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»Klaut es einfach« - Entwickler ruft zu Piraterie auf, statt sein Spiel billig über Steamkey-Reseller zu kaufen

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Das Indie-Studio hinter Runeveil ist gerade nicht gut auf Key-Seller zu sprechen.
Normalerweise ist Videospiel-Piraterie den Entwicklern ein gewaltiger Dorn im Auge. Das ist auch mehr als verständlich, denn in der Regel gehen ihnen dadurch wichtige Verkäufe durch die Lappen. Gerade bei kleinen Studios macht das einen entscheidenden Unterschied. Aber genau ein solches Studio rät euch jetzt dazu, sein Spiel lieber illegal zu ziehen. Zumindest, wenn die Alternative ist, einen billigen Steamkey auf einer Reseller-Webseite zu kaufen.

Steamkeys, die eigentlich kostenlos waren​

Dicehit Games, die vor kurzem ihren Deckbuilder Runeveil auf Steam veröffentlicht haben, wenden sich auf X an potenzielle Spielerinnen und Spieler. Dort schreiben sie:
Für diejenigen, die es nicht wissen: Solche Seiten [Reseller von Keys] verkaufen die Codes, die wir kostenlos herausgegeben haben, um Content für unser Spiel zu bekommen. Wir bekommen dadurch keinen Content, und unser guter Willen wird auf diese Weise missbraucht.
Falls eines unserer Spiele zu teuer für euch ist und ihr eine Code-Seite nutzen wollt, dann klaut es einfach [»just pirate it«].

Die Runeveil-Keys, die also auf den Reseller-Seiten gelandet sind, kommen nicht direkt von Dicehit, sondern von Quellen, die kostenlose Spielecodes erhalten haben. Diese hat Dicehit an Presse und Content Creator verteilt, damit sie zum Beispiel durch Videos und Streams auf das Spiel aufmerksam machen - nicht damit die Codes billig weiterverkauft werden.

In einem weiteren Post wird Dicehit konkreter. Es gehe dem Studio nicht darum, Keyseller per se zu kritisieren. Manche Entwickler verkaufen Key-Bundles an solche Seiten, um schon im Vornhinein eine Finanzierung zu sichern. Das sei vollkommen in Ordnung, doch Dicehit habe das nicht getan.

Auch gehe es dem Entwickler nicht darum, dass ihr jedes Spiel »raubkopieren« sollt, sondern es in Fällen wie diesem für die Studios keinen Unterschied macht, weil sie von dem Geld ohnehin nichts sehen. Am Ende ist es natürlich immer am besten, die Spiele direkt über offizielle Shops zu kaufen.

Theoretisch wäre es möglich, manuell einzelne Keys zu deaktivieren, aber das Studio hat sich bewusst dagegen entschieden. Zum einen, weil es damit ja nicht die Reseller, sondern die Käuferinnen und Käufer treffen würde, die ein echtes Interesse an ihrem Spiel haben. Zum anderen besteht Dicehit nur aus vier Mitarbeitenden und es würde eine Menge zusätzlicher Arbeit bedeuten, jede Spielversion zu verfolgen.

Am Ende seien die Entwickler zwar nicht froh über Spielepiraten, aber diese machten sie immerhin nicht wütend. Menschen, die Profit aus verschenkten Spielekeys schlagen, hingegen schon.

Quelle: https://www.gamestar.de/artikel/ent...statt-ueber-key-seller-zu-kaufen,3457895.html
 
Also diese Aussage vom Entwickler kann nur Unsinn sein.

Zum Einen:

Wieviele kostenlose Keys generieren denn die Entwickler für Presse und Content Creator? Ein paar Dutzend? Vielleicht ein paar Hundert maximal?

