Raizels Gaming-Kolumne und Kurzreviews
16. August 2025 18:53
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Bei Alan Wake 2 habe ich jede Sekunde genossen. Mir ist das Backtracking gar nicht aufgefallen. Liegt aber daran, dass mich das Game eingesaugt hat. Die Atmosphäre, die Grafik, die Story, einfach alles hat meinen Nerv mit voller Wucht getroffen!
Boa, was bin ich jetzt schon auf Control 2 und Max Payne Remake gehypet!
Black Myth: Wukong
Es gibt diverse Teile an dem Spiel, die ich absolut liebe. Es gibt aber leider auch einige Abschnitte, die frustrierend sein können. Das liegt insbesondere daran, dass sich der Schwierigkeitsgrad tlw. ein wenig inkonsistent anfühlt. Der Großteil der Gegner ist sehr gut gestaltet. Es gibt jedoch auch einige Gegner, die dezent ätzend sein können - gerade bei der Länge einiger Bosskämpfe. Das ist m.E. aber auch die einzige Schwäche des Spiels. Das Spiel sieht ansonsten phänomenal aus; bei Nutzung von Frame Generation ist Input-Lag allerdings spürbar. Das Kampfsystem macht Spaß und man hat dank einer Vielfalt an Skills auch viele Handlungsmöglichkeiten. Ansonsten überzeugt das Spiel in allen Bereichen: Die Inszenierung ist perfekt. Das Spiel sieht genauso aus, wie ich mir chinesische Mythologie vorstelle - gerade in den wäldlichen Bereichen. Die Natur ist unfassbar gut dargestellt, die Tempelanlagen sind atemberaubend, die Charaktere, Bosse pp. sehen umwerfend aus. Das Spiel hat zudem auch eine sehr gute Story, bei der man jedoch berücksichtigen muss, dass ihr einge typisch (antik-) chinesische Erzählweise zugrunde liegt. Die Musik - und insbesondere die Musikvideos zwischen den Kapiteln - ist sehr gut - gerade im zweiten Kapitel ist die Musik mit dem Sanxian (das, was sich in Japan später zum Shamisen entwickelt hat) ziemlich cool. Der Mix zwischen Design, Musik und der graphical fidelity des Spiels sorgt dafür, dass der sehr lineare Aufbau des Spiels (und damit Beschränkungen bei hidden secrets) kaum auffällt. Abseits von einigen frustrierenden Passagen hat mir das Spiel insgesamt sehr gut gefallen. Auch, wenn es eigentlich nicht ins Gewicht fallen sollte: Es ist zudem ein komplettes, ohne erhebliche Probleme funktionierendes Spiel auf AAA Niveau ohne Nebenkosten für 60 EUR. Für das erste Spiel eines chinesischen Entwicklers aus einem (Heimat-) Markt, der sonst von mobile Gaming oder Gaming in Internet-Cafés bestimmt wird, ist das Spiel daher ein herausragender Erfolg. Für mich ist das Spiel eine 9,5/10.Spoiler
Kein Game hat einen größeren Ordner mit mehr Screenshots, als Wukong!
Die werden mit der Zeit noch hier im Screenshot Thread peu a peu gestreut
Stellar Blade
Zusammen mit Black Myth: Wukong mein GOTY 2024. Das Spiel hat mich zwar nicht mit demselben Gefühl zurückgelassen wie Meisterwerke wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time oder Majora's Mask oder NieR Automata, ist aber trotzdem ein fantastisches Spiel und bekommt von mir "nur" eine 9,5/10. Als erste große Produktion von Shift Up reiht sich das Spiel in sehr gute Erstlingswerke wie das vorbenannte Black Myth ein. Dass Entwickler, die sonst nur Gacha Games entwickeln, den Gewinn daraus für sehr gute Single Player Games nutzen, darf sich m.E. gern zum Trend werden. Charaktere/Story: Die Story ist zwar auf keinem Fall auf dem selben Level wie Ausnahme-Ereignisse à ka NieR Automata, aber dennoch solide und deutlich besser als das, was man sonst im weichgespülten AAA-Bereich sieht. Man merkt der Story zwar an, was als Inspirationsquelle diente, das ist m.E. aber gar kein Problem. Die Charaktere könnten besser geschrieben sein, erleben ihrerseits ihrerseits aber ausreichend Character-Progression. Das ist zwar aufgrund der relativ kurzen Länge des Spiels nicht auf dem Level, das ein NieR Automata mit seinen fünf Walkthroughs zum best ending aufbauen kann, aber dennoch ausreichend, um die wichtigsten Charaktere gut genug darzustellen. Eve - also der spielbare Hauptcharakter - selbst ist leider - aufgrund ihrer Herkunftsgeschichte - wie ein weißes Blatt konzipiert und kann daher ein wenig langweilig wirken. Das wirkt leicht paradox, weil einer der Antagonisten der wohl am besten geschriebene Charakter im Spiel ist.Spoiler
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Spoiler
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Bei mir sind's Wukong und Stellar Blade. Die Landschaften in Wukong und vor Allem die antik-chinesische Architektur sind wirklich atemberaubend. Ich hoffe sehr, dass sich Entwickler von dem Worldbuilding eine Scheibe abschneiden.Kein Game hat einen größeren Ordner mit mehr Screenshots, als Wukong! Die werden mit der Zeit noch hier im Screenshot Thread peu a peu gestreut
So...
