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Hell is Us – Review

Raizel
5 Minuten Lesezeit

Hell is Us ist auf erfrischende Art und Weise anders: ein frisches Setting gepaart mit nicht-händchenhaltendem Gameplay sorgt für ein sehr empfehlenswertes Mystery-Erlebnis.

Story: Das Spiel dreht sich um Remi, einen UN Peacekeeper, der während eines Einsatzes in einem fiktiven Land namens Hadea AWOL geht, um seine Eltern zu finden, die ihn während seiner Kindheit aus dem Land geschmuggelt haben. Remi findet sich inmitten eines Landes, in dem sich die Bevölkerungsgruppen seit mehr als 1.000 Jahren aus ethnischen und religiösen Grüden gegenseitig umbringen und das jetzt erneut im Bürgerkrieg versunken ist. Das Land wird allerdings nicht nur vom Bürgerkrieg heimgesucht, sondern auch von paranormalen Wesen, die sich nicht mit herkömmlichen Waffen bezwingen lassen. Erfrischend ist hierbei, dass das Spiel nicht mit einem Exposition Dump startet, sondern man die Story nach und nach erlebt und sich die Story und die Lore des Spiels selbst zusammensammeln muss.

Setting: Das Setting selbst ist unfassbar atmosphärisch umgesetzt und wohl die größte Stärke des Spiels. Wie bereits beschrieben, spielt das Spiel in einem fiktiven (europäischen) Land, in dem sich die ethnischen und religiösen Gruppen seit mehr als einem Jahrtausend gegenseitig umbringen und in dem jetzt Bürgerkrieg herrscht. Dazu kommen paranormale Kreaturen und eine gewisse Art paranormale Magie. Auf der einen Seite sieht man die Grauen des Bürgerkriegs – Sirenengeheul, Bombeneinschläge, Massengräber, tote und verstümmelte Menschen einschließlich Kinder, aufgehangene Menschen – und auf der anderen Seite beeindruckende und tlw. paranormale Ruinen, Tempel- und Höhlenanlagen. Man hat einerseits also ein sehr gut umgesetztes Bürgerkriegsfeeling (gerade in urbanen Gegenden) und andererseits kommen starke Indiana Jones/Tomb Raider Vibes auf, die zusammen für ein sehr gutes Mystery Thriller Erlebnis sorgen.

Gameplay: Das Gameplay besteht einerseits aus dem investigativen Teil und andererseits aus Combat. Der investigative Part besteht neben dem Verfolgen der Haupt-Story auch aus Nebensträngen wie das Aufklären von Mysteries oder das Erledigen von “Good Deeds”, um der geschundenen Bevölkerung zu helfen. Im Spiel gibt es ausdrücklich keine Karte, keinen traditionellen Questlog und keine Questmarker. Das Spiel lenkt einen zwar dennoch subtil in die richtige Richtung und man hat ein Investigationsjournal; das Spiel ist also deutlich weniger hand-holdy als andere Spiele. Das sorgt tatsächlich für ein stärkeres Maß an Immersion, kann aber auch frustrierend sein, wenn man gerade planlos ist oder Hinweise falsch deutet oder schlicht vergessen hat. Mir persönlich hat’s sehr gut gefallen und ich bin dank Zelda Randomizer ohnehin gewohnt, Notizen anzufertigen; es dürfte bei vielen (gerade Casual-) Spielern aber eine sehr kontroverse Design-Entscheidung sein.

Combat: Combat war für mich nicht der Hauptfokus des Spiels und ist ohnehin eines seiner schwächeren Elemente. Viele haben das Kampfsystem mit Soulslikes verglichen. Ob der Vergleich zutrifft, ist fraglich. Ist jedes Kampfsystem, das Blocken und Parieren bietet, automatisch ein Soulslike? Man hat daneben zumindest verschiedene Waffen, paranormale Quasi-Magie, eine Drohne, die man ihrerseits für weitere Skills nutzen kann und ein “Healing Pulse”-System, das – ähnlich wie bei QTE – bei zeitlich richtig getätigtem Button-Press ein wenig HP wiederherstellt. Das Kampfsystem wirkt insgesamt ein wenig janky und die Gegnervielfalt ist beschränkt, dennoch reicht es als Gameplay-Element aus, um den investigativen Gameplay-Loop zu brechen und für Abwechslung zu sorgen. Dieses Spiel im Besonderen spielt man ohnehin nicht hauptsächlich für Combat.

