Außerdem wieso hat sich so eine extreme Anti-Haltung ggü Publisher und Investoren im Allgemeinen etabliert?
Entwickler dürfen Geld verdienen aber Investoren, ohne dessen Geld manche Games gar nicht erst in dem Rahmen zur Stande gekommen wären, sollen keinen Cent sehen?

Spieler haben nachvollziehbarerweise eine negative Einstellung vor Allem gegenüber publicly traded US-american Publisher, die Studios aufkaufen, die mit diesen gekauften IPs ruinieren und die Studios dann schließen. Das Musterbeispiel dürfte EA sein. EA hat eine ganze Liste an Studios/IPs, die übernommen wurden, dann maßgeblich geändert wurden, damit gescheitert sind und anschließend geschlossen wurden. Wenn big money deine geliebten IPs kolonialisiert und dann ruiniert, hat man als Spieler schon gute Gründe dazu, big money zu verachten.
Im Gegensatz dazu gibt's aber auch Publisher die grundsätzlich positiv aufgenommen werden. Capcom ist derzeit einer der beliebtesten Publisher in der Gaming-Landschaft und hat nach einer katastrophalen Phase in den frühen 2010er Jahren ein Geschäftsmodell gefunden, dass zwar sinnlose Monetarisierung enthält, sich aber von den Inhalten her stark an das eigene Zielpublikum richtet.
Abgesehen davon, wie kaputt Investoren den Kunstmarkt gemacht haben, was momentan auch sehr kritisch diskutiert und möglichweise reglementiert wird in Europa.
Bei fine art wäre deine Robin Hood Mentalität mehr als geboten. Historische Gemälde verenden mittlerweile als Investitionsinstrumente in irgendwelchen unbekannten Lagerhäusern, damit das obere 1% damit Steuern sparen und/oder umgehen kann. Leihgaben sind auch alles andere als uneigennützig.
Deswegen halte ich solche Regularien, wie Social Media Verbote für sinnvoll, da hier Staat die elterliche Verantwortung ein stückweit übernimmt.
Nein. Nein². Nein³. Nein²³²³²³²³²³.
Der Staat sollte Eltern ihre grundlegenden elterlichen Obliegenheiten nicht abnehmen. Die User Experience von Hardware ist mittlerweile ohnehin schon so einfach, dass Jugendliche nicht einmal mehr die einfachsten Hardware-Probleme lösen können. Parental controls sind mittlerweile userfreundlich genug, dass wirklich jeder Elternteil, der sich auch nur eine Stunde nimmt, um sich damit zu befassen, das Nutzungsverhalten seiner Kinder kontrollieren kann. Ich bin wirklich kein Apple-Freund, aber in dem Bereich muss man für Apple wirklich eine Lanze brechen: Die Kontrollmechanismen in deren Produktkosmos sind erstklassig.
Außerdem würde ein Social-Media-Verbot langfristig für noch stärkere Orwell'sche Verhältnisse sorgen: Mit einem Social-Media-Verbot geht zwangsweise Alters- und damit auch Identitätskontrolle und Online-ID einher. Damit einher gehen der einfache Zugang zu social marketplaces und internet anonymity, was seinerseits free speech und demokratische Legimiität schwächt. Dass legacy media (die unter wenigen mächtigen Familien aufgeteilt ist) mitunter einseitig oder gar nicht berichtet, ist nachweislich bewiesen. Social Media ist mittlerweile als ein Grundpfeiler der vierten Gewalt zwingend notwendig. Unsere Gesellschaften entwickeln sich ohnehin schon immer weiter in einen dystopischen Mix aus 1984, Animal Farm, Idiocracy und Cyberpunk.