14 Spiele müssen für den Anfang erst einmal reichen. Vielleicht geht's am nächsten Wochenende weiter. Ich habe noch etwas mehr als ein Dutzend Spiele, zu denen ich dank Screenshots pp. noch etwas nachliefern kann. Danach wird's Zeit für neue oder bislang nicht gespielte Spiele. Für ein Spiel müsste ich das Spiel ohnehin noch einmal für bessere Screenshots durchspielen. Ich brauche definitiv mehr Zeit für Gaming.
Ich hoffe, dass ich im Oktober dazu komme, monatsgetreu diverse Horror-Spiele zu spielen. Zumindest kommt Ende September Silent Hill f und wird hoffentlich als guter Spooktober-Einstieg dienen können.
Donkey Kong Bananza
Ich hab's jetzt endlich geschafft, das Hauptspiel von Donkey Kong Bananza abzuschließen. Das Spiel bietet diverse schöne Spielwelten. Grafik und Performance sind in Ordnung. Die Story ist... weird... und passt nicht wirklich in den Kanon. DK trifft eine junge Pauline und hat die Mission, in den Erdkern vorzudringen und das heilige Banadium zu finden, bevor die Widersacher das schaffen. Als Vehikel für das Gameplay ist die Story völlig in Ordnung. Das Problem: Sie retconned den DK/Mario-Kanon, in Pauline eigentlich die Dame ist, die Mario vor DK rettet. Den meisten Spielern dürfte das aber egal sein, denn der essentielle Part an einem Platformer ist zu 99 % das Gameplay. Environmental Destruction ist cool as fuck. Der Akt der ungebremsten Zerstörungswut sorgt für ein wohliges Befriedigungsgefühl. Die Möglichkeit, so viel von der Spielwelt zu zerstören in Verbindung mit den Gameplay-Option und den Transformationen sorgt auch dafür, dass man - outside the box - die vom Entwickler vorgesehenen Lösungsvorschläge umgehen kann. Ich persönlich begrüße es immer sehr, wenn das in Spielen möglich ist. Die Kehrseite: Mitunter kann sich das Spiel devfinitiv zu einfach anfühlen. Das Gameplay ist also grundsätzlich sehr gut, aber das Spiel hat auch Schattenseiten. Man merkt leider, dass das Spiel von den Super Mario Odyssey Entwicklern gemacht worden ist. Ich persönlich bin kein Freund davon, hunderte der Main Collectibles in ein Spiel zu packen. Das sorgt - in Kontrast zu bspw. Super Mario 64 - dazu, dass sich die Main Collectible beliebig anfühlt und nicht mehr besonders. Es schreckt mich auch davon ab, das Spiel noch einmal zu spielen. Dasselbe Problem hätte ich bspw. bei Super Mario 64 oder den anderen der älteren 3D Mario Spielen nicht. Dazu kommt, dass sich die diversen Level durch bestimmte Gimmicks auszeichnen. Die sind mitunter schon cool, mitunter aber auch lästig. Letztendlich finde ich persönlich auch, dass das Spiel hätte ein wenig kürzer sein können, denn am Ende habe ich diverse optionale Challenges ausgelassen und habe derzeit auch nicht vor, den Post-Game-Content zu machen. Das Spiel ist - zumindest meines Erachtens nach - definitiv nicht perfekt. Von mir bekommt Donkey Kong Bananza daher "nur" eine 9/10.Spoiler
The Legend of Zelda: Majora's Mask
"You've met with a terrible fate, haven't you?"
