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Raizels Gaming-Kolumne und Kurzreviews

16. August 2025 18:53
55 Antworten
Hab deinen Thread angepinnt!
Cool, hab direkt runtergescrollt um nicht gespoilert zu werden, freue mich aber schon auf deinen Beitrag, sobald ich mit dem Spiel fertig bin.
Signatur:
(╯°□°)╯︵ ┻━┻

Wuchang: Fallen Feathers

Wuchang ist leider kein Wukong (also leider kein 10/10-Spiel) - hat aber dennoch sehr viel Spaß gemacht. Das Spiel ist optisch sehr hübsch und bietet mitunter atemberaubende Landschaften (gerade das letzte Kapitel und der Dschungel im 3. Kapitel haben mir sehr gut gefallen). Technisch funktioniert das Spiel seit dem 1.3 Update problemlos. Einzig die Charaktere hätten besser gestaltet und animiert sein können. Das Level-Design ist mitunter leider ein wenig immersionsbrechend, weil Wuchang nicht springen und daher nicht einmal kleinste Hindernisse überwinden kann. Teilweise sind mir einige der Level auch zu verschlungen und zu kompakt, so dass sie sich - siehe den vorherigen Punkt - künstlich in die Länge gestreckt anfühlen. Das Gefühl wird dadurch verstärkt, dass die Schreine - also die Bonfires des Spiels - nicht unbedingt gut balanciert platziert sind. Teilweise sind Schreine zu dicht und teilweise viel zu weit auseinander platziert, was gerade in den Endgame-Gegenden frustrierend sein kann. Das Gameplay macht aufgrund der verschiedenen Waffen und damit verbunden verschiedenen Movement-Sets durchaus Spaß, da dadurch für jeden ein Combat-Typ vorhanden sein sollte. Für mich persönlich ist das Spiel allerdings anfangs zu behäbig und teilweise zu bestrafend, um es wirklich durchgehend genießen zu können. Dazu kommt, dass gerade die Bosse unnötig lange invincibility frames haben - seien es nun tatsächliche invincibility frames oder quasi invincibility frames, die durch boss movement bedingt sind. Dazu gibt es durchaus einige nervige Gegner-Typen und stellenweise zu viele Fallen und/oder environmental status effects. Abseits hiervon macht das Gameplay allerdings Spaß und die Waffenmovesets sind gut gestaltet. Was ich persönlich daher ändern zumindest würde, wäre der damage output im early game, denn gerade im late game und insbesondere in den fortfolgenden Walkthroughs (New Game +) kann man sich sehr starke Builds erstellen, die dezent overpowered sind. Der große Wermutstropfen für mich sind die Story und die Charaktere. Das Spiel konzentriert sich stark auf das Gameplay und - zumindest meines Erachtens - zu wenig auf die Story, die Charaktere und die Inszenierung. Das Spiel behandelt zwar einige wirklich interessante Aspekte der traditionell-chinesischen bzw. buddhistischen Philosophie, könnte aber gern eine konsistentere und kohärentere Story haben. Das Spiel hat insgesamt 4 Enden, sequence breaking ist mitunter jedoch sehr leicht ist und man kann sich dadurch die guten Enden frühzeitig verderben. Alles in Allem bekommt der Titel von mir eine 8/10. Für Soulslike-Enjoyer - so habe ich es zumindest gehört - soll das Spiel allerdings GOTY-Potential haben.
Spoiler
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Cool, hab direkt runtergescrollt um nicht gespoilert zu werden
Sehr guter und wichtiger Punkt! Hab es auch so gehandhabt und trotzdem Bilder leicht gesehen. Mein Vorschlag wäre @Raizel , wenn du die Bilder allesamt in einen Spoiler packst, sodass jeder für sich entscheiden kann, ob er die Bilder sehen möchte oder nicht. Ich bin leider auch sehr allergisch, was Spoiler angeht und meine, dass du @Kupfer dahingehend ähnlich gestrickt bist. Ich möchte zbsp manche Bilder am liebsten selber das erste mal sehen, wenn ich das Spiel spiele. Ansonsten geile Reviews! Sehr on point, wie ich finde

