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Verfallen - Eine kleine, musikalische Gothic Novel

Koeter70

Forenwachhund
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18. Aug. 2025
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Es gibt Musikalben, die hört man.
Und es gibt Musikalben,
deren Geschichten eine unwiderstehliche Sogwirkung entfalten.
Der „Verfallen“-Zyklus von ASP gehört für mich zu dieser Kategorie.

Den möchte ich den Horror- und Mysteryfans unter euch gerne näher bringen,
und habe versucht, die Stimmung der Alben in Bilder zu übersetzen.
Kein „Erklären“, sondern eher ein Festhalten von Stimmung, Momenten und Perspektiven.

Ich werde das Ganze hier in kleinen, sinnvollen Abschnitten posten -
eine Auswahl der Songs mit jeweils einem Bild dazu.

Vielleicht funktioniert es ja auch für euch.
Vielleicht seht ihr etwas völlig anderes darin.
Ich bin äußerst gespannt, was dem erwächst.


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Mach's gut Berlin

Mach´s gut Berlin.webp

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Ein neuer Name und nagelneue Kleidung
Und beides trug ein anderer Mann vor mir, es tut mir leid…
Nie mehr Berlin, so lautet die Entscheidung
Ich hab gehört, Leipzig sei schön in dieser Jahreszeit

Mein Koffer will nicht zum neuen Leben passen
Zerschliss'nes Leder und ein abgebroch'ner Schnappverschluss
Er würde noch so vieles in sich fassen
"Wer nichts besitzt, der hat auch nichts, was er vermissen muss!"

Mein letztes Geld geht weg für eine Zugfahrkarte
Es hält mich nichts in der geliebt-gehassten Stadt
Nun steh ich hier am Bahnsteig, schau mich um und warte
Ich will nur fort und hoffe, es geht alles glatt

Berlin, adieu! Verflucht, du brachtest mir kein Glück!
Ich lass so viel an toter Zeit mit dir zurück
Verlier'n konnt ich mich gut in dir, anstatt mich hier zu finden
Ich hass dich nicht zu sehr dafür, ich muss verschwinden

Hier auf den Straßen, so viele fremde Leute!
In diesen Tagen ist bald jeder zweite heimatlos
So mancher Blick, der jeden Augenkontakt scheute
Die Chance, dass jemand mich erkennt, ist nicht besonders groß

Die halbe Welt lag viel zu lange schon in Trümmern
Ich will nur, dass sie mir einmal zu Füßen liegt
Um Krieg und Frieden soll'n sich nur die Großen kümmern
Ich lass nicht zu, dass dieses Leben mich besiegt

Berlin, adieu! Verflucht, du brachtest mir kein Glück!
Ich lass so viel an toter Zeit mit dir zurück
Verlier'n konnt ich mich gut in dir, anstatt mich hier zu finden
Ich hass dich nicht zu sehr dafür, ich muss verschwinden

Ich schmeck die Luft und spür: Ich war noch nie bereiter!
Es ist so laut, wir schreiben 1919
Wir sind modern, der Fortschritt bringt uns alle weiter
Ich nehme meinen Hut, nun ist es zeit zu gehen!

Berlin, adieu! Verflucht, du brachtest mir kein Glück!
Ich lass so viel an toter Zeit mit dir zurück
Verlier'n konnt ich mich gut in dir, anstatt mich hier zu finden
Ich hass dich nicht zu sehr dafür, ich muss verschwinden

Berlin, adieu, verflucht, du brachtest mir kein Glück!
Ich lass so viel an toter Zeit mit dir zurück
Berlin, adieu, du feine Dame und Moloch!
Mach's gut, Berlin, vielleicht vermiss ich dich ja doch

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Ich nenne mich Paul

Ich nenne mich Paul.webp


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Ich nenn mich flüsternd Paul. Der Name steht mir blendend
Der Zug fährt schnell, die Landschaft zieht an mir vorbei
Ich lass mich treiben, etwas Tag als Traum verschwendend
Trotz dritter Klasse fühle ich mich reich und frei

Ich stell' mir vor, wie ich am Hauptbahnhof aussteige
In Leipzig wird die ganze Welt mir offensteh'n
Ich will mich nur noch von der besten Seite zeigen
Ich lasse keinen Tag mehr ungenutzt vergeh'n

Ich will das Gute nicht mehr länger nur aufschieben
Ich komm voran ab heute und geh nicht zurück
Ich denk bei mir, heut wär ein Tag, mich zu verlieben
Vielleicht erwartet mich dort schon das große Glück?