Technik / Fazit: Technisch ist das Spiel m.E. sehr gut gelungen und eines der wenigen UE5-Titel, das selbst bei Launch problemlos funktioniert. Ich konnte zumindest mit meinem 5800X3D und meiner 4080 keinen Stutter erleben und habe bei DLSS-Q und FG durchgängig über 80 FPS auf max. settings. Grafisch ist das Spiel wirklich schön und bietet mitunter wundervolle Vistas. Alles in Allem hat das Spiel seine Schwächen und ist daher nicht perfekt. Dennoch hat mir das Spiel sehr gut gefallen und ich kann es gerade aufgrund des Settings nur weiterempfehlen. Bei einem Preis von “nur” 50 EUR und einer moderaten Spielzeit von 25 bis 30 Stunden kann man das Spiel allerdings auch mitnehmen, ohne eine Niere verkaufen und ohne eine Langzeitverpflichtung eingehen zu müssen. Von mir bekommt das Spiel eine 8,5/10.

💬 25 Kommentare❤️ 32 LikesHeiß diskutiert
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25 Kommentare
GagGorilla
Danke für dein Review
Blackout
Ein wirklich tolles Review! Vielen Dank für die Arbeit die da drinnen steckt
Arcow
Eine Frage hätte ich, da ich das Spiel irgendwie reizvoll finde, aber genau weiß, dass ich ein Gefühl beim Spielen nicht mag und das ist eine Art von Anspannung die ich erfahre, wenn ich mich auf den nächsten Jump Scare vorbereite, in eher ruhigen Spielen einen Gefahrenbereich betrete, der nicht als solcher erkennbar ist oder mit einem Schlag vom kleinsten Gegner umgehauen werden kann. Ich habe Videos gesehen, bei denen wirkte es so, als ob man sich in Hell is Us der Erkundung hingeben kann, ohne das dauernd irgendwelche Gegner aus dem nichts erscheinen. Gleichzeitig ist aber häufiger die Rede von Soulslike. Also vielleicht klarer gefragt: Wie ist die Verteilung von Ruhe- und Kampfphasen, wenn ich einen Ort erkunde muss ich immer mit Gegnern rechnen? Hoffe es ist halbwegs verständlich was ich meine, aber bei Spielen dieser Art, will ich eigtl nur Story und Combat so leicht es geht
👍 1GagGorilla
AzRaeL
Combat ist schon sehr an Soulslike angelehnt, aber deutlich leichter. Also aus meiner Warte aus betrachtet. Weiß nicht, wie es wirkt, wenn jemand, der nie Soulslike gespielt hat, damit konfrontiert wird.^^
Arcow
AzRaeL schrieb
Combat ist schon sehr an Soulslike angelehnt, aber deutlich leichter. Also aus meiner Warte aus betrachtet. Weiß nicht, wie es wirkt, wenn jemand, der nie Soulslike gespielt hat, damit konfrontiert wird.^^
Ich hab Soulslike gespielt, Deamon Souls auf PS3 und PS5, Dark Souls, Sekiro, Wukong und noch ein paar. Hasse es Ich möchte die Spiele wegen der Welt und anderen Elementen mögen, aber empfinde das Gameplay schrecklich.
👍 3GagGorilla, AzRaeL, Micha0208
GagGorilla
Arcow schrieb
Ich hab Soulslike gespielt, Deamon Souls auf PS3 und PS5, Dark Souls, Sekiro, Wukong und noch ein paar. Hasse es Ich möchte die Spiele wegen der Welt und anderen Elementen mögen, aber empfinde das Gameplay schrecklich.
Geht mir genauso! Ich finde die Story meistens sehr gut, die Welt wunderschön und dann kommt der Gegner mit seinem Megabalken und schon drehe ich ab, bevor der Controller in 8 Teile zerfällt oder der Monitor aus dem Fenster fliegt.
👍 1Fatlace
Arcow
GagGorilla schrieb
Geht mir genauso! Ich finde die Story meistens sehr gut, die Welt wunderschön und dann kommt der Gegner mit seinem Megabalken und schon drehe ich ab, bevor der Controller in 8 Teile zerfällt oder der Monitor aus dem Fenster fliegt.
JA! Preach it! Ich will nicht spielen um genervt zu sein oder mich zu frusten, dann könnte ich auch einfach wieder FUT spielen
👍 2GagGorilla, Fatlace
GagGorilla
Arcow schrieb
JA! Preach it! Ich will nicht spielen um genervt zu sein oder mich zu frusten, dann könnte ich auch einfach wieder FUT spielen
Oh jaaa! Und wehe, jemand fragt nach einem leichteren Schwierigkeitsgrad dann stürzen sich sofort vier, fünf eingefleischte Soulslike-Fans auf dich, umzingeln dich wie ein Bosskampf!
