Thema Raubkopieen

Die gibt es nicht! Entweder ich akzeptiere die Bedingungen oder wenn sie mir nicht gefallen, dann kaufe ich sie mir nicht. So einfach ist das und überhaupt kein Grund es dann illegal zu laden.​
Ich sehe das halt anders. Das Thema ist zu komplex, um es auf ein einfaches Ja oder Nein herunterzubrechen. Mir persönlich geht's in der Debatte vorwiegend auch nicht um Piraterie, sondern um das ganz offensichtliche Ungleichgewicht zwischen Verwertungsgesellschaft einerseits und Spieler andererseits. Aber selbst, wenn wir nur Piraterie betrachten, gibt es Fälle, die m.E. moralisch zu rechtfertigen sind. Mir fallen hier auf Anhieb drei Fälle ein:​
  1. Der Download von Abandonware, also Software, die (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr vertrieben oder verkauft werden, ist m.E. moralisch gesehen völlig unbedenklich, im rechtlichen Sinne aber immer noch Piraterie. Anders als bei aktuellen Spielen entgeht dem Verwerter hier aber kein Umsatz. Es gibt mittlerweile bspw. diverse Spiele, die keinen Rechteinhaber mehr haben, weil diese pleite gegangen sind. Dazu gibt's auch diverse Retro-Spiele, die nicht mehr vertrieben werden. Spiele wie die originale Resident-Evil-Trilogie bekomme ich immer noch auf aktuellen Plattformen. Für diverse andere Spiele gilt das aber nicht. Große Klassiker wie Silent Hill 2 oder Silent Hill 3 sind einfach nicht mehr käuflich erwerblich. Der Rechteinhaber erleidet hier bei Piraterie keinen Schaden. Ganz im Gegenteil: Die IP wird am Leben gehalten, was dazu führen kann, dass Spiele neu aufgelegt werden. Gerade bei JRPGs war es in der Vergangenheit oft der Fall, dass Fan-Translations (im Grunde auch Piraterie) dazu geführt haben, dass es Spiele überhaupt erst auf den US-amerikanischen und europäischen Markt geschafft haben. Witzig an speziell dem Aufhängepunkt des entgangenen Umsatzes: der Weiterverkauf physischer Datenträger ist aus der Sicht der Verwerter auch nicht astrein. Ein Schelm also, der böses dabei denkt, dass Sony physische Datenträger abschaffen will und jeder Verwerter den Weiterverkauf digitaler Lizenzen unterbindet.​
  2. Rechtlich gesehen fällt auch die Umgehung von DRM-Maßnahmen schon in den Bereich der Piraterie. Das beißt sich allerdings sehr stark mit dem Right to Repair, wenn DRM-Maßnahmen für krasse Performance-Einbußen sorgen. Der Wechsel von Denuvo zu Enigma hat in Resident Evil 4 Remake bspw. für Performance-Verlusten von bis zu 40 % gesorgt. Welche Interessen sollten hier schwerer wiegen? Die Interessen des Verwerters nach einem schlechten Kopierschutz oder die Interessen des Spielers, dass er sein gekauftes Spiel auch tatsächlich spielen kann? Man mag mich als Spieler biased nennen, aber: Ich möchte meinen, dass Piraterie völlig in Ordnung ist, wenn sie notwendig dafür ist, sein Right to Repair umzusetzen.​
  3. Dritter und letzter Fall verständlicher Piraterie: Gerade GaaS sind ständig dem Wandel unterworfen. Das kann natürlich bedeuten, dass ein Produkt immer besser wird. Es kann allerdings auch bedeuten, dass Produkte immer schlechter werden. Vor Kurzem hat Steam bspw. einen Battlefield-6-Spieler refunded, obwohl er das Spiel bereits mehr als 400 Stunden gespielt hat. Der Grund? Der Entwickler hat den Spielmodus entfernt, den er hauptsächlich spielt. Gerade im MMORPG-Bereich gibt es dafür private server, um bestimmte Patch-Stände zu erhalten. Mittlerweile haben wir die absurde Situation, dass private server, die eigentlich kein market replacement sind (da sie nur alte Patchstände präservieren), dafür sorgen, dass die Verwerter mit ihnen in Konkurrenz treten - wie das im Falle von World of Warcraft Classic der Fall ist. Private server sind im Grunde auch Piraterie, haben aber eine wichtige Funktion im Markt, weil sie Entwicklern zeigen, welche Spielbestandteile Spieler aus welchem Patchstand schätzen.​
Wie bereits gesagt, geht es mir in erster Linie nicht um Piraterie direkt, sondern um das Ungleichgewicht zwischen Verwerter einerseits und Spieler andererseits. Wenn aber selbst schon Piraterie schon ein komplexes Thema ist - und Piraterie gerade im Falle von wirtschaftlich aufstrebenden Nation dafür sorgen kann, dass sich ein Markt langfristig vergrößert -, dann kann man Piraterie selbst schon nicht in einem Schwarz/Weiß-Schema betrachten.

