AnmeldenRegistrieren

Raizels Gaming-Kolumne und Kurzreviews

16. August 2025 18:53
55 Antworten
Das Problem ist, dass das Spiel mit dem letzten Update (1.5) ziemlich fundamental geändert wurde, weil nach Backlash aus dem Heimatmarkt China quasi Zensur betrieben wurde: Einige historische Bosse sterben nicht mehr, sondern sind nur "erschöpft" und die Soldaten der Ming-Dynastie greifen nicht mehr an.
Kamen die ganzen Negativen Kritiken auf Steam nicht auch aus China? Ich habe mir dazu einige Streams angeguckt, und mir ist aufgefallen das man bei Bossen immer nur ein One oder Two Hit ist, und daher die Schwierigkeit kommt.
Ja, das hatte ich auch gestern in nem Artikel gelesen. Richtig bescheuert. Gerade bei nem Soulslike, wo man viel Mühe aufbringt, um Boss zu legen, ist "Erschöpfung" einfach nur super lame.
Teilweise ist's in der Zeit fortlaufender Updates schon interessant, wie stark sich ein Spiel je nach Update unterscheiden kann. Bei Wuchang gibt's viele Stimmen dahin, dass sich das Spiel mit dem 1.5-Update wie ein anderes Spiel anfühlt. So lange das Spiel besser wird (s. Cyberpunk 2077) ist das natürlich in Ordnung, leider nur gibt's auch Fälle, in denen das Gegenteil der Fall ist... Darüber könnte man auch einen dezent langen Artikel schreiben.
Kamen die ganzen Negativen Kritiken auf Steam nicht auch aus China?
Das weiß ich ehrlicherweise nicht. Die ursprünglichen negativen Kritiken gab's meines Wissen wegen der schlechten Performance, weshalb die Kritiken durchaus berechtigt waren. Der initiale Release war technisch tatsächlich kein Glanzstück.
Ich habe mir dazu einige Streams angeguckt, und mir ist aufgefallen das man bei Bossen immer nur ein One oder Two Hit ist, und daher die Schwierigkeit kommt.
Kommt auf den jeweiligen Angriff an. Bei großen Skills kann man natürlich mit 1 bis 2 Hits sterben. Bei normalen Attacken ist das aber anders.
So lange das Spiel besser wird (s. Cyberpunk 2077) ist das natürlich in Ordnung, leider nur gibt's auch Fälle, in denen das Gegenteil der Fall ist...
Genau letzteres ist ja totaler Abturn! Ich bin eigentlich gewohnt, dass Games mit Patches reifen, aber wegen Wuchang bin ich etwas irritiert und frage mich, ob ich jetzt ein Game nicht doch lieber früher spielen soll, bevor es kaputtgepatcht wird

Mario Kart World

Das Spiel macht Spaß, ist allerdings - zumindest long-term - auf den Online-Part angewiesen. Es gibt diverse schöne Strecken (gerade Rainbow Road gefällt mir sehr); der Großteil der Strecken kann allerdings bei Weitem nicht mit den ikonischen Strecken bspw. der N64-Ära mithalten. Neu ist, dass es neben den klassischen Rundkursen auch Strecken mit bestimmten Start- und Endpunkt gibt, um die Open World auszunutzen und um Strecken miteinander verbinden zu könne. Es gibt zwar diverse Fans innerhalb der Community, denen das nicht gefällt; ich persönlich empfinde das allerdings als gute Abwechslung. Die Skill Ceiling in dem Spiel ist enorm. Durch Minisprünge, Rampen, Wallriding und Railgrinding lassen sich diverse Strecken stark abkürzen. Das Gameplay kann also sehr vielfältig sein - wenn man denn will und insbesondere, wenn man es lernen möchte. Notwendig ist es zumindest, wenn man den spaßigsten Modus des Spiels spielen will: die Online Knockout Tour mit anderen Spielern, bei der man durch diverse Rennen fährt und mit jedem Checkpoint jeweils eine bestimmte Anzahl an Spielern eliminiert wird. Etwas unterwältigend ist leider die Open World. Diese besteht leider hauptsächlich aus diversen Collectables und kleineren Challenges, die den Spieler zwingen, das Spiel näher zu erlernen. Alles in Allem hoffe ich, dass Nintendo hier noch mehr Content nachliefern wird - gern auch zusätzliche Charaktere, da das Character Roster auf Charaktere aus dem Mario-Franchise reduziert worden ist, man also bspw. nicht mehr Link spielen kann. Von mir bekommt das Spiel eine 8/10 - allerdings mit Tendenz nach oben.
Spoiler
20250607205349-01JX5VKAXPQ9075KX59VRK3PJ1.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205349-01JX5VM1REBXWXNTRW3GTSM60P.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205349-01JX5VMW4E11MZKHE11NBX7XNX.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205407-01JX5VQMDAKHPZ4TK958P65XJ1.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205407-01JX5VR4EKYYVFQH27VWD10K1W.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205407-01JX5VRDK4TVFVBF9DG4BK0GVF.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205407-01JX5VSBXA12PM8K7BABRQ5KVM.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205407-01JX5VSWNSV04P2WX7KEKPGW98.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205415-01JX5VNVGW2ZBV2T15FPH5445B.webp._xfImport[/ATTACH]20250607205415-01JX5VPFR0X8BKQMVKPK5JYC8K.webp._xfImport[/ATTACH]

