D#57084
Kupfer
Könnte ich mir kurzzeitig vorstellen, da das Thema sehr aktuell ist und Wellen schlägt, wird auf lange sicht allerdings schwierig, wenn es keine Datenträger mehr gibt Ugly


Naja bis 2028 ist noch viel Zeit um einen klaren Trend zu erkennen. Würde es aber schon witzig finden wenn im nächsten financial report physical unit sales bei 30-40% liegen. ^^
Kupfer#57085
Kupfer
Bin gerade über diesen Artikel gestolpert und will ihn euch nicht vorenthalten www.pushsquare.comwww.pushsquare.comhttps://www.pushsquare.com/news/2026/07/amidst-sonys-disc-debacle-capcom-sales-data-is-a-brutal-reality-check-for-fans-of-physical-media Klingt erstmal krass, aber warum teile ich das hier? Um erneut darauf hinzuweisen, dass hier Framing betrieben wird. Ob beabsichtigt oder weil der Autor es tatsächlich nicht besser weiß oder weil man bloß Klickgeil ist, sei mal dahingestellt. Aber genau solche Artikel fördern ein Narrativ hin zur Akzeptanz und Gleichgültigkeit. Wenn man das Ganze mal auseinandernimmt und sich nüchtern die Zahlen ansieht, kommt man zu einem ganz anderen Schluss, als der Autor. Zitat Pushsquare : Rechnet man den PC heraus, auf dem es eh keine physischen Datenträger gibt, kommen wir auf einen Anteil von etwa 17% physisch verkaufter Games, noch nicht die Welt, aber deutlich mehr als 6,7%. Schaut man dann zusätzlich noch auf Seite 6 des Capcom 1st Quarter Reports sieht man, dass es einen Großteil der meistverkauften Spiele, die heute noch verkauft werden, alte Titel von vor 2020 sind, sprich gar nicht mehr nachproduziert, ausgeliefert und auch nicht mehr in Läden ausgestellt werden und dort zu haben sind. In den Top-Rankings des Berichts tauchen ja Klassiker wie Resident Evil 2, 6 oder 7 und Devil May Cry 5 auf. Wenn jemand diese Spiele im Jahr 2026 auf seiner Konsole zocken will, stehen die im Laden nicht mehr haufenweise im Regal. Viele dieser älteren Games existieren für den Kunden auf den modernen Systemen ja sogar von vornherein nur noch als reiner Download im Store, siehe digital-only Konsolen. Der Kunde greift hier also oft gar nicht digital zu, weil er keine Disk will, sondern weil er im Handel schlicht keine andere Option mehr hat; außer Gebrauchtkauf. Anderes Beispiel RE 9, von dem einfach zu wenige Exemplare auf Disk gepresst wurden, direkt ausverkauft war und Kunden, die eigentlich eine Disk haben wollten, aus Frust zur digitalen Version gegriffen haben. ( ging es dir nicht auch so @GagGorilla ? ) Die Statistik misst an der Stelle also nicht das echte Kundeninteresse, sondern spiegelt nur das künstlich ausgedünnte Angebot auf dem physischen Markt wider. Auch interessant; auf Seite 5 des Capcom Berichtes wird für das Jahr 26 sogar wieder ein Anstieg von 133% der verkauften physischen Games verzeichnet, der Markt scheint also wieder zu wachsen, was aber durch die oben beschrieben "alten" Digitalverkäufe in den Gesamtzahlen komplett untergeht. Am Ende zeigt das einfach, wie unsauber hier mit Zahlen hantiert wird, um den Untergang der Disk regelrecht herbeizuschreiben. Und der Artikel ist kein Einzelfall. Solche unaufgearbeiteten Zahlen und vermeintliche "Fakten" werden von Usern gelesen, aufgegriffen, weiterverbreitet und spielen letzten Endes nur den Konzernen in die Hände. Man muss echt differenzieren und sich die Mühe machen, auch etwas tiefer zu buddeln - aber das macht natürlich niemand einfach so. Dieser Kommentar ist jetz etwas länger geworden, als ich geplant hab, aber ich möchte einfach zeigen, dass aktuell einfach viel falsch läuft, nicht nur in der Sache, sondern auch im Umgang mit Informationen diesbezüglich. Auch, wenn ich unmöglich ganz genaue Zahlen ableiten kann, da uns, wie ich in einem anderen Thread schonmal angemerkt hab, diese Transparenz seitens der Firmen einfach fehlt, bin ich durch diese Aufarbeitung mit ~17% schonmal weit weg von den angeblichen 6,7% - und wenn man den ganzen Bums mit Verfügbarkeit, alte vs. aktuelle Spiele etc. weiter miteinbezieht, würde es mich nicht wundern, wenn die physischen Versionen bei neuen Releases, welche in beiden Formen erscheinen, immernoch eine deutlich spürbare Relevanz hätten und ein Viertel bis ein Drittel der Verkäufe ausmachten.



Oh und ich sehe dazu passend gerade noch einen Post von Lance MCDonald, welcher Vorangegangenes ebenfalls bestätigt.
RE9 und Pragmata waren für die ersten Wochen physisch ausverkauft.


Screenshot 2026-07-29 at 17-50-38 Lance McDonald (@manfightdragon) Every disc copy of Pragmat...webp

Quelle


L1F4D
Naja bis 2028 ist noch viel Zeit um einen klaren Trend zu erkennen. Würde es aber schon witzig finden wenn im nächsten financial report physical unit sales bei 30-40% liegen. ^^


Hätte was :)
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