Grundsätzlich würde ich mir aber wünschen, dass das Immaterialgüterrecht im Entertainment-Bereich deutlich mehr an das Güterrecht in anderen Bereichen angepasst wird. Gerade im Gaming-Bereich diktieren die Verwerter die Bedingungen unfair zulasten der Spieler, weil die Lobby so stark ist, dass Spielerinteressen in Gesetzgebungsverfahren keine Berücksichtigung finden. Steam sorgt hier als vorbildlicher Händler noch selbst dafür, dass die Interessen halbwegs ausgeglichen sind - bspw. mit einer vergleichsweise großzügigen refund policy oder der Erzwingung von Transparenz - und wird genau aus diesem Grund erbittert von anderern Marktplattformen und Publishern angegriffen. So etwas sollte allerdings nicht im Gutdünken einer einzigen Plattform liegen, die sich - gerade, wenn Gabe einmal in den Ruhestand gehen sollte - auch schnell ändern kann. Nein: Auch auf anderen Plattformen sollten Spieler bspw. das Recht haben, refunds zu verlangen.

Der Gesetzgeber sollte m.E. bspw. dafür sorgen,​
  • dass ein "Right to Refund" klar definiert ist (gerade im Fall von false advertisement),​
  • dass tatsächliche Monopole aufgebrochen werden und (Quasi-) Monopole ihre Monopolstellung nicht missbrauchen,​
  • dass eine Plattform dazu verpflichtet ist, deinen Account (also deine Spiele-Bibliothek) wieder herzustellen, wenn dieser bspw. aufgrund zu rigider Plattformvorgaben gelöscht worden ist oder zumindest Schadensersatz zahlen muss,​
  • dass Plattforminhabern gerade bei unendlich oft replizierbaren Artikeln wie Spielen bspw. dynamic pricing verboten wird,​
  • dass Lizenzen weiterverkaufbar sind (Man mag die Vergangenheit von NFTs belächeln, aber gerade im Zusammenhang mit Lizenzen sind NFTs der beste Anwendungsbereich.), oder​
  • dass Plattforminhaber/Verwerter dich nicht einfach ersatzlos enteignen dürfen.​
Mit Ausnahme der Behandlung von Monopolen ist all das Vorgenannte im analogen Bereich völlig selbstverständlich. Im digitalen Bereich wäre das ebenfalls möglich. Gerade im Gaming-Bereich wurde die Spielerschaft aber schon so stark weichgekocht, dass sie fast schon das Verhalten zeigt, das für Entführungs-Opfer üblich ist, die am Stockholm-Syndrom leiden.​
 
