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Google verliert vor Gericht – EU bestätigt Milliardenstrafe wegen Android

GagGorilla
3 Minuten Lesezeit

Google muss 4,125 Milliarden Euro Strafe zahlen – EU beendet jahrelangen Android-Rechtsstreit

Nach fast acht Jahren ist der Rechtsstreit zwischen Google und der Europäischen Union endgültig entschieden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die letzte Berufung von Google zurückgewiesen. Damit muss der Konzern eine Strafe in Höhe von 4,125 Milliarden Euro zahlen – eine der höchsten Wettbewerbsstrafen, die jemals gegen ein Technologieunternehmen verhängt wurde.

Warum wurde Google überhaupt verurteilt?

Der Fall dreht sich um Android. Die EU wirft Google vor, seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt zu haben.

Konkret mussten Smartphone-Hersteller, die den Google Play Store auf ihren Geräten anbieten wollten, gleichzeitig auch Google Search und den Chrome-Browser vorinstallieren. Zusätzlich schränkte Google Hersteller ein, die angepasste Android-Versionen nutzen wollten. Nach Ansicht der EU wurden dadurch konkurrierende Suchmaschinen und Browser benachteiligt und der Wettbewerb massiv eingeschränkt.

Der Rechtsstreit begann bereits 2018

Die Europäische Kommission verhängte die Rekordstrafe ursprünglich bereits im Jahr 2018. Damals lag sie sogar bei 4,34 Milliarden Euro.

Google legte Berufung ein und erreichte 2022 lediglich eine kleine Reduzierung auf 4,125 Milliarden Euro. Gegen dieses Urteil zog der Konzern erneut vor Gericht – jetzt mit dem endgültigen Ergebnis: Die Strafe bleibt bestehen und das Verfahren ist abgeschlossen.

Google zeigt sich enttäuscht

Google erklärte nach dem Urteil, dass Android mehr Auswahl geschaffen habe und Millionen Entwicklern sowie Herstellern weltweit zugutekomme. Außerdem betont das Unternehmen, dass die Geschäftsbedingungen bereits seit dem ursprünglichen Urteil angepasst wurden. Der Europäische Gerichtshof sah jedoch keinen Grund, die Entscheidung noch einmal zu ändern. Damit endet einer der größten Kartellprozesse in der Geschichte der EU.

Die EU geht weiter gegen Big Tech vor

Das Urteil zeigt erneut, dass die Europäische Union ihre Linie gegenüber den großen Technologieunternehmen konsequent fortsetzt. In den vergangenen Jahren mussten sich unter anderem Google, Apple, Meta und Microsoft immer wieder wegen möglicher Wettbewerbsverstöße oder ihrer Marktmacht verantworten.

Gerade mit dem Digital Markets Act (DMA) möchte die EU dafür sorgen, dass kleinere Anbieter bessere Chancen erhalten und Verbraucher mehr Auswahl haben. Das heutige Urteil dürfte deshalb auch ein deutliches Signal an andere große Tech-Konzerne sein.

Was bedeutet das für Android-Nutzer?

Für normale Android-Nutzer wird sich zunächst kaum etwas ändern. Google hatte viele Vorgaben bereits nach dem Urteil von 2018 angepasst.

Langfristig könnte die Entscheidung aber dazu beitragen, dass Smartphone-Hersteller ihren Kunden künftig mehr Auswahl bei Suchmaschinen, Browsern und anderen Standard-Apps bieten. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass die EU bereit ist, auch gegen die größten Technologieunternehmen der Welt vorzugehen, wenn sie Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht sieht.

Eure Meinung ist gefragt!

Wie seht ihr das Urteil? Wen sollte man als nächstes ansehen/durchleuchten?

