Thema Raubkopieen

Wir sind hier auch nicht vor Gericht und müssen uns ja nicht rechtfertigen oder gar verteidigen. Ist nur ein Austausch unter uns Usern hier.

Für mich persönlich bleibt es trotzdem Wording, da es eine Art des Klauens oder Diebstahls darstellt, selbst wenn man niemanden ein materielles Gut wegnimmt. Finanzieller Schaden entsteht trotzdem dadurch und Verletzung anderer Rechte auch.

Für manche ist das vielleicht, weniger schlimm als Diebstahl, weil is ja nur digital. Ich halte es trotzdem für ein Unding.

Danke für die Aufklärung.
Dass Rechte verletzt werden, steht völlig außer Frage. Es ist und bleibt ein Unrecht.
Wie man das für sich persönlich moralisch bewertet, muss am Ende ohnehin jeder selbst wissen.

Das ist rein psychologisch vielleicht ein bisschen vergleichbar mit dem Überquern einer roten Ampel; dem einen ist es völlig egal, dem nächsten ist es nur so lange egal, wie keine Kinder zu sehen sind, und wieder andere bleiben selbst nachts um 4 Uhr an einer leeren Baustellenampel stehen, bis sie grün wird. Die persönliche Grenze zieht jeder woanders und ich glaub jeder kann sich Pro- und Kontra-Argumente auslegen, bis man die Überschreitung einer Regel vor sich selsbt gerechtfertigt hat - oder halt auch nicht.

Mir ging es tatsächlich nur um die rein begriffliche Präzision auf der Faktenebene, nicht darum, die Sache an sich zu verharmlosen - siehe dazu auch meinen nachträglichen Edit im vorigen Post.
 
Eigentlich bin ich ja ein schwerverbrecher weil ...
  • ich habe als Kind vor dem Kassettenrekorder gesessen und Musik Mitgeschnitten (Uhrheberrechtsverletzung)
  • Ich höre auf YouTube Musik-Mixe von Internet DJ`s die keine Rechte an der Musik haben
  • Mein Aktueller Windows Key hat 3 Euro gekostet bei ETSY xD (garantiert nicht Legal bei dem Preis)
  • Wenn ich eine Homepage baue für einen Kunden welcher mir Seite xy als Referenz zeigt, baue ich die Ähnlich nach (nicht 1 zu 1) und selbst da hatte ich schon Theater

Das selbe Problem ist ja auch wenn User xy auf Platform xy einen Film Streamt der gerade im Kino läuft. Da hat er zwar keine Kopie gemacht aber der Film wird auf der HD oder SSD zum Buffern auf dem PC zwischengelagert (meistens).
 
Diese Argumentation von wegen man "testet" Spiele und kauft sie wenn es einem gefällt ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar. Steam bietet bis zu 2 Stunden Refund an, darüber hinaus kann man sich Reviews und Gameplayvideos auf Youtube usw anschauen. Die meisten Leute mit dieser Argumentation haben dann trotzdem nur ihre 5-7 MP Spiele auf ihrem Steamkonto, spielen aber alle anderen Spiele auf andere Weise.

Für mich ist das schlicht und einfach nur Diebstahl.
 
Außerdem wieso hat sich so eine extreme Anti-Haltung ggü Publisher und Investoren im Allgemeinen etabliert?

Entwickler dürfen Geld verdienen aber Investoren, ohne dessen Geld manche Games gar nicht erst in dem Rahmen zur Stande gekommen wären, sollen keinen Cent sehen? :Fresse:​
Spieler haben nachvollziehbarerweise eine negative Einstellung vor Allem gegenüber publicly traded US-american Publisher, die Studios aufkaufen, die mit diesen gekauften IPs ruinieren und die Studios dann schließen. Das Musterbeispiel dürfte EA sein. EA hat eine ganze Liste an Studios/IPs, die übernommen wurden, dann maßgeblich geändert wurden, damit gescheitert sind und anschließend geschlossen wurden. Wenn big money deine geliebten IPs kolonialisiert und dann ruiniert, hat man als Spieler schon gute Gründe dazu, big money zu verachten.