Womöglich in die erste Frau, die mir begegnet?
Ich lächle, und ich schwör, ich werde offen sein
Es ist mir gleich, ob es in Leipzig heute regnet
Denn wo ich hinkomm, herrscht von nun an Sonnenschein

Und der Anhalter Bahnhof ist schon längst verschwunden
Er stürzt im Kopf bereits ans Ende dieser Welt
So schnell zerschmolzen im Gedöse mir die Stunden
Doch werd ich wach sein, wenn der Zug gleich endlich hält

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Baukörper

Baukörper.webp


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Das Erste, was ich sehe, als ich aus dem Bahnhof trete
Auf den großen Platz davor, ist keine Frau
Stattdessen fällt mein Blick direkt auf einen wunderschönen
Großen und auch äußerst luxuriösen Bau
Er wirkt auf mich wie ein Palast, nein, wie ein Tempel einer
Längst vergess'nen Gottheit, wie er da so steht
Ich seh mich selbst als Automaten, der wie ferngesteuert
Ganz mechanisch auf ein Heiligtum zugeht

Ein Wagenmeister steht am Eingang, der mit wohlgeübter Geste
Pagen mit Gepäck ins Innere schickt
Die Menschen um mich nehme ich nun kaum noch wahr
Ich bin von dieser Szenerie verzaubert und entzückt
Chauffeure halten Türen auf an den Automobilen
Gäste reisen an und andere Gäste ab
Die fein herausgeputzten Damen steigen ein und aus
Und noble Herren nicken freundlich, aber knapp.

Ich fühl mich wie ein Gläubiger, der beim Betrachten
Eines Doms beseelt auf seinen Knien dem Schöpfer dankt
Ich hör mich selbst den Namen kosten, der geschmackvoll
Und in großen Lettern über mir am Eingang prankt
In meiner Brust, da wächst ein tiefes Sehnen
Und schlagartig wird mir klar: An diesen Ort gehör ich hin
Ich finde einen Weg, ich will und muss hinein
Ich weiß, sonst hat mein ganzes Leben nie mehr einen Sinn.

Ich spüre ganz genau, heut ist mein Glückstag
Und mit mir wird etwas Großes und Besonderes passieren
Ich prüfe, wie mein Anzug sitzt, und gehe um den Block
Herum, es muss ein zweiter Eingang existieren
Da ist die Tür, hier strömen die Bediensteten und
Lieferanten ständig wie Insekten ein und aus
Die Schwelle lädt mich ein, und so betrete ich
Zum allerersten Mal das große, wunderbare Haus

Ich fühle mich nicht mal eine Sekunde lang als Eindringling
Was mich in meinem Wissen nur bestärkt
Ich bin da angekommen, wo ich hingehör
Ich bleib in dem geschäftigen Betrieb fast unbemerkt
Es werde händeringend ein Ersatz gesucht, die Stelle
Eines Hausmeisters ist erst seit kurzem frei
Der Vorgänger, so sagt man mir, sei unglücklich gefallen
Und er brach sich leider das Genick dabei

Nur wenige Gespräche und ganz viele Flunkereien später
Bin ich im Hotel fest angestellt
Auf Probe nur, fürs erste, dennoch fühle ich mich
Wie der größte Glückspilz auf der ganzen weiten Welt
Ich denke, welch ein wundervoller Zufall
Laut bemerke ich jedoch: "Welch ein bedauernswerter Tropf!"
Ich arbeite ab jetzt im Paradies und hab zum ersten Mal
Seit langem auch ein Dach über dem Kopf



Vergessen ist die Somme, vergessen ist Versailles
Vergessen ist die Not, das alles liegt weit hinter mir
Ab morgen bin ich ein ganz neuer Mensch, hab Perspektiven
Und ich wünsche mir, ich blieb für immer hier.

