EU-Kommission lehnt „Stop Killing Games“ ab – Das bedeutet die Entscheidung für Gamer

EU-Kommission lehnt „Stop Killing Games“ ab – Das bedeutet die Entscheidung für Gamer

16 10🔥 Heiß diskutiert I

Die Initiative „Stop Killing Games“ hat in den vergangenen zwei Jahren für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Auslöser war unter anderem die Abschaltung von Ubisofts Rennspiel The Crew, das nach dem Ende der Serverunterstützung selbst für Käufer praktisch unbrauchbar wurde. Die Bewegung fordert deshalb, dass Publisher Spiele nach ihrem offiziellen Support-Ende nicht einfach unspielbar machen dürfen. Stattdessen sollen zumindest Möglichkeiten für Offline-Modi, private Server oder andere Lösungen bereitgestellt werden.

Mit über 1,29 Millionen verifizierten Unterschriften überschritt die Europäische Bürgerinitiative die notwendige Hürde deutlich und zwang die EU-Kommission dazu, sich offiziell mit dem Thema zu beschäftigen. Viele Spieler hofften daher auf neue gesetzliche Regelungen zum Schutz digital gekaufter Spiele. Doch genau diese Hoffnung erhielt nun einen herben Dämpfer.

Keine gesetzliche Verpflichtung geplant

Die Europäische Kommission hat erklärt, dass sie derzeit keine gesetzliche Verpflichtung für Publisher einführen will, Spiele nach dem Ende ihrer kommerziellen Lebensdauer weiterhin spielbar zu halten. Nach Ansicht der Kommission wäre eine solche Vorgabe nicht verhältnismäßig. Als Gründe werden unter anderem Urheberrechte, mögliche Sicherheitsrisiken, technische Herausforderungen sowie zusätzliche Kosten für Entwickler und Publisher genannt.

Statt neuer Gesetze möchte Brüssel bis Ende 2026 Gespräche mit der Spielebranche und Verbraucherschützern führen. Ziel ist ein freiwilliger Verhaltenskodex für den Umgang mit dem Lebensende von Videospielen.

Warum viele Spieler enttäuscht sind

Für viele Unterstützer geht die Entscheidung am eigentlichen Problem vorbei. Die Initiative verlangte nämlich nie, dass Publisher Server für alle Ewigkeit betreiben müssen. Stattdessen sollte verhindert werden, dass gekaufte Spiele durch eine Abschaltung vollständig verloren gehen. Möglichkeiten wie Offline-Modi, Community-Server oder Peer-to-Peer-Lösungen wurden von den Initiatoren immer wieder als mögliche Alternativen genannt.

Kritiker werfen der Kommission deshalb vor, sich vor einer klaren Entscheidung zu drücken. Auch mehrere Europaabgeordnete hatten sich in den vergangenen Monaten öffentlich für stärkere Verbraucherrechte ausgesprochen und vor einem negativen Signal gegenüber den über eine Million Unterstützern gewarnt.

Das ist noch nicht das Ende

Trotz der Ablehnung sieht sich die Initiative keineswegs am Ende. Die Organisatoren hatten bereits mit einem solchen Ausgang gerechnet und wollen ihre Forderungen nun direkt über das Europäische Parlament weiterverfolgen. Ziel ist es, entsprechende Regelungen in zukünftige Verbraucherschutzgesetze wie den geplanten Digital Fairness Act einzubringen.

Auch im Europäischen Parlament erhielt die Bewegung zuletzt überraschend viel Unterstützung. Mehrere Abgeordnete stellten die Frage, was der Kauf eines digitalen Spiels überhaupt noch wert ist, wenn ein Publisher Jahre später allein entscheiden kann, ob das Produkt weiterhin existiert.

Ein wichtiges Signal für die Zukunft digitaler Käufe

Auch wenn die aktuelle Entscheidung für viele Gamer enttäuschend ist, hat „Stop Killing Games“ bereits jetzt etwas erreicht, die Diskussion über digitale Besitzrechte ist endgültig in der europäischen Politik angekommen. Die Frage, ob Verbraucher ein gekauftes Spiel wirklich besitzen oder lediglich eine zeitlich begrenzte Nutzungslizenz erwerben, wird die Branche vermutlich noch viele Jahre beschäftigen.

Ob daraus am Ende tatsächlich neue Gesetze entstehen, bleibt offen. Klar ist jedoch, nach über 1,3 Millionen Unterstützern und einer europaweiten Debatte wird das Thema nicht mehr so einfach verschwinden.

Diskussion (10)

Machara#56185
Mitglied
Als Gründe werden unter anderem Urheberrechte, mögliche Sicherheitsrisiken, technische Herausforderungen sowie zusätzliche Kosten für Entwickler und Publisher genannt.


Irgendwie alles hanebüchen Gründe, die man im Vorfeld schon mit einplanen könnte und keinerlei Mehrkosten verursachen würde, zumindest bei reinen Singleplayer Spielen oder mit reduziertem Multiplayer.

Schreibt ja auch schon der Artikel, dass die eigentlichen Gründe an der Initiative vorbeigehen.
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Kupfer#56186
Ach da kamen bestimmt Leute wie Yves Guillemot und Lars Wingefors vorbei, haben gesagt, dass sie das nicht so toll finden und die EU-Kommission so "wenn Milliardäre das behaupten, wird da schon was dran sein - CLOSED"
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deleted_226#56187
Genau dem war so, schau dir mal dieses Video an ...

[EMBED content="post-51220"]https://pixelgorillas.de/threads/youtube-was-guckt-ihr-gerade-eure-empfehlungen.163/post-51220[/EMBED]
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Kupfer#56188
V0RT3X
Genau dem war so, schau dir mal dieses Video an ... [EMBED content="post-51220"]https://pixelgorillas.de/threads/youtube-was-guckt-ihr-gerade-eure-empfehlungen.163/post-51220[/EMBED]


Muss ich mir heut Abend daheim mal ansehen.
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Raizel#56189
Da sieht man wieder einmal, wie korrupt die Exekutive mittlerweile ist. Es ist ohnehin schon schwer, überhaupt die erforderliche Mehrheit für ein EU-Bürgerbegehren zu erreichen. Dass eine Mehrheit, die die Mindestmehrheit dann noch deutlich übersteigt, dann so einfach ignoriert wird, ist eine Frechheit. Kein Wunder, dass mehr und mehr Wähler so politikverdrossen sind und mehr und mehr Parteien aden äußeren Rändern des Parteienspektrums wählen.

Ganz vorbei ist die Sache allerdings noch nicht. Auch, wenn die EU-Kommission das Monopol hat, Gesetzesinitiativen einzubringen, kann das EU-Parlament, das die SKG-Initiative gut aufgenommen hat, immer noch Änderungen an bestehenden Gesetzesvorlagen verlangen. Hierfür bietet sich der sich in der Verhandlung befindende Digital Fairness Act an. Wir müssen also auf die Gnade des EU-Parlaments hoffen.
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