Wenn du es aus irgendeiner Seite im Netz ziehst anstatt bei Steam, Epic oder offiziellen Key-Seller zu kaufen schadest du den Shops dann nicht wie MM/Saturn und Co? Sehe da halt nicht wo der große Unterschied liegt. Wenn man es sich ohne Kosten beschafft schadet man immer irgendeinem Händler der es dir verkauft hätte. Dieses "man kann es sich alsJugendlicher nicht leisten" zählt für mich nicht als Rechtfertigung. Damit könnte man ja alles legitimieren dass man sich was untern Nagel reißt was man nicht bezahlen könnte.
Stimmt, ich war jetzt im Kopf eher beim Direktvertrieb über Sony oder die Publisher. Außerdem werte ich den lokalen Arbeitsplatz höher. Aber ja grundlegend hast du da recht. Das Medium ist aber in erster Linie für sie gemacht und ist essentieller Teil der Freizeitbeschäftigung, unten führe ich dazu nochmal mehr aus.

Die Mona Lisa ist auch Kulturgut aber ich kann dennoch nicht einfach in Louvre rennen und das Bild abhängen weil ich es mal Woche privat Zuhause gern betrachten möchte. Gibt viele Kunstgüter die halt hinter hohen Bezahlschranke(Ortsabhängig sind wo man hinreisen muss) stecken oder an die man halt nicht rankommt weil sie in Privatkollektion oder Bundesarchiv verstaut liegen.

Sind hier nicht unendliche Hürden bisher an Game ranzukommen. Bisher gibt es auch immer noch Sales wo man halt darauf warten muss. Erst wenn es halt komplett aus dem Rahmen läuft muss man sich halt überlegen ob man die Sache dann noch unterstützt. Gibt dennoch zich andere Unterhaltungsmedien auf die man halt ausweichen kann. Grundsätzliches Recht auf Zocken sehe ich irgendwie schwer zum durchsetzen.
Den Louvre kann ich aber als europäische:r Staatsbürger:in bis zum Alter von 25 Jahren umsonst betreten. Museen, Kinos, Schwimmbäder all das ist generell häufig zugänglicher, es gibt Rabatte für einzelne Bevölkerungsgruppen etc. Abgesehen davon werden hier aber widerholt Äpfel mit Birnen verglichen für mich. Wir reden hier über physische, teils einmalige Dinge im Vergleich zu einem unendlich verfügbaren digitalen Code. Abgesehen davon, wie kaputt Investoren den Kunstmarkt gemacht haben, was momentan auch sehr kritisch diskutiert und möglichweise reglementiert wird in Europa.

Nicht unendlich Hürden und ich sage ja selbst, alles andere ist erstmal besser, aber grundsätzlich halte ich es nicht für falsch und sehe valide Gründe dafür. Mir ist der Status Quo einfach zu einseitig definiert und konsumentenfeindlich.

Das Zocken für Jugendliche ein unbedingt zu erstrebenswertes Gut ist, halte ich mit meinem Realitätsabgleich für bedenklich. Wir haben heute eher das Problem der Abschottung und Abkapselung vieler Jugendlicher in Online-Welten durch Gaming- und Social-Network-Süchte, dessen kranken Folgen u.a. auch das hier schon gut dokumentierte Incel-Dasein ist, wo Leute nur noch alles in abwertende Kategorien stecken, und weder was von Beziehungen zu Frauen noch allgemein Freundschaften oder sozial adäquates Verhalten verstehen, weil Ihnen mitunter der reale Kontakt zu Menschen fehlt und sie sich in ihrer Hatespeech-Bubble extremisieren.
Das kommt aber nicht von Spielen selbst, sondern dem verantwortungslosen Umgang damit. Eltern nehmen sich zunehmend mehr aus der Verantwortung ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Geräten beizubringen, weil sie es selbst nicht können. Aber das ist doch kein Argument Zugang bzw. Teilhabe zu beschränken oder gar komplett zu nehmen. Verbote funktionieren nie so gut wie Gebote und ein Social Media Verbot, wie ja in vielen Ländern momentan beschlossen, wird das Problem nicht beseitigen.
 