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Astoria Verfallen

Astoria verfallen.webp

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Zum ersten Mal fühl ich mich irgendwo geborgen
Das Gefühl von Heimat war mir unbekannt
Auch deine Wünsche machen mir nur wenig Sorgen
Denn keiner merkt jemals, was über Nacht verschwand

Die Welt dort draußen, sie verblasst
Ich gehe nur noch ungern raus
Hab ich sie immer schon gehasst?
Ich fühl mich nur in dir zu Haus!

Astoria - du bist der schönste Stern von allen
Wie du meine Welt erhellst!
Astoria - für immer bin ich dir verfallen
Weil du alles andere in den Schatten stellst

Oh, du erscheinst mir so geheimnisvoll betörend
Ich wünschte, jemand könnte dich so sehen wie ich
Mag sein, so mancher Mann empfände als verstörend
Was du verlangst, doch du verlässt dich ganz auf mich

Du hebst mein kleines Licht empor
Und machst daraus auch keinen Hehl
Du flüsterst ständig in mein Ohr
Und jeder Wunsch ist mir Befehl

Astoria - du bist der schönste Stern von allen
Wie du meine Welt erhellst!
Astoria - für immer bin ich dir verfallen
Weil du alles andere in den Schatten stellst

Du hauchst: "Komm tiefer, tiefer, bitte!"
Ja, ich tu, was du verlangst
Du lenkst so sicher meine Schritte
Zwischen Euphorie und Angst
Du führst mich an geheime Stellen
Du weißt, was und wie du's willst
Schöpfst Energie aus deinen Quellen
Weißt, wie du deinen Hunger stillst

Astoria...
Astoria - du bist der schönste Stern von allen
Und nur ich bin auserwählt
Astoria - für immer bin ich dir verfallen
Bis nichts anderes mehr zählt

Astoria, oh meine Schöne, dass du mir ja nicht verfällst!
Astoria, oh meine Schöne, dass du mir ja nicht verfällst!

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Souvenir, Souvenir

Souvenir, Souvenir.webp

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Ihre Existenz ist unbeständig
Fast alle Menschen sind für sie nur Gäste
Sie fühlen sich bei ihr nur halb zu Haus
Sie schluckt sie, und sie spuckt sie wieder aus

Was sie in mir weckt, ist unanständig
Ich habe keine blütenweiße Weste
Ich tu mit Freuden das, was sie verlangt
Ich hoffe immer, dass sie es mir dankt

Bald schon vertraut
Und unser mit Haut
Und Haar
Kein Weg zurück
Du wirst ein Stück
Inventar

Souvenir, Souvenir
Ein kleiner Teil von dir wird bei uns bleiben
Souvenir, Souvenir
Wir werden ihn der Sammlung einverleiben
Oft geschieht es unfreiwillig
Es ist mehr als recht und billig
Du verdienst es, und doch still ich
Niemals ihre Gier!
Souvenir, Souvenir

Jeder möchte gerne bei ihr liegen
Doch keiner will für immer bei ihr bleiben
Nur ich bin da und bin ihr ewig treu
Bei mir allein, da zeigt sie keine Scheu

Ich bin immer gnadenlos verschwiegen
Und sehr erpicht, ihr meinen Wert zu zeigen
Ich hör, was sie in meine Ohren haucht...
Sie schickt mich, ich besorg ihr, was sie braucht!

Wer bei uns war
Gehört uns durch Haar Und Haut
Nie mehr allein
In Schoß und in Schrein
Verstaut

Souvenir, Souvenir
Ein kleiner Teil von dir wird bei uns bleiben
Souvenir, Souvenir
Wir werden ihn der Sammlung einverleiben
Oft geschieht es unfreiwillig
Es ist mehr als recht und billig
Du verdienst es, und doch still ich
Niemals ihre Gier!
Souvenir, Souvenir...

Souvenir, Souvenir
Ein kleiner Teil von dir wird bei uns bleiben
Souvenir, Souvenir
Wir werden ihn der Sammlung einverleiben
Oft geschieht es unfreiwillig
Es ist mehr als recht und billig
Du verdienst es, und doch still ich
Niemals ihre Gier!
Souvenir, Souvenir...