Spiele verkaufen sich potentiell millionenfach, auch über Key Reseller, und da ist es ausgeschlossen dass das nur Keys sind die einfach weiterverkauft werden.
Außerdem:

Wieviel Keys erhalten denn Presse oder Content Creator? Wieso sollte ein Content Creator mehr als einen Key erhalten (den er ja selber nutzt) oder wieso sollte Presse wie PCGH, Gamestar mehr als sagen wir mal 5 bekommen? Sicher nicht tausende.

Praktisch wirft der Entwickler hier Presse und Content Creator vor ihre Keys zu verkaufen, das ist Unsinn.

Eneba z.Bsp., einer der größten Key Reseller, schreibt explizit dass ihre Keys von Großhändlern stammen, anders kann man auch nicht hunderttausende Keys verkaufen.

G2A, auch sehr groß, schreibt man erhalte die Keys direkt von Publishern oder Großdistributoren:


In Einzelfällen kommt es sicher vor dass Keys aus fragwürdigen Quellen kommen, aber mit Sicherheit nicht alle, sonst hätten die großen Publisher schon längst dagegen etwas unternommen.

Edit:

Ich habe gerade explizit für dieses Spiel nachgeschaut:

Es gibt keinen Keyhändler der Keys für dieses Spiel verkauft.

Eine einfach Anfrage an KI fasst gut zusammen weshalb Keyreseller für Publisher attraktiv sind:

Man umgeht damit den Anteil von Valve, also Steam.
Kauft man direkt auf Steam, verlangt Valve zwischen 20-30% des Erlöses (je nach Umsatz), bei einem Keyreseller 0%, weil Valve kein Geld für die reine Aktivierung von Keys will, da steht hier:

Steam-Produktschlüssel werden Entwicklern kostenlos zur Verfügung gestellt, die ihr Spiel auch in anderen Shops und im Einzelhandel verkaufen oder es kostenlos für Betatester, Journalisten und Influencer zugänglich machen möchten. Obwohl keine Gebühr für Steam-Produktschlüssel anfällt, bitten wir Partner dennoch darum, diesen Service gewissenhaft zu nutzen und den allgemeinen Regeln und Richtlinien für deren Beantragung und Verkauf zu folgen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wieviele kostenlose Keys generieren denn die Entwickler für Presse und Content Creator? Ein paar Dutzend? Vielleicht ein paar Hundert maximal?

Global können es sicher ein paar Hundert bis tausend sein.

Wieviel Keys erhalten denn Presse oder Content Creator? Wieso sollte ein Content Creator mehr als einen Key erhalten (den er ja selber nutzt) oder wieso sollte Presse wie PCGH, Gamestar mehr als sagen wir mal 5 bekommen? Sicher nicht tausende.

Es gibt immer wieder Aktionen wo Creator / Influencer ein Duzend Keys bekommen, um diese zu verlosen.
Wenn man da etwas Werbung fürs eigene Spiel machen will, können die sicher mehrere Hundert Keys so im Umlauf kommen.


Praktisch wirft der Entwickler hier Presse und Content Creator vor ihre Keys zu verkaufen, das ist Unsinn.

Eneba z.Bsp., einer der größten Key Reseller, schreibt explizit dass ihre Keys von Großhändlern stammen, anders kann man auch nicht hunderttausende Keys verkaufen.

G2A, auch sehr groß, schreibt man erhalte die Keys direkt von Publishern oder Großdistributoren:

Ich habe selbst eine zeit lang auf Ebay Presse-Discs von Games gekauft.
Diese waren immer viel günstiger als die normalen Versionen und sicher auch nicht erlaubt für den Weiterverkauf.

Mit Keys ist der Verkauf natürlich viel einfacher.

Der aufgeführte Fall ist aber sicherlich eine Ausnahme und sollte nicht den Eindruck erwecken, dass plötzlich alle Keys illegal sind.
Diese Thematik gab es in der Vergangenheit schon und die Reseller sind mittlerweile auch besser vernetzt um sicherzustellen, dass es legale Keys sind (hoffentlich^^)
 
Eben, wir reden da vielleicht über maximal ~1000 Keys, bei so einem kleinem Indieentwickler womöglich deutlich weniger.