Majora's Mask ist eines der besten Spiele aller Zeiten und vom Gamedesign her - selbst 25 Jahre nach Release - dank der Timeloop-Mechanik immer noch revolutionär - ein wahres Masterpiece also, eine "over 9.000 out of 10". In Majora's Mask spielt Link ausnahmsweise nicht den typischen Monomyth-Helden, sondern die Rolle eines Heilers - ein Heiler, der das Land und die Seelen seiner Bewohner heilt und vor dem Fall des Mondes retten soll. Hierbei sind wir auch direkt bei eine der größten Stärken des Spiels: Dem Land und seine Bewohner. Majora's Mask spielt ausnahmsweise nicht in Hyrule, sondern in Termina (von Terminal - also passend zur Prämisse des Spiels einem Ort, das nur als Zwischenstopp dient), einem wundervollen und mitunter schaurig schönen Schauplatz. Gerade das düstere Ikana ist eines meiner Lieblingsgebiete nicht nur in Zelda, sondern in Spielen allgemein. Die Fan-Theorien um Ikana ranken sich um Allerlei - [URL=' hin zu Theorien, dass die königliche Familie von Ikana einen interdimensionalen Krieg gegen Hyrule geführt hat[/URL].
Das Spiel dreht sich - anders als andere Zelda-Spiele - hauptsächlich um die Bewoner von Termina und weniger um die Reise des Helden und die Weiterentwicklung in Dungeons. Das Spiel bietet dementsprechen auch (leider) nur vier Main Dungeons - einschließlich einem meiner Lieblings-Dungeons in der gesamten Serie: Stone Tower Temple. Das tut dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch, weil es vielmehr darum geht, mit den Charakteren des Spiels zu interagieren und ihre Sidequests zu absolvieren. Gerade Anju & Kafei ist die wohl ikonischste Sidequest der gesamten Zelda-Reihe und auch "Ranch Defense" ist legendär. Man erlebt hautnah die Schicksale diverser Charaktere und wie sie die eigene Panik und Verzweiflung vor dem kommenden Mondfall erleben. Gerade auch Charaktere wie Pamela und ihr Vater sind besonders tragisch.
Abseits von der Story ist das Gameplay typisches 3D Zelda und damit Top Tier. Hinzu kommt allerdings eine der besten Designentscheidungen, die ich je im Gaming gesehen habe: Transformationsmasken. Die sorgen einerseits dafür, dass das Gameplay sehr facettenreich ist und andererseits für sehr spaßige Arten der Fortbewegung. Gerade Goron Rolling und Zora Swimming sind die besten Fortbewegungsarten in der gesamten Zelda-Reihe - und das selbst trotz Fortbewegungsmitteln wie dem Hover Bike aus Tears of the Kingdom.
Majora's Mask kann man mittlerweile auf mehrere Arten spielen: Entweder über Nintendo Online auf der Switch (2), per Emulator oder aber in der dekompilierten Version 2Ship2Harkinian (erlaubt die Nutzung des (U) HD Texture Packs MM Reloaded) oder in der rekompilierten Version Zelda64 Recompiled. Die beiden letztgenannten Möglichkeiten setzen voraus, dass man eine eigene ROM des Spiels mitbringt; für Zelda64 Recompiled habe ich mich für diesen Walkthrough entschieden. Zelda64 Recompiled bietet neben dem Support von (U) HD Texture Packs wie dem von Nerrel auch Modsupport, der u.a. diverse QoL-Features liefert. Dazu kommt auch ein (bislang noch sehr oberflächlicher) Randomizer, Features wie Sword Beams, Gloom Mode und weitere grafischen Verbesserungen. Dank den Mods war es mir u.a. möglich, einen "All Masks Run" in etwa 10 Stunden abzuschließen.
Wer Majora's Mask "Vanilla" spielen will, dem kann ich Zelda64 Recompiled nur empfehlen - vor Allem, weil weitere Verbesserungen wie eine neue Grafikengine für bessere Texturen oder ein Mario Mask Mod kommen sollen. Der - wie erwähnt: leider sehr oberflächliche - Randomizer ist solide, kann aber bei Weitem nicht mit dem Featureset des herkömmlichen, für Konsole bzw. Emulator gedachten Randomizer von Zoey oder dem phänomenalen OoTMM Randomizer, der Ocarina of Time und Majora's Mask in ein einziges Spiel kombiniert (!!!), mithalten.