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Alles, nur das nicht!

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Du weißt, ich würde wirklich alles für dich tun
Ich hab es hundertmal, nein tausendfach, bewiesen
Ich hab mich aufgeopfert, ich durfte selten ruhen
Nun lieg ich hier auf diesen bitterkalten Fliesen
So ängstlich

Ich habe jeden meiner Tage dir geweiht
Du bist mein Mittelpunkt, ich widme dir mein Leben
Mein Wesen scheint verwest, es verblasste mit der Zeit
Taub war ich hörig und dir blind und stumm ergeben
Du lenkst mich

Was du befahlst, ich tat es gern
Du bist mir Sonne, bist mein Stern!
Mir ist bewusst, es ist nicht klug
Dass ich den Weg mit dir einschlug!

Bestraf mich jetzt nicht mit Entzug!
Warum bekommst du nie genug?

Alles will ich immer für dich tun
Alles, wirklich alles, ich will dir den Kosmos schenken!
Alles will ich immer für dich tun
Alles, wirklich alles, will nicht an die Folgen denken!
Zu jedem Schritt und jeder Schandtat bin ich gern bereit
Doch was du jetzt begehrst, ist grausam und geht mir zu weit

Bis heute Nacht genügten dir noch Souvenirs
Nur Kleinigkeiten, leblos, abgetrennt, entbehrlich
Da ist ein ständig wachsendes Verlangen, ja, ich spür's:
Nun hast du neue Wünsche, größer und gefährlich
Nein, lass mich!

Ich sollte dich verlassen, noch ist es nicht zu spät
Bei dem Gedanken nimmt die Panik mich gefangen
Du hast ein Körnchen Abscheu in mein Herz gesät
Ich fleh dich an! Das darfst du nicht von mir verlangen!
Nur das nicht!

Was du befahlst, tat ich voll Wonne
Bist mein Stern und meine Sonne
Ich war immer schön servil
Doch nun willst du viel zu viel

Hast ein grauenhaftes Ziel
Spielst ein mörderisches Spiel!

Alles will ich immer für dich tun
Alles, wirklich alles, ich will dir den Kosmos schenken!
Alles will ich immer für dich tun
Alles, wirklich alles, will nicht an die Folgen denken!
Zu jedem Schritt und jeder Schandtat bin ich gern bereit
Doch was du jetzt begehrst, ist grausam und geht mir zu weit

Der Druck ist zu groß
Und unablässig flüstert deine Stimme
Sie setzt mir zu
Der Druck ist zu groß
Ich merke langsam, ich kann nicht gewinnen
Was ich auch tu
Der Druck ist zu groß
Wohin ich geh, mir folgen deine Blicke
Und dein Gesicht
Der Druck ist zu groß
So schlägst du meine Gegenwehr in Stücke
Mein Wille bricht

Der Druck ist zu groß, ich lasse mich los
Ich seh die Gefahr, doch nun ist mir klar
Es hat keinen Sinn, mich dir noch zu verweigern
Es liegt auf der Hand, dass mein Widerstand
Dich nur noch anheizt und zusätzlich reizt
Er wird dein Verlangen nur noch weiter steigern

Alles werd ich immer für dich tun
Alles, wirklich alles, und nun gibt es keine Grenzen!
Alles werd ich immer für dich tun
Alles, wirklich alles, denk nicht an die Konsequenzen!
Zu jedem Schritt und jeder Schandtat bin ich gern bereit
Ich bin bereit

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Loreley [Die Traurige Ballade der Hannelore W.]