Infinity Nikki

My favorite girly-girl~ cozy game. Das Spiel macht als casual cozy game durchaus Spaß. Die Spielwelt und auch die Musik sind gut gelungen. Das Gameplay selbst ist ein Mix aus Combat, Erkundung, Minispielen, Platformer-Passagen, Puzzles und natürlich: Fashion. Die initiale Selbsteinschätzung des Spiels, ein Mix aus Barbie, Zelda und Mario zu sein, passt durchaus.
  • Combat ist leider sehr beschränkt (die Monster sind, passend zum Spiel, ziemlich cute). Man schießt quasi nur magical orbs auf die Gegner und muss sehen, dass man die Gegner bzw. deren Schwachstellen damit trifft. Die normalen Monster sind mithin ziemlich langweilig; Bossgegner haben aber ihre eigenen Mechaniken, so dass man sich auf deren Muster einstellen muss, bis ihr Schwachpunkt angreifbar wird.
  • Die Erkundung des Spiels besteht hauptsächlich darin, jeden Winkel nach den Collectables des Spiels abzusuchen. Dabei findet man mitunter auch environmental puzzles, dungeons, mythical animals und vieles mehr. Es gibt diverse Minispiele und Puzzles: seien es Fahrradrennen, Brettspiele, Hindernis-Parcours, Perspektive-Puzzles (über den Fotomodus des Spiels), Jumping Puzzles, Platformer Passagen, Styling Contests und vieles mehr.
Der Wermutstropfen des Spiels: Es ist ein Live Service Gacha Game mit der typischen, damit einhergehenden Monetarisierung. Da es allerdings F2P ist, kann man es zumindest, ohne buyers remorse zu riskieren, ausprobieren. Das Geschäftsmodell wirkt sich aber leider auf die Story aus, da man mit jedem Content-Update separate Kurzgeschichten bekommt. Das derzeitige Content-Update gefällt mir bspw. thematisch sehr gut, eines der vorangegangenen Content-Updates hat mir allerdings wenig gefallen. Die initiale (Haupt-) Story selbst war ziemlich cool: Man bereitet sich auf einen Ball vor, bis man auf dem Dachboden plötzlich ein magisches Kleid findet, das einen durch ein magisches Tor im Kleiderschrank in eine andere Welt zieht. Durch eine magical waifu bekommt man magische Mode-Fähigkeiten und hat den Auftrag, magische miracle dresses zu schneidern und mit der Macht der Mode die Welt zu verbessern - quasi ein magical girl isekai. Leider nur hat man den Storystrang durch eines der letzten Updates entfernt und die Story in - mit Verlaub für die Wortwahl - Multiverse-Bullshit verstümmelt. Das - zusammen mit einigen verbraucherfeindlichen Monetarisierungsänderungen - ist in der Community des Spiels extrem schlecht angekommen, weshalb die Bewertungen auf Steam stark eingebrochen sind. Da ich kein Freund von Multiverse-Geschichten bin, ist das Spiel für mich seitdem von einer initialen 9/10 auf eine 8/10 abgerutscht.
Spoiler
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Mafia: The Old Country



Ich bin heute mit Mafia: The Old Country - meinem ersten Mafia-Titel - fertig geworden und bin sehr zwiegespalten:

Die große Stärke des Spiels ist die Story. Das Spiel erzählt eine typische Mafia-Geschichte. Die Geschichte selbst ist zwar vorhersehbar, aber sehr gut erzählt. Die Charaktere und vor Allem das Setting wirken immersiv und authentisch. Zudem wird die Eskalation der Gewalt im Spiel und das Ertrinken im Sumpf des Verbrechens sehr gut dargestellt. Dass das Spiel nur eine kleine (Pseudo-) "Open World" mit wenig Bloat bietet, die man auch nur (über die Carcyclopedia) im Explore-Modus erkunden kann, hilft ebenfalls. Die Inszenierung ist sehr gut gelungen und bietet diverse fantastische Setpieces. Die Story ist zwar kein Meisterwerk (da - wie erwähnt - sehr vorhersehbar), kann aber definitiv als sehr guter Mafia-Film dienen. Würde man das Spiel nur auf die Story, das Character-Writing und die Inszenierung reduzieren, wäre das Spiel locker eine 9/10. Das Problem: Das Spiel ist kein Film.

