Der "Was regt mich gerade auf"-Thread

AzRaeL Beitrag
@Arcow ich stell mir jetzt vielmehr die Frage, wie du noch mit diesem Schüler arbeiten kannst und noch viel vielmehr, wie du der Mutter in vermeintlichen zukünftigen Gesprächen begegnen wirst. Ich wäre glaube ich pissed, müsste aber professionellerweise so neutral und sachlich wie möglich bleiben, was in der eigenen inneren Bühne total anstrengend sein kann. Eigentlich bräuchte es noch ein klärendes Gespräch, um dieses Gefühl anzusprechen, aber aus Erfahrung heraus weiß ich genau, dass Schule wenig Raum dafür bietet, sodass LehrerInnen irgendwie versuchen müssen zu copen oder auch bei der Schulsozialarbeit landen, um sich dort auszukotzen, weil es sonst nirgends wo geschützten Platz dafür im schulischen Kontext gibt.

Ja. Ich bin sehr angepisst, aber recht ruhig und klar. Hab mich in dem Gespräch mit der Schulleitung direkt sehr echauffiert und der hat tatsächlich ganz gut hinbekommen, dass ich etwas Distanz zu der Sache aufbaue. Aber ich werde morgen nochmal hingehen und darum bitten, dass ich an keinem weiteren Gespräch mit dem Schüler und der Mutter teilnehmen muss.
Weniger weil ich mich über die unnütze Arbeit aufrege, sondern viel mehr, weil ich nicht mit ruhiger Mine an so einem Theater teilnehmen könnte, wo man dem das jetzt sagt und womöglich nicht klar macht, warum das trotzdem nicht gut ist. Der wird dann mit so nem schmierigen Grinsen da sitzen, da kann ich nicht professionell daneben sitzen.
Der Schüler hat den Widerspruch eingereicht, ist 18, also gäbe es nicht mal einen Grund, dass die Mutter überhaupt käme, aber ich kann mit diesem Schüler nicht mehr normal reden. Hab ihn aber auch nicht mehr im Unterricht und der macht ja '27 Abi, also ist er dann auch weg. Also besteht da auch keine Not der Klärung. Außer ich bekäme seinen kleinen Bruder nochmal im Unterricht. Lachen
Aber nochmal ernst. Was einfach verletzend ist, jahrelang, bei vielen schwierigen Situationen, habe ich mit dem Kind gearbeitet, vor Kolleg:innen verteidigt und von da nun so eine Form der Wertschätzung zu erfahren...schon scheiße.
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Es fehlt leider dieser 🤮 in der Reactionleiste!

Fühl das voll @Arcow, was du schreibst. Denke, dass es ne sehr bittere Enttäuschung sein muss, wenn man sich für ein Kind so einsetzt und dieses dann fast schon ein Messer in den Rücken rammt für ne eigentlich verdiente Note.

Finde es gut, dass du da ne persönliche Grenze für dich ziehst und klar sagst, dass du absolute Distanz zu ihm als Person brauchst.

Andererseits aber auch krasses System, was da einen nicht backt aufgrund eines so kleinen Detailfehlers. 🤦🏻‍♂️
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Das ist Krass! Aber daraus hast du gelernt und wirst in Zukunft bestimmt mehr darauf achten nachdem du jetzt weißt auf was es ankommt. Ich finde es richtig schrecklich, wie das mit deinem Fall abgelaufen ist und ich bin/war der Meinung, dass Lehrer das letzte Wort haben. So irren kann man sich. Nimm es dir nicht zu sehr zu Herzen. Du hast einfach nur das Pech gehabt, einer von 100 Eltern die so einen Move machen.

Ja und nein. Das ist in der Praxis halt eigentlich total schwachsinnig und ist mir zu wider. Umgang mit Schüler:innen darf nicht zur Form- bzw. Verwaltungssache werden. Ist dann auch nicht mehr spaßig. Aber auf der anderen Seite, bei extremen Fällen, auf jeden Fall.
Paar mehr Eltern haben wir schon die so ticken, aber eigentlich ist schon die Seltenheit bzw. knicken die meisten Kolleg:innen eh direkt ein, um sich die Arbeit zu sparen. Aber würde beim nächsten mal auch überlegen, ob es mir das wert ist.

Ne, ist schon einerseits gut, dass Lehrer nicht das absolute letzte Machtwort haben. Gibt genug Studien, die beweisen, dass Lehrer - wie natürlich alle Menschen - biased sein können und Schüler aufgrund äußerer und sozialer Merkmale schlechtere Noten geben trotz gleicher Leistung eines anderen Schülers, der ne tendenziell bessere Note erhält, weil er „besser ins Bild passt“. Solche Studien sind echt gruselig und leider nicht aus den 40er Jahren, sondern aus den letzten 20 Jahren. Aber ich möchte an das Gute glauben und hoffe immer, dass diese vorurteilsbehaftete Lehrerschaft nur eine Minderheit darstellt

Wenn ich wenigstens so einer wäre und es nicht an einer nicht erbrachten Leistung liegen würde. Dann würde ich mich halt über Bullshit aufregen, aber es wäre nicht ungerecht
Ernsthaft aber, unter anderem genau deshalb ist das extrem wichtig, aber wie so viele Systeme, ist auch das eigentlich so konzipiert, dass man davon ausgeht, dass niemand es in Anspruch nimmt. Aber in einer Demokratie auch total wichtig, dass man jeden behördlichen Vorgang und was anderes ist Notenvergabe nicht, hinterfragen kann. Mir fehlt nur das Anerkennen des Kontexts und des pädagogischen Handelns. Aber Juristen kümmert das nicht.

AzRaeL Beitrag
Es fehlt leider dieser 🤮 in der Reactionleiste! Fühl das voll @Arcow, was du schreibst. Denke, dass es ne sehr bittere Enttäuschung sein muss, wenn man sich für ein Kind so einsetzt und dieses dann fast schon ein Messer in den Rücken rammt für ne eigentlich verdiente Note. Finde es gut, dass du da ne persönliche Grenze für dich ziehst und klar sagst, dass du absolute Distanz zu ihm als Person brauchst. Andererseits aber auch krasses System, was da einen nicht backt aufgrund eines so kleinen Detailfehlers. 🤦🏻‍♂️

Ja ist schon wild so einen Arbeitgeber zu haben, der so gefühlt nix auf dich gibt.
Aber gut ist, dann ist es vorbei und muss keinen Gedanken mehr dran verschwenden Lachen
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Arcow Beitrag
Ja ist schon wild so einen Arbeitgeber zu haben, der so gefühlt nix auf dich gibt.

und dann wundert sich das Schulamt über den Lehrermangel😅
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