Ja, aber der Kinobesuch war schon immer eine Serviceleistung. Computerspiele nicht. Ich sehe da ein Problem wegen der Besitzfrage.
Siehe GoG. Mit GoG müsste ja eigentlich jegliches Argument für Raubkopien sich erübrigt haben.
Weil das die größte Seuche unserer Zeit ist. Hinter allem was (bis auf Naturkatastrophen etc.) schief läuft
Wahrscheinlich indirekt sogar an Naturkatastrophen schuld, durch Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung. Ich erkenne jetzt deine Systemkritik und bin selber auch ein Gegner des neoliberalen Kapitalismus.

Klar darf ein Investor Geld verdienen, aber bitte im Rahmen und nicht auf Kosten der Studios. Wenn Private Equity in den USA ein Unternehmen, wie ein Studio kauft, ist der erste Schritt den Kaufpreis dem Studio als Schulden zuzuschreiben und dadurch unmittelbar, mittel- und langfristig höhere Gewinne für die Investoren aus dem Kauf zu ziehen. So zuletzt bei EA passiert.
Aber wie oft passiert denn sowas wirklich, als dass es im Kontext Gaming eine nennenswerte Größe darstellen darf?
Ne, dem würde ich nicht so zustimmen. Du gehst nur mit einer anderen Sichtweise ran. Rational empfinde ich das Verteidigen von Unternehmen und deren ausbeuterischen Systemen auch nicht.
Ich verteidige weder Ausbeutung noch Unternehmen, die dies systematisch fördern nicht.

Ich verurteile aber Diebstahl. Es gibt für mich nur ganz wenige wirklich sehr außergewöhnliche Kontexte, die Diebstahl rechtfertigen, und Gaming ist definitiv keins davon.

Nur weil andere Unrecht begehen, erlaubt es mir mein moralischer Kompass nicht auch Unrecht zu begehen als Rechtfertigung.
Aber rechtlich ist alles was die tun einwandfrei und damit unterliegt dem eine Rationalität und ich verstehe warum Leute das nicht so sehen wie ich. Für mich aber sehe ich den Fehler im System selbst, glaube da gäbe es bessere Praktiken durch mehr Regulierung und wenn mehr Kontrolle bei denen liegt, die das Produkt wirklich erschaffen, bin ich überzeugt wären die Probleme geringer.
Hier gehe ich mit. Daher habe ich auch echten Respekt davor, wenn jemand das Problem wirklich an die Wurzel greifen und ausreißen möchte, indem er ernsthaft politisch aktiv wird.

Raubkopien ist für mich dagegen kein respektables Verhalten, was irgendwas ändern wird, sondern einfach nur eine Nutznießung mit moralisch fragwürdiger Rechtfertigung.
 
Das kommt aber nicht von Spielen selbst, sondern dem verantwortungslosen Umgang damit. Eltern nehmen sich zunehmend mehr aus der Verantwortung ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Geräten beizubringen, weil sie es selbst nicht können. Aber das ist doch kein Argument Zugang bzw. Teilhabe zu beschränken oder gar komplett zu nehmen. Verbote funktionieren nie so gut wie Gebote und ein Social Media Verbot, wie ja in vielen Ländern momentan beschlossen, wird das Problem nicht beseitigen.
Ja, in einer idealen Welt übernehmen die Eltern die Verantwortung. In unserer realen Welt, sollten wir als Gesellschaft eine Verantwortungsgemeinschaft bilden und uns um alle gegenseitig kümmern. Deswegen halte ich solche Regularien, wie Social Media Verbote für sinnvoll, da hier Staat die elterliche Verantwortung ein stückweit übernimmt.

Bei mir zu Hause gibt es auch Verbote und eine Gesellschaft kann ohne Verbote nicht funktionieren, alles andere wäre Anarchie.

Aus meiner privaten und beruflichen Erfahrung sind gerade die Kinder, mit den allermeisten Freiheiten, weil Eltern sich teilweise nicht interessieren, oder es sogar als Erziehungsparadigma haben, die mit den größten Problemen.