Also praktisch irrelevant, vor Allem da definitiv nicht jede Presse bzw Content Creator diese verkauft. Selbst wenn 20% das tun (was absurd hoch wäre), reden wir maximal von ein paar hundert keys. Also wirklich irrelevant.

Die großen Keyreseller wie G2A, Eneba usw bekommen ihre Keys entweder direkt vom Publisher oder von Großhändlern, diese Großhändler wiederum kaufen massenweise Keys zum ermäßigten Preis, die Publisher sind froh über diese Großdistributoren da sie damit bereits vor Release viele Einheiten verkaufen.

Das ist nicht meine Aussage sondern genau das was G2A und co. beschreiben.
 
edit: Rein zufällig gibt es gerade sogar 20% Rabatt darauf und kostet damit 8,79 anstelle von 10,99


Aber ihr könnt es auch für umsonst haben. Grünes Licht hätten wir ja :ugly:
 
In Wirklichkeit ist er Anwalt und hat extra eine Piraten-Version gemacht, die die Identität des Spielers an ihn weiterleitet. Dann gehen nur noch automatisiert die Abmahnschreiben raus.
Warum ein Spiel für 80€ verkaufen, wenn man auch 800€ haben könnte :ugly:
 
Naja, so neu ist die Kritik jetzt auch nicht, gerade im Indie Bereich.

Siehe:

Hier auch noch mal ein guter(?) Artikel - hab nur quer gelesen - der sich mit dem Thema Key-Reseller beschäftigt:

edit: Übrigens händisch gesucht, ohne Zuhilfenahme von "KI". :rock:
 
Guter Blog!

Ich kaufe seit über 10 Jahren bei Kinguin und Loaded (ehemals CDKeys). Nie Probleme gehabt und super Kundenservice. Mir hat Kinguin sogar mal das Geld für einen - natürlich nicht aktivierten - Key erstattet nach Kauf, weil ausgerechnet in der Woche Epic das Game als Freebie raushaute :weg:
 
Ich kaufe seit über 10 Jahren bei Kinguin und Loaded (ehemals CDKeys). Nie Probleme gehabt und super Kundenservice. Mir hat Kinguin sogar mal das Geld für einen Key erstattet nachdem Kauf, weil ausgerechnet in der Woche Epic das Game als Freebie raushaute :weg:
Spricht ja auch nichts dagegen, nur kommt ja die Kritik nicht von ungefähr und ist mit einem einfachen:
Also diese Aussage vom Entwickler kann nur Unsinn sein.
abgetan.

Liegt halt vieles im Graubereich und Differenzierung + Hintergrundinformation schadet ja bekanntlich - fast - nie.

Für mich persönlich handhabe es so: Indie Titel - wenn möglich - kaufe ich immer in Shops selber, meistens Steam, sind ja teilweise eh so günstig und häufig im Angebot, da braucht es keinen Key-Reseller, nur um ein paar Cents zu sparen. In anderen Ländern - gerade mit schwächerer Kaufkraft - verstehe ich dann schon eher den Schritt zum Key-Reseller.
 
Verstehe dann die Motivation hinter seiner Aussage nicht, es sei denn, es gibt Beef zwischen dem Studio und Reseller-Seiten.
Die Kritik an Graumarkt-Key-Resellern ist jetzt nicht neu, sondern im Grunde so alt wie Steam selbst. Das hat genau gar nichts mit diesem einen Entwickler zu tun.

Und zu behaupten, dass cdkeys und Co. ihre Keys alle brav beim Publisher kaufen, ist natürlich kompletter Schwachsinn. Die Dreistigkeit, so etwas ernsthaft zu behaupten, ist absolut unfassbar. Und das weiß auch jeder, der schon einmal 32€ für einen Key für einen Vollpreistitel vor Release auf einer dieser Seiten gezahlt hat.
 
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