[SPOILER=]
...und ich hätte mir - gerne auch auf eine Art und Weise, dass man es sich verdienen muss - ein Happy Ending für Enzo und Isabella gewünscht.

[/SPOILER]
Genau aus diesem Grund ist die Story - vielleicht bizarrerweise - auch die größte Schwäche des Spiels, weil es die Schwächen beim Gameplay offenlegt, denn vom Gameplay her bietet das Spiel leider nichts besonderes:


  • Das Gunplay ist extrem janky. Die Waffen fühlen sich mitunter sehr unpräzise an und haben zudem unterschiedliche Reichweite-Werte, so dass gerade Shotguns nur in annähernder Melee-Range sinnvoll sind. Das geht soweit, dass man mitunter nicht einmal point blank (!) Gegner trifft - selbst mit Rifles. Auf der anderen Seite haben die Gegner allesamt eine sehr gute Präzision und haben mitunter ein sehr fragwürdiges (Re-) Spawn-Verhalten. Gerade in den späteren Kapiteln und auf höheren Schwierigkeitsgraden fühlt sich das nicht mehr herausfordernd, sondern nur nervig an.
  • Die Knife Fights machen initial durchaus Spaß, entwickelt sich vom Gameplay aber leider nicht weiter. Am sinnvollsten dürfte es sein, einfach erst zu dodge'n oder zu parry'n und dann anzugreifen und genau so weiterzumachen. Das ist schade, denn gerade in einem der letzten Knife Fights fängt der Gegner an, mit Dreck zu werfen, um zu blenden. Letztendlich fühlen sich die Knife Fights für meinen Geschmack zu durchchoreographiert an.
  • Die normalen Steal Sections im Spiel sind in Ordnung, auch, wenn man viel zu schnell von Gegnern entdeckt wird und sich die Steal Section dann in einen großen Gunfight umwandelt. Ich bin jedoch kein Freund von Forced Stealth Sections. Da man mitunter sehr einfach entdeckt wird und es keine Verteidigungssysteme gibt bspw. für den Fall, dass sich der Gegner umdreht und man fast direkt hinter ihm steht. Ich hätte mir gewünscht, dass man den Gegner dann noch ausknocken kann anstatt direkt entdeckt zu werden. Die Level sind zwar in der Regel nicht so lang, haben aber mitunter sehr inkonsistent gesetzte Checkpoints.
  • Die Reitmechaniken sind in Ordnung, die Fahrmechaniken könnten allerdings besser sein. Man kann jetzt sicherlich sagen, dass das der alten Fahrzeugtechnik geschuldet ist (das Spiel spielt immerhin von 1904 bis 1907), trotzdem hätte ich mir gern ein wenig mehr Kontrolle gewünscht - gerade, weil sämtliche Fahrzeuge in dem Spiel weitab davon sind, je einen Elchtest zu bestehen. Mit ein wenig Pech sorgt das in einer bestimmten Mission dazu, dass man - aufgrund eines Fahrzeug-Flips - softlocked und die Mission neustarten muss.



Alles in Allem ist das Spiel ein fantastisches cineastisches Erlebnis, aber eben hauptsächlich das: ein "Movie-Game". Wie der Einzelne das Spiel bewertet, hängt daher ganz stark davon ab, was man von dem Spiel erwartet und auf was man Wert legt. Das sehr gute cineastische Erlebnis wird m.E. leider durchaus von dem eher mäßigen Gameplay heruntergezogen. Das Spiel bekommt daher von mir leider nur eine 7,5/10 - mit dem Zusatz, dass mich das Spiel aufgrund der Story dennoch sehr gefesselt hat und ich lieber Mafia gespielt habe als Gameplay-Titel wie Donkey Kong Bananza. Was mich abschließend interessiert: Sind die anderen Mafia-Titel ähnlich gut bzw. haben eine gleich gute Story und ggf. besseres Gameplay?
Spoiler