👍 1Arcow
Arcow
GagGorilla schrieb
Oh jaaa! Und wehe, jemand fragt nach einem leichteren Schwierigkeitsgrad dann stürzen sich sofort vier, fünf eingefleischte Soulslike-Fans auf dich, umzingeln dich wie ein Bosskampf!
WIRKLICH, jedes mal! Größte gatekeeping Subcommunity im Gaming und wenn man es nicht checkt ist die Meinung sowieso egal. Aber bloß nicht reinsteigern jetzt
👍 1GagGorilla
AzRaeL
Aber Hauptsache Soulslike Fans müssen sich immer von der Gegenseite anhören, wie unzugänglich und schwer diese Games sind
GagGorilla
AzRaeL schrieb
Aber Hauptsache Soulslike Fans müssen sich immer von der Gegenseite anhören, wie unzugänglich und schwer diese Games sind
Und das von einem der Robocop nicht fertig bekommt
👍 1Fatlace
Arcow
AzRaeL schrieb
Aber Hauptsache Soulslike Fans müssen sich immer von der Gegenseite anhören, wie unzugänglich und schwer diese Games sind
Ist ja auch sooooo. Soulslike Fans und Veganer ne, beide gleicher Vibe...
👍 2GagGorilla, Fatlace
AzRaeL
Arcow schrieb
Ist ja auch sooooo. Soulslike Fans und Veganer ne, beide gleicher Vibe...
Ist das heute der Gegenteil Tag?^^
👍 1GagGorilla
AzRaeL
GagGorilla schrieb
Und das von einem der Robocop nicht fertig bekommt
Ok ok ich hab mal ein Game genervt abgebrochen... wie viele Soulslikes hast du nochmal angefangen und abgebrochen?😝
👍 1GagGorilla
Koeter
Robocop IST aber auch lahm... Ansonsten finde ich das Genre der Soulslikes völlig überbewertet. Die Bosse auf dem SNES früher, DIE waren knackig. Ganz furchtbar fand ich Elden Ring, was ein langweiliges, leeres Spiel, welches auch noch performt wie ein Sack Kokosnüsse. Hab nach dem 5. Boss oder so aufgehört, weil nix zu tun ist, außer die Bosse zu klatschen, was maximal 3 Versuche gebraucht hatte.
👍 1Arcow
AzRaeL
Ist gerade für mich hier echt schwer auszuhalten mitzulesen.
Arcow
AzRaeL schrieb
Ist gerade für mich hier echt schwer auszuhalten mitzulesen.
The truth hurts sag ich mal, gute Nacht
👍 2Koeter, AzRaeL
AzRaeL
189 Std Elden Ring haben mir nicht wehgetan
👍 2Micha0208, GagGorilla
Micha0208
Ich sag mal so: alles was ich zu Elden Ring`s gesehen habe, zeugt von einem erstklassigen Spiel. Nur sind mir solche Spiele mittlerweile zu anstrengend. Also jedem das seine. Hätte gerne genug Nerven/Energie für ein Elden Ring. Vielleicht kann ich mich ja mal wieder für so ein Spiel aufraffen. (Vorsicht Blasphemie: erst recht wenn man mal den Schwierigkeitsgrad nach unten bekommt) PS: Hell is Us interessiert mich trotzdem, habe nur andere Spiele die ich vorher spielen möchte.
👍 1GagGorilla
Raizel
Arcow schrieb
Eine Frage hätte ich, da ich das Spiel irgendwie reizvoll finde, aber genau weiß, dass ich ein Gefühl beim Spielen nicht mag und das ist eine Art von Anspannung die ich erfahre, wenn ich mich auf den nächsten Jump Scare vorbereite, in eher ruhigen Spielen einen Gefahrenbereich betrete, der nicht als solcher erkennbar ist oder mit einem Schlag vom kleinsten Gegner umgehauen werden kann. Ich habe Videos gesehen, bei denen wirkte es so, als ob man sich in Hell is Us der Erkundung hingeben kann, ohne das dauernd irgendwelche Gegner aus dem nichts erscheinen. Gleichzeitig ist aber häufiger die Rede von Soulslike. Also vielleicht klarer gefragt: Wie ist die Verteilung von Ruhe- und Kampfphasen, wenn ich einen Ort erkunde muss ich immer mit Gegnern rechnen? Hoffe es ist halbwegs verständlich was ich meine, aber bei Spielen dieser Art, will ich eigtl nur Story und Combat so leicht es geht
Du hast schon nicht wenig Combat. Das Spiel bietet aber genau für Combat Schwierigkeitseinstellungen. Wenn du keine Lust auf Combat hast, kannst du auf einfach spielen. Die Gegner sind dann zwar dennoch eine (wenn auch geringere) Gefahr, respawnen aber idR nicht mehr bei Tod. Gegner findest du eigentlich überall außerhalb von Menschenansammlungen. Combat wirst du also definitiv nicht ausblenden können.