Im Gegensatz dazu gibt's aber auch Publisher die grundsätzlich positiv aufgenommen werden. Capcom ist derzeit einer der beliebtesten Publisher in der Gaming-Landschaft und hat nach einer katastrophalen Phase in den frühen 2010er Jahren ein Geschäftsmodell gefunden, dass zwar sinnlose Monetarisierung enthält, sich aber von den Inhalten her stark an das eigene Zielpublikum richtet.​
Abgesehen davon, wie kaputt Investoren den Kunstmarkt gemacht haben, was momentan auch sehr kritisch diskutiert und möglichweise reglementiert wird in Europa.​
Bei fine art wäre deine Robin Hood Mentalität mehr als geboten. Historische Gemälde verenden mittlerweile als Investitionsinstrumente in irgendwelchen unbekannten Lagerhäusern, damit das obere 1% damit Steuern sparen und/oder umgehen kann. Leihgaben sind auch alles andere als uneigennützig.​
Deswegen halte ich solche Regularien, wie Social Media Verbote für sinnvoll, da hier Staat die elterliche Verantwortung ein stückweit übernimmt.​
Nein. Nein². Nein³. Nein²³²³²³²³²³.

Der Staat sollte Eltern ihre grundlegenden elterlichen Obliegenheiten nicht abnehmen. Die User Experience von Hardware ist mittlerweile ohnehin schon so einfach, dass Jugendliche nicht einmal mehr die einfachsten Hardware-Probleme lösen können. Parental controls sind mittlerweile userfreundlich genug, dass wirklich jeder Elternteil, der sich auch nur eine Stunde nimmt, um sich damit zu befassen, das Nutzungsverhalten seiner Kinder kontrollieren kann. Ich bin wirklich kein Apple-Freund, aber in dem Bereich muss man für Apple wirklich eine Lanze brechen: Die Kontrollmechanismen in deren Produktkosmos sind erstklassig.

Außerdem würde ein Social-Media-Verbot langfristig für noch stärkere Orwell'sche Verhältnisse sorgen: Mit einem Social-Media-Verbot geht zwangsweise Alters- und damit auch Identitätskontrolle und Online-ID einher. Damit einher gehen der einfache Zugang zu social marketplaces und internet anonymity, was seinerseits free speech und demokratische Legimiität schwächt. Dass legacy media (die unter wenigen mächtigen Familien aufgeteilt ist) mitunter einseitig oder gar nicht berichtet, ist nachweislich bewiesen. Social Media ist mittlerweile als ein Grundpfeiler der vierten Gewalt zwingend notwendig. Unsere Gesellschaften entwickeln sich ohnehin schon immer weiter in einen dystopischen Mix aus 1984, Animal Farm, Idiocracy und Cyberpunk.​
 
Bei fine art wäre deine Robin Hood Mentalität mehr als geboten. Historische Gemälde verenden mittlerweile als Investitionsinstrumente in irgendwelchen unbekannten Lagerhäusern, damit das obere 1% damit Steuern sparen und/oder umgehen kann. Leihgaben sind auch alles andere als uneigennützig.​
Ja das betrifft zeitgenössische Werke ja sogar noch mehr aber und absolut, finde (m)eine Robin Hood Mentalität dem gegenüber sogar noch zu sanft ehrlich gesagt.
Als jemand der die Mechaniken und Methoden selbst erlebt hat, mir sind selten so kompromisslose, empathielose Geschäftsleute begegnet wie Galeristen, die im Auftrag von großen Einzelpersonen oder Unternehmen handeln. War eines meiner Hauptmotive den Weg endgültig hinter mir zu lassen und die Alternative gar nicht mehr in Betracht zu ziehen. War sowieso immer nur ein Backupplan, aber das sah mal sehr vielversprechend aus, hat mich aber kaputt gemacht.
Weiß bei diversen meiner Werke z.B. nicht wo die momentan sind und ob die Besitzer gewechselt sind, obwohl ich das Recht auf Weiterverkaufsbeteiligung und Auskunft habe. Aber je nach dem, wen die Galeristen vertreten, weiß man gar nicht wer das am Ende ist. Aber wie sagte mein Prof dann mal zu mir: Finden Sie Trost darin, dass die Werke sie überdauern und ihr Name irgendwo in Beziehung dazu genannt wird. Nur blöd, dass ich zig Werke nicht signiert habe :ugly:
 
Und wie er sich das verdient hat. Die Aussage er möchte keine 50$ für ein Spiel ausgeben, die wird er jetzt bitter bereuen. Das diese Leute immer glauben mit allem davon zu kommen. Nicht reagieren auf eine Klage ist aber auch ein starkes Kunststück ^^
 
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