Clair Obscur: Expedition 33

Das Spiel ist für mich als JRPG-Fan absolut fantastisch und meiner Meinung nach (ohne die JRPGs aus dem Hause Atlus schmälern zu wollen - die Spiele sind fantastisch (insbesondere Metaphor ReFantazio), spielen aber nicht auf demselben Produktionsniveau) das erste große Magnum Opus seit Final Fantasy X - eine klare 10/10 also. Im Einzelnen: Das Spiel ist erfreulicherweise wie ein klassisches PS1- bzw. PS2-JRPG aufgebaut. Es bietet mehr oder minder lineare Level mit einigen Abzweigungen zum Erkunden und für optionale Bosse und eine "offene" Oberwelt, die sich nach und nach öffnet und ebenfalls optionale Bosse und Areale bietet. Gerade, wer klassisches Final Fantasy mag (insbesondere die goldene PS1-Ära mit FF VII, VIII und IX), wird sich hier direkt zurecht finden. Die Story ist wie ein typisches (Regel-) Drama aufgebaut, bietet so einige unerwartete Wendungen, gutes Character Writing (das durch sehr gute Animationsarbeit und Voice Acting noch unterstützt wird und die Charaktere sehr authentisch wirken lässt) und viel Emotionen (diverse VTuber-Damen, die ich das Spiel streamen haben sehe, sind direkt im Prolog als auch am Ende von Akt I in Tränen ausgebrochen). Zusammen mit der unfassbar guten Musik und dem fantastischen Art Style sorgt das Spiel damit für sehr melancholische Atmosphäre. Die Story und die Atmosphäre erinnern hierbei u.a. an Titel wie Final Fantasy X, Xenogears oder NieR (Automata).
Spoiler
Gerade das bittersweet ending lässt starke FF X Vibes aufkommen - gerade das Ending, das ich als Realismus / "Grow up, kiddo" Ending bezeichnen würde. Hierbei ist es fast schon qualvoll zuzugeben, dass genau dieses Ende wohl das "gute" Ende ist, während beim anderen Ende quasi ein eigenes Gruppenmitglied zum Villain wird.
Das Gameplay ist ebenfalls gute traditionelle JRPG-Kost - mit einigen Twists. Das turn-based Kampfsystem erinnert einerseits zwar stark an Spiele wie klassisches (ATB-) Final Fantasy (bis hin zu einschließlich X) oder Persona, ist dank den QTEs und dem Dodge/Parry-System aber auch von Spielen wie Legend of Dragoon, Shadow Hearts und - man mag es kaum glauben - Souls(likes) inspiriert worden. Jeder Charakter hat seine Besonderheiten und lässt sich individuell skillen. Das Picto/Lumina-System sorgt für strategische Auswahl. Das Kampfsystem vereint damit das beste aus allen (JRPG-) Welten und wirkt dabei nicht etwa wie eine Copycat, sondern sehr authentisch. Abseits von Combat haben mir auch einige der Minispiele sehr gefallen - insbesondere zwei der Strand-Minispiele waren ziemlich cool: einerseits ein kurzes Jumping Puzzle, andererseits eine kleine Version von "Only Up". Alles in Allem kann ich das Spiel jedem JRPG-Fan ans Herz legen. Für einen JRPG-Fan ist das Spiel definitiv ein Must Play und ein Magnum Opus, das heutzutage in dem Genre seinesgleichen sucht - und sorgt dank seinen Inspirationsquellen für ein wundervolles Gefühl von Nostalgie, ohne gleichzeitig antiquiert zu wirken.
Spoiler
20250426005342_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250426133912_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250426154556_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250426222707_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250427135009_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250427174228_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250427175527_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250504175525_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250511151940_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250511161053_1.webp._xfImport[/ATTACH]

