DayZ - das Spiel war magisch für mich.
Es war so Frühjahr 2012, da machte ein Trailer die Runde
Es hat mich direkt angesprochen, irgendeine (post) sowjetische Endzeitspielwelt, Paramilitärs, Spieler, die miteinander sprechen, offensichtlich keine Feinde sind, sich plötzlich anschreien und beschießen - was geht da ab? Und das ganze als Mod - für welches Spiel? ARMA 2? Kenn ich nicht.
Hab mich bis dahin nie mit ARMA beschäftigt oder gespielt. Von daher musste ich mich erstmal einlesen, wie man DayZ überhaupt zum Laufen bekommt - war gar nicht so easy. Und noch weniger easy war es, einige Freunde davon zu überzeugen, sich auch ein Spiel, welches sie nicht kennen, zu kaufen, nur um dann eine kleine, unbekannte Mod dafür zu spielen.
Der eine oder andere hat sich aber dennoch überreden lassen und was soll ich sagen, der Sommer 2012 stand komplett im Namen von DayZ. Wir mussten alles lernen, keine hatte eine Ahnung, wie irgendwas in diesem Spiel funktioniert. Es hat uns als Spielergruppe so wahnsinnig eingenommen und fasziniert, es kamen immer mehr Freunde dazu, weil der Hype natürlich immer größer wurde, die Installation wurde einfacher, der Launcher wurde regelmäßig geupdatet, das Spiel bekam mehr Content. Es hat sich für mich angefühlt wie ein MMO. Wir hatten unsere Stammserver, auf denen man sich kannte, wir hatten unsere Lager und Stashes. Eigentlich war rund um die Uhr jemand aus der Gruppe online, um zu looten, das Lager im Auge zu behalten, Vorräte aufzufüllen und wenn man dann selber online ging, hat sich immer was getan. Manchmal stand plötzlich ein Huey im Lager, mit dem man dann in der Gruppe losgeflogen ist, um andere Spielergruppen und Lager ausfindig zu machen. Die Koordinaten wurden notiert und ein Schlachtplan gemacht. Sobald alle online waren wurde angegriffen. Oder andersherum verteidigt. Man wusste halt, wann und von wo man beobachtet wurde und was andere Spieler und Gruppen im Sinn hatten. Manchmal kam man online unda das ganze Lager war zerstört und leer. Das Spiel stand nie still.
Wenn man nach einer mehrstündigen Loot-Tour vollbepackt auf dem Weg ins Lager ist und plötzlich mitten im Wald Schüsse neben einem einschlagen, man keine Ahnung hat, von wo sie kommen und sich erstmal einen Überblick verschaffen muss, während man versucht, so gut es geht entgegenzuwirken - das war schon was besonderes. Vor allem, weil die Fallhöhe so hoch war. Sterben heißt im Zweifel, dass alles zuvor mühsam Erspielte weg ist. Dir bleibt nur noch deine eigene Erfahrung, die du aus diesem Run mitgenommen hast. Und wenn du Glück hast die Überreste an deiner Leiche, der Schrott, auf den der Feind keinen Bock hatte - sofern du im Stande bist, nach dem Respawn wieder relativ flott zu deiner Leiche zu gelangen.
Das Spiel war für mich der Vorreiter aller modernen Extraction-Shooter / Service-Games, die wir aktuell so kennen und kein anderes Spiel konnte meinen Puls aus dem Nichts so in die Höhe treiben.
Selbst heute spiele ich noch gern ab und an eine Runde der Standalone Version und auch, wenn man das Spiel kaum wiedererkennt, muss ich an einigen Orten schmunzeln, weil ich mich an Kämpfe oder Situation von vor über 10 Jahren erinnere.