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Thema Raubkopieen

24. September 2026 14:21
73 Antworten
Angenommen du besitzt ein Auto oder eine Waschmaschine. Wenn ich eine Kopie von deinem Auto oder deiner Waschmaschine erstelle, und diese dann nutze, während du dein Auto und deine Waschmaschine noch immer selber in deinem Besitz behältst und nutzen kannst - hab ich dann eigentlich wirklich etwas "gestohlen" von dir bzw. würde dich das überhaupt stören oder beeinträchtigen? Ich denke nicht.
Verstehe die Analogie nicht. Hier sind Entwickler am Werk, die damit ihr Brot verdienen. Jeder nicht getätigte Kauf an dessen Stelle ein Diebstahl folgt, bedeutet weniger Geld und somit Gefahr für Fortbestand des Studios.
Ich würde in deinem Laden niemals auch nur eine Lizenz kaufen, egal zu welchem Preis. Ob ich nun eine Kopie erstelle oder nicht, hat also auf deinen Laden oder dich absolut Null Einfluss. Leute die nicht für Spiele bezahlen können oder wollen, werden das nicht tun.
Woher will man wissen, ob sie es nicht gekauft hätten, wenn sie nicht die Möglichkeit hätten, es zu stehlen? Und damit meine ich jetzt nicht, irgendwelche Teens aus wirklich einkommensschwachen Ländern aus dem globalen Süden. Dazu zählt nämlich hier keiner.
Deswegen ist auch der Schaden durch Kopien bei weitem nicht so hoch wie es von manchen immer behauptet wird.
Darüber gab es eine Studie. Es gab 20% Einbruch im Gesamtumsatz, wenn ein aktuelles Game früh geknackt wird. 20% ist ziemlich hoch. Davon ab, hat es für mich eine moralische Komponente. Diebstahl ist in meiner Welt ein Verbrechen, selbst wenn es nur einen kleinen, winzigen finanziellen Schaden hinterlässt. Vielleicht scheiden wir uns hier aber sehr stark.
Verstehe die Analogie nicht. Hier sind Entwickler am Werk, die damit ihr Brot verdienen. Jeder nicht getätigte Kauf an dessen Stelle ein Diebstahl folgt, bedeutet weniger Geld und somit Gefahr für Fortbestand des Studios.
Weil du es aus einem falschen Blickwinkel siehst. Fakt ist: Leute die kein Geld haben für Spiele oder einfach nicht kaufen wollen, werden das nicht tun. Bei einer kostenlosen Kopie haben sie aber die Möglichkeit das Spiel kennen zu lernen und zu entdecken. Zusätzlich haben sie keinen Kopierschutz der unnötig die Leistung beeinträchtigt. Wenn das Spiel dann wirklich so gut ist wie erhofft, kann man den Entwickler später immer noch unterstützen und zB im Sale kaufen. Ich habe in den letzten 10 Jahren vielleicht 15-20 Vollpreisspiele gekauft. Von Studios wo ich weiß dass es ein gutes Produkt werden wird. Diese unterstütze ich. Qualität gewinnt am Ende immer. Gute Spiele verkaufen sich zu 99% auch gut. Aber ansonsten würde ich niemals die Katze im Sack kaufen, vor allem in der heutigen Zeit. Wenn es keine Kopie gäbe, würde ich die Spiele also niemals spielen oder beachten. Durch die Kopie kann ich mir das Spiel aber ansehen und dann gegebenfalls doch noch den Entwickler bezahlen. Das bedeutet die Chance dass ich einen Entwickler für seine Arbeit bezahle ist durch die Kopie durchaus gegeben. Aber ohne Kopie würde ich zu 100% das Spiel nie spielen oder beachten. Also ein Win-Win für jeden.
@Chibs steht halt noch die Frage im Raum, wie viele das wirklich so machen und wie viele wirklich einfach nur Games Day One ständig stehlen, ohne je dafür zu bezahlen.
@Chibs steht halt noch die Frage im Raum, wie viele das wirklich so machen und wie viele wirklich einfach nur Games Day One ständig stehlen, ohne je dafür zu bezahlen.
Dazu müsste es umfangreiche kompetente Studien und Umfragen geben. Es kann in die eine Richtung gehen, aber auch in die andere. Wenn ich jetzt nur für mich selbst spreche, dann kann ich dir garantieren dass ich sehr viele Spiele entdeckt habe die ich sonst nie beachtet oder jemals gespielt habe. Durch die Möglichkeit des Testens habe ich aber viel Spaß gehabt und am Ende das Spiel gekauft bei Steam. Das betrifft etliche Games über Jahrzehnte.