👍 3Micha0208, GagGorilla, Arcow
Arcow
Raizel schrieb
Du hast schon nicht wenig Combat. Das Spiel bietet aber genau für Combat Schwierigkeitseinstellungen. Wenn du keine Lust auf Combat hast, kannst du auf einfach spielen. Die Gegner sind dann zwar dennoch eine (wenn auch geringere) Gefahr, respawnen aber idR nicht mehr bei Tod. Gegner findest du eigentlich überall außerhalb von Menschenansammlungen. Combat wirst du also definitiv nicht ausblenden können.
Aber schonmal gut, dass es einerseits Einstellungen gibt und anderseits keine Gegner bei Menschenansammlungen kommen. Gibt es so ein paar Erholungsmomente. Vielleicht probiere ich es dann mal bei Zeiten.
Arcow
SO, mal ein Eindruck nachdem ich nun ins dritte Gebiet aufgebrochen bin. Langsam kommt man doch rein, was mir sehr geholfen hat, dass ich endlich das Upgrade System für Waffen freigeschalte habe und daher deutlich besser in Kämpfen bestehe. Bei den Rätseleien bzw. good deeds stört mich immer noch, dass nicht ganz klar ist häufig, ob ich im aktuellen Gebiet überhaupt die Lösung finden kann. Ansonsten machts aber langsam Spaß. Finde gut, dass man Gegner permanent tötet und dann relativ entspannt einfach erkunden kann und nicht alles dauernd respawned. Ansonsten finde ich in der Geschichte aber momentan noch zu viel "XY macht ZA und durch BC sind wir dann nach DE, wegen FG ..." also dieses Begriffsdropping ohne, dass es für mich relevant ist, weil ich nicht weiß worum es geht. Alles klingt groß und bedeutend, aber ist dann irgendwie bisher doch "nur" der ethnische Konflikt zweier Volksgruppen und der immer wiederkehrende Konflikt. Hoffe da kommt irgendwann mehr Klarheit rein und die Begriffe nehmen etwas ab. Fühle mich in etwa, wie ein Mensch im Mittelalter, dem in der Kirche alles auf Latein vorgelesen wurde, ich sollte aber glauben, dass das alles ganz toll ist. Den Vergleich mache ich übrigens nur, weil diese Religion im Spiel mich bisher mehr verwirrt als alles andere. Naja...
👍 3GagGorilla, AzRaeL, Raizel
Arcow
Heute den ganzen Tag gespielt und ich hab den besten Vergleich: Devil May Cry 1, es ist einfach kein Soulslike, sondern ein ganz klassisches Character-Action Game. Problem dabei dann, langsam zieht es sich, das dauernde backtracking, immer noch das Problem mit keine Idee, wann man wo was bekommen kann, trotz aufmerksamer Studie aller Texte. Da ist es noch so schön keine Marker und Hilfen zu haben, wenn es aber ohne kaum lösbar ist, einfach nervig. Dann heute noch gemerkt, es können doch Gegner wieder in geklärten Bereichen erscheinen, was mich erst genervt hat und dann aber nur noch aufregt, weil ich nicht sehe, dass ich immer genug Teile für die Mechanik für den Perma-Death sammeln kann. Kurzzeitig hatte es mich heute echt gut dabei, aber gerade verliert es mich wieder und befürchte, wenn sich das nicht bald ändert, mach ich erstmal Pause. Nichts an dem Game ist herausragend genug, um einen zu motivieren.
👍 1GagGorilla
L1F4D
Man darf sich auf jeden Fall nicht auf eine Mission versteifen und versuchen alles zu erledigen bevor man weiter geht. Oft sind die Lösungen über mehrere Gebiete verteilt. Teilweise auch über mehrere Akte. Backtracking ist leider unvermeidbar. Stört mich sonst eigentlich auch immer, aber bei dem Spiel irgendwie nicht. ^^ Ich war zum Glück nie an einem Punkt wo ich nicht weiter gekommen bin und habe es komplett ohne Hilfe gezockt.