Gerade die maximale Online-Freiheit sehe ich sogar als das größte Problem. Ich kenne lauter verstörte und irritierte Kids, aufgrund all den Dingen, die sie sich Tag für Tag auf TikTok, Insta, Darknet und sonst wo geben.

Grenzen durch Verbote geben dagegen Kindern halt in einer Welt, die äußerst schnell überfordern kann. Selbst Erwachsene sind überfordert…
 
Siehe GoG. Mit GoG müsste ja eigentlich jegliches Argument für Raubkopien sich erübrigt haben.
Ja, nur das Angebot ist eben noch zu klein für den Massenmarkt.
Wahrscheinlich indirekt sogar an Naturkatastrophen schuld, durch Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung. Ich erkenne jetzt deine Systemkritik und bin selber auch ein Gegner des neoliberalen Kapitalismus.
Hätte ich vielleicht früher schon deutlicher machen können.
Aber wie oft passiert denn sowas wirklich, als dass es im Kontext Gaming eine nennenswerte Größe darstellen darf?
Embracer Gruppe hat über 40 Studios geschlossen, über 80 Spiele gecancled und tausende Mitarbeiter:innen in den letzten 5 Jahren (?) entlassen.
EA hat gerade den eigenen Kaufpreis als Schuldner bekommen, was sicherlich zeitnah zu Entlassungen und anderen Maßnahmen führen wird.
Passt nicht ganz, aber Microsoft, Sony und Tencent arbeiten als Unternehmen mit ähnlicher Methodik, was uns unter anderem Tango Gameworks, Arkane Austin, Bluepoint Games, Sony London Studio gekostet hat, neben tausenden Entlassungen bei anderen Studios.

Ich verurteile aber Diebstahl. Es gibt für mich nur ganz wenige wirklich sehr außergewöhnliche Kontexte, die Diebstahl rechtfertigen, und Gaming ist definitiv keins davon.

Nur weil andere Unrecht begehen, erlaubt es mir mein moralischer Kompass nicht auch Unrecht zu begehen als Rechtfertigung.
Verstehe ich auch. Hab an der Stelle so eine Robin Hood Einstellung :D



Edit:
Ja, in einer idealen Welt übernehmen die Eltern die Verantwortung. In unserer realen Welt, sollten wir als Gesellschaft eine Verantwortungsgemeinschaft bilden und uns um alle gegenseitig kümmern. Deswegen halte ich solche Regularien, wie Social Media Verbote für sinnvoll, da hier Staat die elterliche Verantwortung ein stückweit übernimmt.
Aber das bringt den Kids am Ende ja auch nichts bei. Auch hier wäre ich eher für strengere Regulierung der Unternehmen und ihrer Praxis. Geschultes Personal in Schulen, Jugendhäusern usw. die Medienkompetenzen in Bezug auf social media, gaming und co gezielt mit den Kindern erarbeiten und zu guter Letzt auch medienfreie Zeiten und/ oder Räume schaffen. Generell ein Verbot halte ich aber für eine Verschiebung des Problems. Soviel von Seite der Gesellschaft. Eltern müssen das natürlich auch machen, nichts ist dysfunktionaler als "Mein Kind darf erstmal alles.".

Bei mir zu Hause gibt es auch Verbote und eine Gesellschaft kann ohne Verbote nicht funktionieren, alles andere wäre Anarchie.
Regeln und Gebote, Verbote sollte es so wenige in unserer Gesellschaft geben wie möglich, weil die immer ein Abwiegen individueller Freiheit und gesellschaftlichem Leben sind.

Aus meiner privaten und beruflichen Erfahrung sind gerade die Kinder, mit den allermeisten Freiheiten, weil Eltern sich teilweise nicht interessieren, oder es sogar als Erziehungsparadigma haben, die mit den größten Problemen.

Gerade die maximale Online-Freiheit sehe ich sogar als das größte Problem. Ich kenne lauter verstörte und irritierte Kids, aufgrund all den Dingen, die sie sich Tag für Tag auf TikTok, Insta, Darknet und sonst wo geben.