[JUSTIFY]Ich sehe die Problematik deutlich eher wie @Chibs . Das Problem ist, dass die derzeitige Rechtslage, die stark von der Verwertungsindustrie geprägt wurde (man erinnere sich bspw. an die Proteste gegen die EU-Urheberrechtsreform 2019 ("Artikel 13"), die nichts gebracht haben, einerseits und ein nicht öffentliches, inoffizielles Treffen der EU-Kommission und Yves Guillemot, das die Stop-Killing-Games-Petition erledigt, andererseits), ganz offensichtlich zugunsten der Verwertungsindustrie unausgeglichen ist. Floskeln wie "if buying isn't owning, piracy isn't stealing" gibt es nicht ohne Grund. Wir leiden - wie bereits beschrieben - unter einem krassen Ungleichgewicht in Sachen DRM. Uns werden volle Kaufpreise abgeknöpft, erhalten dafür aber nur (temporäre) Mietsachen anstatt Eigentum. Wäre die Rechtslage ausgeglichen und würden Lizenzen im digitalen Entertainment-Bereich vernünftig ausgestaltet sein, also so, dass der Lizenzgeber Lizenzen nicht grundlos entziehen kann und man in der Lage ist, eigene (erworbene) Lizenzen weiterverkaufen zu können, sähe die Lage sicherlich anders aus, weil digitale Lizenzen dann deutlich eher wie physisches Eigentum aufgebaut wären. Die Realität sieht allerdings anders aus - insbesondere bei monopolartigen Plattforminhabern. Sony ist damit bspw. schon wieder einmal in diesem Jahr aufgefallen. Zudem möchte ich auch das zweite Argument aus @Chibs 's Beitrag # 8 aufgreifen: Kopierschutz sorgt nachweislich dazu, dass Spiele mitunter deutlich schlechter performen. Piracy kann schlicht auch bedeuten, dass man - wenn man es denn Ernst nehmen möchte - sein "Right to Repair" umsetzt. Die Frage ist ohnehin auch, wie sich "Raubkopien" überhaupt auf den Markt auswirken. Hierzu gibt es schlicht kein gefestigtes Studienmaterial. Während die von @AzRaeL zitierte Studie von bis zu 20% Umsatzeinbrüchen spricht (Für mich persönlich ist das völlig utopisch. Das würde bedeuten, dass 20% der Spielerschaft sowohl den Sachverstand, als auch die Ressourcen als auch den Willen dazu haben - und da habe ich sehr starke Zweifel), spricht bspw. eine Studie, die von der EU in Auftrag gegeben worden ist, dafür, dass Piraterie sich gar nicht auf Videospielverkäufe auswirkt. Ich sehe ehrlich gesagt nicht, dass gute Spiele durch Piraterie geschwächt werden. Spieler, die Geld für Spiele haben, geben gerade für gute Spiele gern auch viel Geld aus. Take 2 setzt bei GTA nicht umsonst auf Double Dipping und bringt die PC-Version der Spiele erst deutlich später heraus. Piraterie kann gerade in einkommensschwachen Regionen auch bedeuten, dass die Spieler kostenlos Werbung für das Spiel machen und eine IP in der Wahrnehmung aufrecht erhalten. Das beste Beispiel dürften hier lateinamerikanische Länder seien, in denen Spieler selten das Geld für aktuelle Spiele haben, sich aber gerade aufgrund von Piraterie extrem starke Fangemeinden gebildet haben. Einige argumentieren sogar, dass Piraterie wichtig ist. Als Spieleentwickler scheiterst du eigentlich hauptsächlich daran, dass (a) dein Produkt schlecht ist - und das ist gerade bei der US-amerikanischen AAA-Industrie der Fall - oder (b) - und das trifft insbesondere auch auf die US-amerikanische AAA-Industrie zu -, dass du nicht mit Geld umgehen kannst. TL;DR: "Piracy bad" ist extrem kurzsichtig und wird dem komplexen Sachverhalt nicht im Ansatz gerecht.[/JUSTIFY]
Ich seh das auch nicht so tragisch bzw. eng. Es ist ein Graubereich. Für und Wider wurde ja ausführlich genannt. Ich kauf mir jedes Spiel das mich interessiert? Ja klar, gehört dann nicht mal mir. Ein Schelm der böses denkt.
Signatur:

99 % GPU-Auslastung ist gut. 99 % CPU-Auslastung ist ein Hilferuf.

