Psychologie, Philosophie und andere Geisteswissenschaften
29. Oktober 2025 18:30
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Oh Gott, bitte niemals Therapie mit Motivationstraining vergleichen^^ Ich finde Beeinflussung nicht passend gewählt, da es sehr suggestiv ist. Ich glaube vielmehr, dass Menschen eine wertschätzende Anerkennung und Verständnis brauchen, woran sie wachsen und selber dann gesunde Entscheidungen treffen können. Das paradoxe an Beratung und Therapie ist ja, dass man dafür Geld verdient, dass Leute einen nicht mehr brauchen im Leben. Sie sollen autonom leben und in sich selber vertrauen. Kein Therapeut kann einen vor Fehlschlägen im Leben jedoch bewahren. Es geht vielmehr darum, wie man darüber denkt und letztendlich damit umgeht.Klar kann man in keinen Kopf reinschauen und es ist auch subjektiv. Aber ich bin der Auffassung, das ein Berater und Beobachter, die hilfesuchende Person beeinflussen und lenken kann. In eine bestimmte Richtung. Genauso wie Motivationstrainer usw.
Wenn bei den Kollegen das bildungswissenschaftliche Begleitstudium wirklich nur begleitend war und Empathie auch Mangelware ist... Wohlbefinden auf allen Ebenen ist der erste Faktor für gutes Lernen, da kann ich mich nicht gegen stellen, das sollte eigentlich jede Lehrkraft verstehen können. Aber kenne das leider auch und hasse es.haha sehr guter Punkt! Die Schule ist ja nochmal ein eigenes System für sich, was leider für manche auch ein sehr krankmachendes System ist, wo ich in Bredouille mit Lehrkräften teilweise komme, da Lehrkräfte in der Regel ein funktionieren erwarten, was bei belasteten Schülern nicht immer so klappt. Als systemischer Schulsozialarbeiter sehe ich die verschiedenen Aspekte und Bedürfnisse, die in ihrer jeweiligen Logik auch total Sinn ergeben, aber im Moment sehr konträr zueinanderstehen und sich sogar abstoßen^^
Kann ja, aber sollte nicht. In Ausnahmefällen kann man sicherlich die eigene Perspektive reinwerfen, aber muss man sich bewusst sein, was man damit anrichten kann.Klar kann man in keinen Kopf reinschauen und es ist auch subjektiv. Aber ich bin der Auffassung, das ein Berater und Beobachter, die hilfesuchende Person beeinflussen und lenken kann. In eine bestimmte Richtung. Genauso wie Motivationstrainer usw.
Außerdem sind Ratschläge sehr ungern gesehen im systemischen Denken. Hab da meine Anleiterin immer im Ohr, die oft meinte "Auch nett gemeinte Ratschläge sind Schläge"^^
Ich finde das Wort sehr passend und auch nicht schlimm. "Manipulation" wäre schlimmer.Ich finde Beeinflussung nicht passend gewählt, da es sehr suggestiv ist.
Das ist ja auch schön und gut.Ich glaube vielmehr, dass Menschen eine wertschätzende Anerkennung und Verständnis brauchen, woran sie wachsen und selber dann gesunde Entscheidungen treffen können. Das paradoxe an Beratung und Therapie ist ja, dass man dafür Geld verdient, dass Leute einen nicht mehr brauchen im Leben. Sie sollen autonom leben und in sich selber vertrauen.
Genau! Und für das umgehen braucht man Vorschläge welche Strategie man einschlagen soll (oder kann). Das machen z.B. Verhaltenstherapeuten.Kein Therapeut kann einen vor Fehlschlägen im Leben jedoch bewahren. Es geht vielmehr darum, wie man darüber denkt und letztendlich damit umgeht.
Ich meinte nicht nur die eigene Perspektive, sondern das was fachlich Sinn ergibt und hilft.Kann ja, aber sollte nicht. In Ausnahmefällen kann man sicherlich die eigene Perspektive reinwerfen, aber muss man sich bewusst sein, was man damit anrichten kann.
