Von 90 GiB auf 2 TiB: So viel Speicher steckt in modernen Autos
Ein durchschnittliches Fahrzeug benötigt laut Micron im Jahr 2026 bereits 278 GiB an DRAM und NAND-Flash, High-End-Modelle kommen auf bis zu 2 TiB. Noch 2023 lag der Schnitt bei 90 GiB.
Eine Aufschlüsselung eines britischen Herstellers zeigt, wohin der Speicher wandert: Das Infotainment belegt 4 bis 16 GiB, Assistenz- und Sicherheitssysteme beanspruchen 8 bis 32 GiB und zentrale Fahrzeugrechner benötigen mindestens 16, teils auch 64 GiB oder mehr.
Halten KI-Assistenten Einzug ins Cockpit, sollen mindestens 256 GiB fällig werden. Fahrzeuge mit Autonomie-Level 4 beziffert Micron gar auf mindestens 300 GiB, der Hersteller spricht von "Supercomputern auf Rädern".
Erschwerend kommt hinzu, dass Automotive-Speicher nicht einfach von regulären Fertigungslinien abgezweigt werden kann. Die Chips müssen Vibrationen, Hitze und Kälte über Jahre zuverlässig überstehen und durchlaufen deshalb Qualifizierungsprozesse, die sich über Monate bis Jahre ziehen.
Kurzfristige Ausweichmanöver sind für die Autohersteller kaum möglich, die Mehrkosten dürften daher bei der Kundschaft ankommen. Für PC-Spieler ist das ein schwacher Trost: Mit der Autoindustrie tritt ein weiterer zahlungskräftiger Konkurrent im Wettbewerb um den knappen DRAM an.