Ganz großer Fehler auch zu denken, dass ich den Entwickler:innen Geld wegnehme. Bereits vor release des Spiels sind die bezahlt für ihre Leistung, alles an Umsatz geht an Publisher und alles an Gewinn an Investoren. Wie viele Studios wurden trotz monetären Erfolgs in den letzten Jahren einfach dicht gemacht? Wie viele Studios dürfen weiter Spiele produzieren, obwohl Gewinne einbrechen? Da gibt es doch keine Verbindung mehr abseits des Indiemarkts. Deswegen sehe ich da auch überhaupt kein moralisches Problem. Großunternehmen investieren ja auch nicht extra mehr in die einzelnen Entwickler:innen, weil die soll gearbeitet haben. Publisher wie EA, Microsoft oder Sony zu verteidigen, ist momentan für mich moralisch verwerflicher als raubkopieren.
Naja, Koch wird auch vorab mit seinem Gehalt bezahlt. Dennoch kein Grund in ein Restaurant zu gehen und an der Essenausgabe einfach einen vollen Teller mitgehen zu lassen. Wenn man es verputzt hat kann man es auch nicht mehr weiterbenutzen. Gibt es kein Anrecht auf jeden Tag Nachschub selbst wenn man es im Laden bestellt und bezahlt. Genau wie dein Game auf Disk oder Modul irgendwann defekt werden kann hat man dann kein Anrecht dass man es ersetzt bekommt. Auf einer Seite soll Kleinvieh keinen Mist machen aber wenn es 50-70% machen würde wäre es wirtschaftlicher großer Schaden und garantiert illegal. Versucht man sich halt sein Handeln irgendwie in rechte Licht zu rücken. Anstatt halt eigentlich zu verzichten wenn einem ein Geschäftsgebaren nicht gefällt. Wirkt halt immer wie so Drogenjunkie der seinen Stoff dann trotzdem braucht und ihn sich irgendwie schon besorgt. Muss Jeder selber wissen aber seine Hände in Unschuld waschen sollte man dennoch nicht. Fordert man halt eben Demos ein von Entwicklern oder nutzt mal Abosdienst um Sachen kennen zu lernen. Kauft es zumindest über Umwege günstig im Ausland. Wenn ich in Konzert oder Kino gehe kann man auch nicht zu 100% sagen ob er mir immer gefällt. Kann auch nicht wie in GTA jedes Auto knacken nur weil ich 30 verschiedenen Probefahren will bevor ich mich für einen Kauf entscheide. Klar, ist schwieriges Thema. Leute die schon lange spielen sollten eigentlich schon im Groben wissen was ihnen gefällt ohne dass man ganzes Game aus dunklen Ecken braucht. Gibt auch genug Quellen nach Day One wo man Inhalt sehen kann. Blind kaufen wie zu Gaming-Urzeiten muss auch Keiner mehr.
Signatur:
-PC: RTX 5070 Ti / Ryzen 5700X / Gigabyte B550I Pro AX/ 32GB DDR4 / 2x NVMe 3TB / Cooler Master NR200 ITX / Mac Mini M4/ Gaming: LG 55G5 OLED -TV Heimkino: LG 65C2 OLED, Canton Chrono 5.1 -Konsolen: PS5 Pro, Nintendo Switch
Einfach nur noch bei GOG kaufen, dann gehört es einem auch. Problem gelöst. Alles andere sind einfach nur fadenscheinige Ausreden etwas schönzureden was nicht legal ist.Über die Geschäftspraktiken zu diskutieren und diese zu kritisieren ist legitim, aber dann einfach sich drauf zu berufen das es dann gerechtfertigt ist illegale Kopien aus dem Internet zu laden ist auch lächerlich. Können wir ja ab sofort alle so machen, mal schauen wie viele Games dann noch erscheinen. :Fresse: Die einzige richtige Aktion wenn man gegen die Praktiken ist -> nicht kaufen und verzichten. Alles andere kann ich nicht wirklich ernst nehmen.
Einfach nur noch bei GOG kaufen, dann gehört es einem auch. Problem gelöst. Alles andere sind einfach nur fadenscheinige Ausreden etwas schönzureden was nicht legal ist.Über die Geschäftspraktiken zu diskutieren und diese zu kritisieren ist legitim, aber dann einfach sich drauf zu berufen das es dann gerechtfertigt ist illegale Kopien aus dem Internet zu laden ist auch lächerlich. Können wir ja ab sofort alle so machen, mal schauen wie viele Games dann noch erscheinen. :Fresse: Die einzige richtige Aktion wenn man gegen die Praktiken ist -> nicht kaufen und verzichten. Alles andere kann ich nicht wirklich ernst nehmen.
Ich mag GOG - gerade auch, weil die durch ihr "Good old Games"-Programm einen Bärendiest für die Spielepräservation leisten. Allerdings muss man leider auch sehen, dass das Angebot auf GOG im Vergleich zu bspw. Steam stark beschränkt ist. Im Grunde lindert GOG auch nur die Symptome. Das tatsächliche Problem des unfairen Urheber- und Verwertungsrechts wird dadurch nicht angegangen.