Das nutze ich auch gerne und aktiv. Ich verpacke es jedoch anders indem ich häufiger sage "Darf ich Ihnen gerade mitteilen, was ihre Erzählung gerade in diesem Moment bei mir auslöst?" Hier ist die Bitte um Erlaubnis jedoch sehr wichtig und oft geht es hierbei um die Emotion, die im Raum vorhanden ist, aber manchmal eine Diskrepanz zur Erzählung ist. Als Beispiel hat mir einer mal ganz monoton und trocken über den Unfall, den Intensivstationsaufenthalt seiner Eltern und deren anschließenden Tod erzählt. Das war so eine krass emotionale Erzählung für mich, dass mir die Augen feucht wurden. Aber er erzählte es wie ein Roboter. Darauf musste ich dann sofort aufmerksam machen. Tatsächlich ging es auch bei ihm viel darum, dass er wenig Emotionen fühlt, sehr rational ist, aber gleichzeitig enorme körperliche Probleme hat, die ich hier nicht ausführen möchte, welche medizinisch nicht klar diagnostizierbar waren, sodass psychosomatische Gründe vermutet wurden. Meine Empfindung hier war dann ein Öffner für das eigentliche Thema bei ihm: Umgang mit Gefühlen (oder besser gesagt sein Deckeln von Gefühlen).In Ausnahmefällen kann man sicherlich die eigene Perspektive reinwerfen, aber muss man sich bewusst sein, was man damit anrichten kann.
Das ist doch was völlig anderes. Im Gegenteil, genauso sollte es doch laufen. Der Patient muss es ja intrinsisch schaffen, du hast ihm lediglich eine vorhandene, situationsabhängige Diskrepanz aufgezeigt, das ist in meinen Augen keine Einflussnahme.Das nutze ich auch gerne und aktiv. Ich verpacke es jedoch anders indem ich häufiger sage "Darf ich Ihnen gerade mitteilen, was ihre Erzählung gerade in diesem Moment bei mir auslöst?" Hier ist die Bitte um Erlaubnis jedoch sehr wichtig und oft geht es hierbei um die Emotion, die im Raum vorhanden ist, aber manchmal eine Diskrepanz zur Erzählung ist. Als Beispiel hat mir einer mal ganz monoton und trocken über den Unfall, den Intensivstationsaufenthalt seiner Eltern und deren anschließenden Tod erzählt. Das war so eine krass emotionale Erzählung für mich, dass mir die Augen feucht wurden. Aber er erzählte es wie ein Roboter. Darauf musste ich dann sofort aufmerksam machen. Tatsächlich ging es auch bei ihm viel darum, dass er wenig Emotionen fühlt, sehr rational ist, aber gleichzeitig enorme körperliche Probleme hat, die ich hier nicht ausführen möchte. Meine Empfindung hier war dann ein Öffner für das eigentliche Thema bei ihm: Umgang mit Gefühlen (oder besser gesagt sein Deckeln von Gefühlen).
Das sind halt grundlegend verschiedene Ansätze.Das machen z.B. Verhaltenstherapeuten.
Es gibt auch positive Einflussnahmen. Und die finde ich nicht schlimm!Das ist doch was völlig anderes. Im Gegenteil, genauso sollte es doch laufen. Der Patient muss es ja intrinsisch schaffen, du hast ihm lediglich eine vorhandene, situationsabhängige Diskrepanz aufgezeigt, das ist in meinen Augen keine Einflussnahme.
Ja genau. Wenn gehe ich auch nur noch dahin. Gerade bei Menschen mit Suchtproblemen ist das sowieso besser.Das sind halt grundlegend verschiedene Ansätze.
Du blickst das echt nicht, oder? Wie kannst du annehmen, dass irgend ein Mensch, egal wie gut ausgebildet oder erfahren er ist und wie edel seine Motive auch sein mögen, auch nur die leiseste Ahnung hat, ob seine Einflussnahmen positive oder negative Auswirkungen auf den Patienten oder sein Umfeld haben werden? Ich finde das gleichermaßen kurzsichtig wie gefährlich. Schau mal den Film "The Butterfly Effect" und dann denk nochmal gründlich über deinen Standpunkt nach.Es gibt auch positive Einflussnahmen. Und die finde ich nicht schlimm!
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