Assassin's Creed Shadows

...ist leider kein zweites Ghost of Tsushima. Das Spiel sieht - ehrlicherweise - umwerfend aus. Gerade die Naturszenen sind aufgrund der schieren Masse an Foliage, Movement der Pflanzen und sich bewegender Elemente wie Tiere oder Blüten, Blätter, pp. atemberaubend. Das Spiel fordert dafür aber auch entsprechend potente Hardware. Dennoch muss ich zugeben, dass mir die stylisierte Grafik eines Ghost of Tsushima mehr gefällt, denn das Spiel sieht ohne grafische Hilfe ein wenig ausgewaschen aus. Am liebsten wäre es mir daher, wenn man den "Contrast"-Filter aus dem Fotomodus über das Spiel stülpen könnte, damit die Farben kräftiger wirken. Ansonsten ist das Spiel "same old, same old" anstatt einer Neuerfindung. Man merkt dem Spiel die krasse Identitätskrise an, in der sich die IP seit Langem befindet. Das Gameplay ist "fine", aber auch keine Offenbarung und entwickelt sich auch kaum weiter. Parkouring fühlt sich ziemlich stiff an und die Entscheidung, Teilen des Parkourings Style over Substance auszusetzen, kann ich nicht nachvollziehen. Combat selbst ist krass unbalanciert. Während Combat mit Yasuke quasi Spielen im Cheat Mode ist, wirkt Combat mit Naoe mitunter, als ob man mit einer wet noodle zuschlagen würde. Zumindest kann man im Gameplay-Menü One-Hit-Assassinations aktivieren (also ein "richtiges" Assassin's Creed spielen), auch wenn das Spiel und dessen Skillsystem dafür eigentlich nicht ausgelegt ist - Open-World RPG beißt sich immer noch ganz offensichtlich sehr stark mit Stealth Assassination Gameplay. Dazu kommen weitere Schwächen. So ist das Fehlen von Time Manipulation unakzeptabel, weil das Spiel bei Nacht tatsächlich dunkel ist und die Tages- sowie die Jahreszeit fundamentale Auswirkungen auf das Gameplay hat. Die Open World ist zu groß und sorgt - gerade dadurch, dass man aufgrund der bergigen und gebüschigen Landschaft gezwungen ist, fast ausschließlich die Hauptverkehrswege zu nutzen - für krasse Downtimes. Die Story ist recht trocken, vorhersehbar und langweilig. Die Open World lebt von der Grafik des Spiels und der Natur. Die Städte sind bislang recht langweilig. Im Übrigen gibt es auch den ubisofttypischen Bloat. Ansonsten fühlt sich Shadows wie ein Spiel an, das man schon einmal gespielt hat. Es ist kein Spiel, das mich fesselt. Alles in Allem bekommt das Spiel von mir (gerade noch so) eine 6/10 - und ist das einzige Assassin's Creed, das ich nicht abgeschlosen habe. Ubisoft ist mit dem Setting zu spät dran und hat mit Titeln wie Ghost of Tsushima zu starke Konkurrenz.
Spoiler
2025_03_21_11_27_46.webp._xfImport[/ATTACH]2025_03_21_15_12_20.webp._xfImport[/ATTACH]2025_03_22_18_20_41.webp._xfImport[/ATTACH]2025_03_23_00_48_26.webp._xfImport[/ATTACH]2025_03_24_00_03_22.webp._xfImport[/ATTACH]20250323001109_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250323135558_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250323163442_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250323175408_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250323190023_1.webp._xfImport[/ATTACH]

Assassin's Creed Shadows

Vielleicht sollte ich das vorziehen, bevor GoY erscheint. Andererseits ist es ein Ubi-Brocken und auch noch ähnliches Setting. Hab die Sorge, dass ich nach Shadows, so gar kein Bock mehr auf GoY haben werden.
Vielleicht sollte ich das vorziehen, bevor GoY erscheint. Andererseits ist es ein Ubi-Brocken und auch noch ähnliches Setting. Hab die Sorge, dass ich nach Shadows, so gar kein Bock mehr auf GoY haben werden.
Ich würd's nicht machen. Außer der digital photography war das Spiel für mich die reinste Zeitverschwendung. Selbst, wenn du nur die Story machst, wirst du einige dutzend Stunden reinstecken müssen - gerade, weil es ein RPG ist und du im Zweifel Level grinden musst. Ich würde dir dann tatsächlich empfehlen, einfach eine Shop-Armor zu kaufen, damit du mit Gear ausgesorgt hast und keinen Open World Bloat machen musst.