Grenzen durch Verbote geben dagegen Kindern halt in einer Welt, die äußerst schnell überfordern kann. Selbst Erwachsene sind überfordert…
Ja total, ich würde es nur, wie oben beschrieben lösen wollen, nicht durch schlichte Verbote. Aber eigentlich glaube ich, sind wir in der Sache auf einer Linie.
 
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Müsste man nicht Disney auch boykottieren bei ganzen Argumenten hier? Was die schon alles für Dinger gedreht haben, Sachen aufgekauft, geschlossen und Marken an die Wand fahren, sollte man doch auch nicht noch mit einem Ticket belohnen? Die haben auch Medieninhalte limitiert, sind bei Lizenzen strickt oder nehmen Sachen wie Filme vom Markt damit eine Knappheit entsteht.

Hhhmm, wirkt irgendwie nicht so konsequent. :Ähhh:
 
was ich relativ oft mache, ist Retromes, Nintendo, Sega auf Cardridges zu kaufen und dann die dazugehörige Rom aus zweifelhaften Quellen zu besorgen. weil ich nicht immer Bock habe nach der Arbeit an der Original Hardware zu setzen, da ist ein Emulator dann angenehmer. Rechtlich gesehehen sollte man die Sicherheitskopie von seiner eigenen Cardridge ziehen... Bei neuen Zeugs lohnt sich keine Kopie. So wenig wie ich aktuelles Spiele, da kann ich das auch kaufen...
 
"Offtopic" Da habe ich ja mal eine Diskussion angeleiert. Hier noch mal mein Persönliches Statement. Ich besorge mir Spiele zum Antesten und wenn es dann für mich Spass macht, Deinstalliere ich es und kaufe es.

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und many many more ...
 
Ui ui, ich hab noch nicht alle Beiträge hier gelesen, sehe aber Begriffe wie Raubkopie und Diebstahl ...

Um das mal ein bisschen auseinanderzuhalten :

"Raubkopie" ist ein emotional aufgeladener Begriff, den das Gesetz nicht kennt. Wer ein Spiel aus dem Internet herunterlädt, begeht auch keinen "Diebstahl", sondern eine Urheberrechtsverletzung. Ein Diebstahl würde die physische Wegnahme einer Sache voraussetzen.
Viele Beispiele hier verfehlen dahingehend komplett den eigentlichen Punkt.
 
Das Theme Urheberrecht ist auch sehr schwierig. Ich zB hatte letztens Battlefield 6 gestreamt und im Spiel läuft im Hintergrund die Musik von Top Gun. EA wird die Rechte wohl haben aber mein Stream wurde gemutet. Das selbe zb auch bei Dead by Daylight wo die Musik zB von Halloween oder Freitag der 13te läuft. Wird genauso gemutet. Das ist aber wieder ein ganz anderes Thema
 
Müsste man nicht Disney auch boykottieren bei ganzen Argumenten hier? Was die schon alles für Dinger gedreht haben, Sachen aufgekauft, geschlossen und Marken an die Wand fahren, sollte man doch auch nicht noch mit einem Ticket belohnen? Die haben auch Medieninhalte limitiert, sind bei Lizenzen strickt oder nehmen Sachen wie Filme vom Markt damit eine Knappheit entsteht.

Hhhmm, wirkt irgendwie nicht so konsequent. :Ähhh:
Disney boykottieren 100% wäre das richtig, aber ich hab nie gesagt, dass ich konsequent bin :ugly: Aber weil es zum Thema passt, diesen Disney Vault Kram bei physischen Filmveröffentlichungen finde ich besser und vertretbarer als was die momentan im Streamingangebot z.B. abziehen. Disney+ habe ich aber genau deswegen seit über einem Jahr nicht mehr.
Ansonsten brauch ich Disneyland für mein Seelenheil :Hammer:
 
Ja, die Wordings treffen womöglich den einen oder anderen an einem wunden Punkt, denn wer will schon ein Dieb sein.