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The First Berserker: Khazan

Khazan hatte ich mir im Steam Summer Sale gegönnt und es tatsächlich zumindest einen Walkthrough abzuschließen. Ganz zufrieden bin ich mit dem Titel allerdings nicht. Die Boss-Kämpfe sind zwar wirklich cool gestaltet, viele der Mob-Gegner haben mitunter jedoch extrem lästige Gimmicks. Da sind bspw. Skelette, die man nach dem "Töten" noch einmal schlagen muss, damit sie wirklich tot sind (der Delay zwischen "Tod" und wirklich Tod ist jedoch lästig und sorgt für unnötige Gameplay-Verzögerungen) oder kleine Dämonen-Gegner, die beim Töten homing projectiles spawnen und damit zwecks Verteidigung dagegen unnötig Aktionszeit kosten. Dazu kommt, dass sich das Gameplay ein wenig behäbig anfühlt. Gerade Attacken könnten gern großzügiger treffen, also ein wenig mehr Range haben. Das Level-Design ist teilweise wirklich schön gelungen - insbesondere in den offeneren Gegenden und in den Schlössern, Kathedralen, etc. (gerade das Amphitheater war visuell beeindruckend); andererseits aber für das Setting auch Standardkost (Sümpfe, Verliese, zerstörte Dörfer, etc.). Gerade die sehr kompakte Bauweise ist mitunter schwer nachzuvollziehen. Seitdem Spieleentwickler die Fähigkeit des Springens erfunden haben, ist es wirklich immersionsbrechend, wenn man nicht über kleinste Erhebungen oder Hindernisse kommt und stattdessen einen langen Umweg nehmen muss. Die Story und die Charaktere könnten auf jeden Fall mehr Zeit vertragen, um sich entwickeln zu können, und ggf. auch besser inszeniert sein. Der Großteil der Charaktere wirkt dadurch leider sehr flach. Auch aus dem Grund kann ich mir derzeit keinen weiteren Walkthrough für die weiteren Enden des Spiels vorstellen. Von mir bekommt das Spiel daher eine 7/10.
Spoiler
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Alles in Allem bekommt der Titel von mir eine 8/10. Für Soulslike-Enjoyer - so habe ich es zumindest gehört - soll das Spiel allerdings GOTY-Potential haben.
Die zwei Sätze catchen mich enorm. Freu mich schon sehr darauf, selber zu spielen!
Die zwei Sätze catchen mich enorm. Freu mich schon sehr darauf, selber zu spielen!
Kannst dich ja ein wenig auf Reddit oder Twitch umsehen. Zumindest nach dem, was ich auf Reddit gelesen und von einigen Souls-Streamern gesehen habe, soll der Titel für Soulslike-Enjoyer wirklich gut sein. Das Problem ist, dass das Spiel mit dem letzten Update (1.5) ziemlich fundamental geändert wurde, weil nach Backlash aus dem Heimatmarkt China quasi Zensur betrieben wurde: Einige historische Bosse sterben nicht mehr, sondern sind nur "erschöpft" und die Soldaten der Ming-Dynastie greifen nicht mehr an. Meines Erachtens ist das ziemlich dämlich. Auf Nexus gibt's aber immerhin ein Rollback-Mod auf 1.4:
Das Problem ist, dass das Spiel mit dem letzten Update (1.5) ziemlich fundamental geändert wurde, weil nach Backlash aus dem Heimatmarkt China quasi Zensur betrieben wurde: Einige historische Bosse sterben nicht mehr, sondern sind nur "erschöpft" und die Soldaten der Ming-Dynastie greifen nicht mehr an.
Ja, das hatte ich auch gestern in nem Artikel gelesen. Richtig bescheuert. Gerade bei nem Soulslike, wo man viel Mühe aufbringt, um Boss zu legen, ist "Erschöpfung" einfach nur super lame.
Auf Nexus gibt's aber immerhin ein Rollback-Mod auf 1.4:
Ah perfekt! Merci