👍 2GagGorilla, Arcow
Arcow
L1F4D schrieb
Man darf sich auf jeden Fall nicht auf eine Mission versteifen und versuchen alles zu erledigen bevor man weiter geht. Oft sind die Lösungen über mehrere Gebiete verteilt. Teilweise auch über mehrere Akte. Backtracking ist leider unvermeidbar. Stört mich sonst eigentlich auch immer, aber bei dem Spiel irgendwie nicht. ^^ Ich war zum Glück nie an einem Punkt wo ich nicht weiter gekommen bin und habe es komplett ohne Hilfe gezockt.
Das auf jeden Fall und ich glaube auch, damit kann man das Pacing besser gestalten, als ich es nun erlebt habe. Nach einer intensiven Session gestern, hab ich das Spiel gerade beendet und bin etwas zwiegespalten. Neben aller Kritik die ich hier schon geäußert habe, die sich nicht ändert, sogar zum Teil noch schwerwiegender ausfallen würde, finde ich die übergreifende Lore fragwürdig bis absolut unverantwortlich in der Aussage. [SPOILER=] Die Gewalttaten des Bürgerkrieges und der Bevölkerung werden grundlegend durch göttliche Intervention erklärt und damit entschuldigt. Kontrolliert vom Einfluss des Eye of God konnten die Menschen in Hadea ja nie anders als sich gegenseitig abzuschlachten. Das empfinde ich als extrem schwach, sowohl auf einer narrativen Ebene, als vor Allem auf einer moralischen. Das Spiel präsentiert Gräueltaten, die sich gegenseitig bedingen. Der letzte Ausbruch der Calamaty wurde von externen Kräften inszeniert und ausgelöst, weil das Land einen Weg zum Frieden gefunden hat mit der "Week of Peace". Das wirkt alles dann doch etwas uninspiriert. Es gab hier Potentiale, aber die Erklärung hat mich extrem enttäuscht zurückgelassen, weil die Folge daraus auch lediglich ist: Es wird sich nichts ändern, weil die Menschen können ja nichts dafür. Das Eye of God scheint ja nicht vernichtet, sowieso die Frage, wieso ist das nicht direkt passiert, als man den Failswitch gebaut hat und d.h. 33 Jahre später (2026) bricht wieder eine Calamaty aus. Zwischendurch dachte ich, dass die Geschichte viel mehr darüber handelt, dass Menschen aus der Gewalt auf Grund nicht enden wollender Provokationen ausbrechen können. Entsprechend die Timeloops und das nur durch eine Umdeutung der Geschichte oder der Beziehung der jeweiligen Gruppen überwunden werden kann. Eine Erzählung darüber, dass historisch gewachsener Hass keinen Platz in einer Gesellschaft hat, die selbst keine Verbindung zu diesen Gräueltaten hat. Immer wieder sehen wir auch Funken einer solchen Erzählung, die auf Vergebung, Verstehen und Verbünden hätte setzen können. Aber was ich hier mit rausnehme ist, trotz allem was wir getan haben, der Krieg geht weiter und in 33 Jahren geht es wieder los. Absoluter Scheiß, wenn man 20+ Stunden investiert und eigentlich nichts bewegt hat. Aber vielleicht verstehe ich das ja auch alles falsch. [/SPOILER] Auf der Gameplay Ebene halte ich es für einen großen Fehler keinerlei Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, eine selbstgezeichnete Karte des Charakters oder Ähnliches hätte einige Male durchaus geholfen. Die Menuführung und damit einhergehenden Infos sind total überladen und unübersichtlich. Was sich beides aber auch gegenseitig bedingt, weil ich den Eindruck habe, dass die Entwickler selbst keine bessere Idee hatten. Obwohl das Spiel insgesamt nicht lang ist, sind einige Gebiete künstlich gestreckt und man fühlt sich irgendwann wie der Postboote vom Dienst, weil es immer nur hin und her geht. World Building ist super und darin kann man sich auch gut verlieren. Ich habe es für 30€ physisch erworben und dafür kann ich es empfehlen, trotz aller Frustration, steckt da ein kompetentes Spiel drin, woran einige Leute richtig Spaß haben werden.
👍 3AzRaeL, GagGorilla, L1F4D
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