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7 Kommentare
DaStash
Halte ich für eine Fehlentscheidung. Wenn ich der Logik folge dann sollte man auch Apple, iOS, MACs, Steam, MS Store, EA Store, Epic und all die anderen Anbeiter anklagen. marktbeherrschende Stellung hin oder her, so lange man die Wahl hat hat man sie. Etwas vorgekaut zu bekommen entmündigt einem sich schön selber um sein eigenes Wohl zu kümmern aber sollte man das wirklich wollen? Außerdem, da hagelt es jetzt bestimmt schön Zölle aus den USA. Wird dem Trump definitiv nicht schmecken. Grüße
👍 1V0RT3X
GagGorilla
DaStash schrieb
Halte ich für eine Fehlentscheidung. Wenn ich der Logik folge dann sollte man auch Apple, iOS, MACs, Steam, MS Store, EA Store, Epic und all die anderen Anbeiter anklagen. marktbeherrschende Stellung hin oder her, so lange man die Wahl hat hat man sie. Etwas vorgekaut zu bekommen entmündigt einem sich schön selber um sein eigenes Wohl zu kümmern aber sollte man das wirklich wollen? Außerdem, da hagelt es jetzt bestimmt schön Zölle aus den USA. Wird dem Trump definitiv nicht schmecken. Grüße
Einen trifft es immer als erstes und wir sprechen da ja nicht unbedingt nur von den eigenen Programmteilen sondern auch für die die etwas erstellt/produziert haben dass sie da einige Barrieren in Kauf nehmen mussten um das dann machen zu dürfen. Hier noch weitere Infos dazu warum es jetzt Google getroffen hat und nicht z.B. Apple: Im Android-Fall ging es der EU um Folgendes:
  • Google besitzt Android, das auf dem Großteil der Smartphones weltweit läuft.
  • Hersteller wie Samsung, Xiaomi oder Motorola wollten den Google Play Store auf ihren Geräten anbieten.
  • Google machte den Zugang zum Play Store jedoch lange davon abhängig, dass gleichzeitig Google Search und Google Chrome vorinstalliert und oft als Standard festgelegt wurden.
  • Außerdem durften Hersteller bestimmte alternative Android-Versionen (Android Forks) nicht nutzen, wenn sie weiterhin Google-Dienste anbieten wollten.
Die EU sagt deshalb, Google hat seine starke Position bei Android genutzt, um auch seine Suchmaschine und seinen Browser künstlich zu stärken. Genau das verstößt nach Ansicht der Gerichte gegen das europäische Wettbewerbsrecht. Apple macht nur ihre Geräte und hat keine weiteren wie Xiaomi, Nokia, Samsung usw. [automerge]1782992343[/automerge]
DaStash schrieb
Außerdem, da hagelt es jetzt bestimmt schön Zölle aus den USA. Wird dem Trump definitiv nicht schmecken.
WAAAAS? Da geht noch mehr als was der gute Mann eh schon gemacht hat? :D
👍 2DaStash, AzRaeL
DaStash
Ja finde ich auch alles in Ordnung. Dann hätten Samsung und Co ja auch eigene BS rausbringen können. Zwingt sie keiner zu Android. Ist dür mich der gleiche Quatsch wie bei MS mit der Browserpflichtwahl. Man muss halt verstehen, Google ist damit nicht groß geworden weil sie jemanden zu irgendwas gezwungen haben, sondern weil die Leute es gut fanden und die Nutzung so angestiegen ist. Im Nachinein dann durch die EU zu diktieren dass davon dann aber alle ganz offen partizipieren sollen finde ich schwierig. Ich verstehe zwar die Monopolnachteile sehe hier aber eine gewollte Entwicklung. Somal es auch Alternativen gibt, sie Apple, die quasi Gleichgroß sind wo das aber nicht gefordert wird. Und Zum Thema Samung, Motorolla und Co, die bieten halt auch nur Handys an aber es steht ihnen frei, genau so wie google damals, auch ein tolles OS zu entwickeln, zu ihren eigenen Konditionen und damit die Nutzer zu überzeugen. ;-) Grüße
👍 1V0RT3X
GagGorilla
Ich bin schon einen Teil bei dir und besonders mit der Browserauswahl. Aber das darf man meiner Meinung nach nicht als Bedingung verknüpfen so auf die Art friss oder stirb. Ich hoffe auch, dass die ein Türöffner wird, für die Hersteller selbst auch die uns zwingen ihre Apps nicht deinstallieren zu können. Das ist der Grund z.B. warum ich Apple habe, weil ich mir nicht vorschreiben lassen möchte ob ich ein App installiert haben muss oder nicht (Bixby, Booster bei Xiaomi oder irgendwelche Accounts muss ich aktivieren um die volle Funktion zu bekommen)
Hellhammer
In Schweden darf Google auch zahlen:
GagGorilla
Na da geht es ab
V0RT3X
Ich finde die angesprochenen Entscheidungen von Google ebenfalls in Ordnung. AOSP ist zwar Open Source, aber wenn die Hersteller ihre Geräte als Android vermarkten (der Name gehört nämlich Google) und den Diensten profitieren wollen, dann bitteschön nur nach festgelegten Regeln. Würde mich interessieren wie viele Leute ein Huawei mit LineageOS und ohne Zugang zum PlayStore kaufen würden :Biggrin:
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