Schon witzig, wie ein US-Studio in diesem Game den Geist (höhö) Japans besser einfängt, als japanische Studios selber. Japanische Games sind für mich meistens so unerträglich überladen und drüber. Obwohl doch Japan traditionell doch eher für Minimalismus, Einfachheit und Zentriertheit steht.
Das ist aber vor Allem eine westliche Sichtweise auf die Dinge und sehr durch Popkultur verklärt, gab vor Jahren mal
diesen sehr interessanten Guardian Artikel zu dem Thema. TLDR: Ja minimalistische Philosophien existieren und ragen in alle Bereiche des Lebens, aber Japan als solches ist viel heterogener und in vielerlei Hinsicht mindestens, wenn nicht mehr maximalistisch.
(Bei Software und Bürokratie scheint mir Japan ähnlich wie Deutschland immer funktional und überladen zu präferieren
)
Aber Spaß bei Seite, was GoY ja wirklich herausragend macht durch Story, Bild und Ton ist ein Gefühl zu vermitteln, wie wir ein Japan im 17. Jahrhundert erwarten, aus Filmen kennen und erleben wollen. Etwas mystisch, Ehre zählt und die Rache wird unserer Familie den letzten Frieden geben. Der Western angehauchte Soundtrack macht dann den Rest in Bezug auf das Gefühl des Lone Wolf und da ist egal, ob das authentisch ist oder nicht, weil wir uns so fühlen.
Japanische Studios nehmen den Schauplatz als das was es ist, ein normaler Ort und darin finden dann Geschichten statt, da wird weniger romantisiert bzw anders eben, ist zumindest mein Eindruck. Way of the Samurai, Like a Dragon Ishin uvm. haben mir auch das Gefühl einer authentischen Abbildung gegeben, aber fühlten sich anders an, vllt. etwas unmittelbarer, echter.