Dynasty Warriors Origins

Was soll man sagen? Der aktuellste Mainline-Titel der Serie macht vieles richtig - und vieles wird extrem kontovers sein. Das Spiel macht unglaublich viel Spaß. Sich auf riesigen Schlachtfeldern zu befinden, gerade in den großen Massenschlachten zusammen mit dem Klang der Kriegstrommeln, ist ein geiles Gefühl - erst recht, wenn man tausende Gegner niederschnetzeln kann. Die Verbesserungen des Kampfsystems sind sehr gelungen und das Spiel fühlt sich nicht mehr nach kopflosem Button Mashing an. Die Inszenierung ist ebenfalls sehr gut gelungen und es ist immer wieder eine Freude, eine der turbulentesten und interessantesten Epochen der chinesischen Geschichte zu erleben. Das Spiel hat aber nicht nur ein, sondern gleich zwei große ABER: Einerseits gibt es keinen richtigen "Free Mode" mehr, bei dem man sich aussuchen kann, welche Schlachten man bestreiten möchte, um somit ggf. seinen Charakter durch Grinding zu leveln. Andererseits spielt man wirklich nur noch einen einzigen Charakter - wenn auch mit mehreren Waffen und deren Movesets. Bei einer Reihe, in der es sonst bis zu 100+ spielbare Charaktere mit Unique Movesets gab, ist das durchaus ein erheblicher Wermutstropfen - gerade, wenn man bereits seine Lieblingscharaktere hatte, auf die man sich gefreut hat. Ob das wirklich sehr gute Gameplay das kompensieren kann, dürfte im Auge des jeweiligen Spielers liegen. Zumindest für mich ist das umso bedauerlicher, weil dadurch einerseits Replayability verloren geht und andererseits, weil Dynasty Warriors Origins wirklich eine Origins Story ist, in der diverse Charaktere der Serie nicht vorkommen und man daher ohnehin schon ein beschränktes Character Roster hätte. Das Spiel hat die Vorwehen der Ära der Three Kingdoms (220 bis 280) - eine der interessantesten Epochen der chinesischen Geschichte (Romance of the Three Kingdoms ist nicht umsonst eine der vier traditionellen chinese classics) - als Setting und begleitet die drei großen Kriegsherren Cao Cao (Wei), Liu Bei (Shu) und Sun Jian (und dessen Nachfahren; Wu). Den Anfang macht die Entstehungsgeschichte der Yellow Turban Rebellion an (184). Das Spiel mündet in einer der ikonischen Schlacht von Chibi (Red Cliffs; 208 - wurde in einem sehr sehenswerten (gleichnamigen) Monumentalfilm von John Woo verfilmt) - weshalb leider auch diverse der ikonischen Schlachten der Serie fehlen, bspw. die Schlacht um die Wuzhang Plains, die Schlacht um Hefei Castle oder die Schlacht in Yiling. Auch fällt die gesamte Ära der drei Königreiche weg sowie die Mündung in die Jin-Dynastie. Im Großen und Ganzen ist Koei mit dem Spiel bislang aber ein überraschend guter Ableger gelungen, der qualitativ im Vergleich zum Rest der Serie stark zugelegt hat. Der Gameplayloop mit dem Kampfsystem, das man in etwa als Hybrid zwischen Hack 'n Slay und Character Action Game bezeichnen kann, macht einfach unfassbar viel Spaß. Dynasty Warriors war immer eher eine 7/10 guilty pleasure, die durch den mad fun der Massenschlachten punkten konnte. Origins bekommt von mir allerdings - dank den qualitativ hochwertigen Verbesserungen - eine 8/10.
Spoiler
20250114235220_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250118000247_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250118204144_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250119011656_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250119191429_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250119200331_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250120003309_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250120213858_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250123002054_1.webp._xfImport[/ATTACH]20250123220558_1.webp._xfImport[/ATTACH]