Aber wie nennt man dann eine unrechtmäßige Entwendung eines digitalen Produkts?
Eben die Frage. Wenn ich in einen Laden gehe und quasi in einer Ecke, mit einem tragbaren Laufwerk, CDs kopieren würde wäre es ja dann auch kein Diebstahl. Lass das physische Medium ja da. Was ist wenn ich in einer Firma mir an einem freigeschalteten Rechner Zugang verschaffe und mir Firmendaten einfach runterlade?

Wenn ich Film im Kino mit Handy mitfilme?

Klar, bei Fall von Games geht man nicht selber in den Laden und macht eine Kopie. Kopierschutz hebelt Jemand anderes aus genau wie er die Daten im Netz dann zur Verfügung stellt. Weiß ja auch wenn ich auf Markt gehe wo man neue Güter erwerben kann ohne Rechnung dass sie häufig nicht nur vom Laster gefallen sind. Wir kenne ja alle die Märke wo Ware sicher ganz "original nachgemacht" wurde. Weiß halt dass der eigentliche "Entwickler, Hersteller, Eigentümer" umgangen wird.
 
Ja, die Wordings treffen womöglich den einen oder anderen an einem wunden Punkt, denn wer will schon ein Dieb sein.

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Ich habe mich nicht zur Sache geäußert, keine Stellung bezogen und mich auf keine Seite geschlagen. Ich weise die Unterstellung, an einem wunden Punkt getroffen worden zu sein, daher deutlich zurück.
Die Formulierung "Wordings" impliziert darüber hinaus, dass das bewusste Nutzen oder Nichtnutzen bestimmter Schlagwörter beeinflussend wirken kann.
Wir sprechen hier aber über klardefinierte Gesetztesbegriffe, frei von subjektiver Wahrnehmung.
Gemäß dieser Definitionen befindet sich dementsprechend, auf diese Sache bezogen, kein einziger Dieb hier im Thread.

Aber wie nennt man dann eine unrechtmäßige Entwendung eines digitalen Produkts?
Urheberrechtsverletzung, da keine Sache entwendet wird, sondern kopiert. Eine Entwendung findet nicht statt - das wäre ja Diebstahl ;)

EDIT:
Achso und nur um das klarzustellen, eine Urheberrechtsverletzung ist kein Kavaliersdelikt - es soll sich nicht so anhören, als wolle ich die Sache herunterspielen.
 
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Ich habe mich nicht zur Sache geäußert, keine Stellung bezogen und mich auf keine Seite geschlagen. Ich weise die Unterstellung, an einem wunden Punkt getroffen worden zu sein, daher deutlich zurück.
Die Formulierung "Wordings" impliziert darüber hinaus, dass das bewusste Nutzen oder Nichtnutzen bestimmter Schlagwörter beeinflussend wirken kann.
Wir sprechen hier aber über klardefinierte Gesetztesbegriffe, frei von subjektiver Wahrnehmung.
Gemäß dieser Definitionen befindet sich dementsprechend, auf diese Sache bezogen, kein einziger Dieb hier im Thread.
Wir sind hier auch nicht vor Gericht und müssen uns ja nicht rechtfertigen oder gar verteidigen. Ist nur ein Austausch unter uns Usern hier.

Für mich persönlich bleibt es trotzdem Wording, da es eine Art des Klauens oder Diebstahls darstellt, selbst wenn man niemanden ein materielles Gut wegnimmt. Finanzieller Schaden entsteht trotzdem dadurch und Verletzung anderer Rechte auch.

Für manche ist das vielleicht, weniger schlimm als Diebstahl, weil is ja nur digital. Ich halte es trotzdem für ein Unding.
Urheberrechtsverletzung, da keine Sache entwendet wird, sondern kopiert. Eine Entwendung findet nicht statt - das wäre ja Diebstahl ;)
Danke für die Aufklärung.
 
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