Spoiler
Hell is Us
Hell is Us ist auf erfrischende Art und Weise anders: ein frisches Setting gepaart mit nicht-händchenhaltendem Gameplay sorgt für ein sehr empfehlenswertes Mystery-Erlebnis. Das Spiel dreht sich um Remi, einen UN Peacekeeper, der während eines Einsatzes in einem fiktiven Land namens Hadea AWOL geht, um seine Eltern zu finden, die ihn während seiner Kindheit aus dem Land geschmuggelt haben. Remi findet sich inmitten eines Landes, in dem sich die Bevölkerungsgruppen seit mehr als 1.000 Jahren aus ethnischen und religiösen Grüden gegenseitig umbringen und das jetzt erneut im Bürgerkrieg versunken ist. Das Land wird allerdings nicht nur vom Bürgerkrieg heimgesucht, sondern auch von paranormalen Wesen, die sich nicht mit herkömmlichen Waffen bezwingen lassen. Erfrischend ist hierbei, dass das Spiel nicht mit einem Exposition Dump startet, sondern man die Story nach und nach erlebt und sich die Story und die Lore des Spiels selbst zusammensammeln muss. Das Setting selbst ist unfassbar atmosphärisch umgesetzt und wohl die größte Stärke des Spiels. Wie bereits beschrieben, spielt das Spiel in einem fiktiven (europäischen) Land, in dem sich die ethnischen und religiösen Gruppen seit mehr als einem Jahrtausend gegenseitig umbringen und in dem jetzt Bürgerkrieg herrscht. Dazu kommen paranormale Kreaturen und eine gewisse Art paranormale Magie. Auf der einen Seite sieht man die Grauen des Bürgerkriegs - Sirenengeheul, Bombeneinschläge, Massengräber, tote und verstümmelte Menschen einschließlich Kinder, aufgehangene Menschen - und auf der anderen Seite beeindruckende und tlw. paranormale Ruinen, Tempel- und Höhlenanlagen. Man hat einerseits also ein sehr gut umgesetztes Bürgerkriegsfeeling (gerade in urbanen Gegenden) und andererseits kommen starke Indiana Jones/Tomb Raider Vibes auf, die zusammen für ein sehr gutes Mystery Thriller Erlebnis sorgen. Das Gameplay besteht einerseits aus dem investigativen Teil und andererseits aus Combat. Der investigative Part besteht neben dem Verfolgen der Haupt-Story auch aus Nebensträngen wie das Aufklären von Mysteries oder das Erledigen von "Good Deeds", um der geschundenen Bevölkerung zu helfen. Im Spiel gibt es ausdrücklich keine Karte, keinen traditionellen Questlog und keine Questmarker. Das Spiel lenkt einen zwar dennoch subtil in die richtige Richtung und man hat ein Investigationsjournal; das Spiel ist also deutlich weniger hand-holdy als andere Spiele. Das sorgt tatsächlich für ein stärkeres Maß an Immersion, kann aber auch frustrierend sein, wenn man gerade planlos ist oder Hinweise falsch deutet oder schlicht vergessen hat. Mir persönlich hat's sehr gut gefallen und ich bin dank Zelda Randomizer ohnehin gewohnt, Notizen anzufertigen; es dürfte bei vielen (gerade Casual-) Spielern aber eine sehr kontroverse Design-Entscheidung sein. Combat war für mich nicht der Hauptfokus des Spiels und ist ohnehin eines seiner schwächeren Elemente. Viele haben das Kampfsystem mit Soulslikes verglichen. Ob der Vergleich zutrifft, ist fraglich. Ist jedes Kampfsystem, das Blocken und Parieren bietet, automatisch ein Soulslike? Man hat daneben zumindest verschiedene Waffen, paranormale Quasi-Magie, eine Drohne, die man ihrerseits für weitere Skills nutzen kann und ein "Healing Pulse"-System, das - ähnlich wie bei QTE - bei zeitlich richtig getätigtem Button-Press ein wenig HP wiederherstellt. Das Kampfsystem wirkt insgesamt ein wenig janky und die Gegnervielfalt ist beschränkt, dennoch reicht es als Gameplay-Element aus, um den investigativen Gameplay-Loop zu brechen und für Abwechslung zu sorgen. Dieses Spiel im Besonderen spielt man ohnehin nicht hauptsächlich für Combat. Technisch ist das Spiel m.E. sehr gut gelungen und eines der wenigen UE5-Titel, das selbst bei Launch problemlos funktioniert. Ich konnte zumindest mit meinem 5800X3D und meiner 4080 keinen Stutter erleben und habe bei DLSS-Q und FG durchgängig über 80 FPS auf max. settings. Grafisch ist das Spiel wirklich schön und bietet mitunter wundervolle Vistas. Alles in Allem hat das Spiel seine Schwächen und ist daher nicht perfekt. Dennoch hat mir das Spiel sehr gut gefallen und ich kann es gerade aufgrund des Settings nur weiterempfehlen. Bei einem Preis von "nur" 50 EUR und einer moderaten Spielzeit von 25 bis 30 Stunden kann man das Spiel allerdings auch mitnehmen, ohne eine Niere verkaufen und ohne eine Langzeitverpflichtung eingehen zu müssen. Von mir bekommt das Spiel eine 8,5/10.Spoiler
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