Loreley [Die Traurige Ballade Der Hannelore W.].webp

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Hannelore nennt sich Loreley
Ihr Kleid ist hübsch, doch nicht der letzte Schrei
Mit Haaren bis zur Hüfte
Steht sie dort, verströmt die Düfte
Nicht zu edel, nicht zu billig, nie zu willig

In der Hotelbar ist sie wie zu Haus
Und meistens sieht sie schön und freundlich aus
Die zarten, feinen Züge
Strafen alle Mühsal Lüge
Sie hält alle Sorgen immer gut verborgen

Hannelore nennt sich Loreley
An mir schaut sie geflissentlich vorbei
Ich fall bei diesem Thema
Keineswegs ins Beuteschema
Soll ein Lächeln für dich strahlen, musst du zahlen

Betritt ein Kandidat für sie den Raum
Verschiebt sich nur ganz leicht der Kleidersaum
Denn so wartet die charmante
Und so schöne Unbekannte
Vielleicht kommt zu später Stunde noch ein Kunde

Leise, leise, Loreley!
Freu dich, du wurdest auserkoren!
Leise, leise, Loreley!
Du hast so wundervolles Haar!
Lass los, lass los, oh Loreley
Denn niemand bleibt hier ungeschoren!
Auch dein Schmerz ist bald vorbei, Loreley!
Es ist wahr

Hannelore nennt sich Loreley
Am Morgen sind die Beine schwer wie Blei
Einem Leitsatz folgt sie immer:
"Gehe niemals mit aufs Zimmer!"
Sie wahrt immer ihre Grenzen bei den Tänzen

Hannelore ist für Geld recht nett
Ein blonder Engel schwebt übers Parkett
Man sieht Männer Scheine zücken
Nur um sich mit ihr zu schmücken
Ihre Schönheit lässt sie eben überleben

Leise, leise, Loreley!
Freu dich, du wurdest auserkoren!
Leise, leise, Loreley!
Du hast so wundervolles Haar!
Lass los, lass los, oh Loreley
Denn niemand bleibt hier ungeschoren!
Auch dein Schmerz ist bald vorbei, Loreley!
Es ist wahr

In dieser Nacht kommt keiner mehr
Die Taschen bleiben heute leer
Und du bringst nichts nach Haus
Ich folge in der Dunkelheit
Dem viel zu dünnen Abendkleid
Du siehst verletzlich aus

Am liebsten kehrte ich nun um
Doch "ihre" Stimme ist nie stumm ("Los tu es!")
Es soll und wird gescheh'n
Du hörst die Schritte hinter dir
Läufst schneller, fast entkommst du mir
Du kannst mir nicht entgeh'n

Du drehst dich um, erkennst mich jetzt
Die Augen weiten sich entsetzt
Du fragst mich, was ich will
Ich reiße meine Faust empor
Herunter fährt das Eisenrohr
Und bald liegst du ganz still

Ich schleif dich ins Hotel zurück ("Bring sie zu mir!")
Es hat niemand bemerkt, zum Glück
Du bist so furchtbar leicht
Viel schwerer lastet meine Schuld
Doch wartet "sie" voll Ungeduld
Der Keller ist erreicht

Ich leg den schlaffen Körper ab
Astoria wird ihm zum Grab
Die Schatten kreisen ihn schon ein. ("Endlich!")
In meinem Kopf schrillt kreischend laut
Triumphgeheul, nun wird verdaut
Nun ist's an mir zu schreien



Leise, leise, Loreley!
Freu dich, du wurdest auserkoren!
Leise, leise, Loreley!
Du hast so wundervolles Haar!
Lass los, lass los, oh Loreley
Denn niemand bleibt hier ungeschoren!
Auch dein Schmerz ist bald vorbei, Loreley!
Es ist wahr

Hannelore ohne Loreley
Karin kommt bald in die Schule, Klaus wird drei
Wer wird sich dazu durchringen
Ihren Kindern beizubringen
Dass sie niemals wieder heimkommt, nie mehr heimkommt?

Hannelore oder Loreley
Mit beiden ist es leider nun vorbei
Man wird sie auch nicht entdecken
Denn ich musste sie verstecken
In der Parthe fand man Kleider, sonst nichts, leider

Das Hotel ließ sie verschwinden
Nicht mal ich kann sie noch finden
Jeder muss vor allen Dingen Opfer bringen

Niemand wird mehr nach ihr fahnden
Keiner wird die Tat je ahnden
In der Bar tanzt nun "Marie" und nicht mehr sie

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Unwesentreiben

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Fast anderthalb Jahrzehnte ist es her
Dass Loreley hier Haar und Leben ließ
Und dabei ist es leider nicht geblieben
Die Opfer wurden stetig mehr und mehr
Bei manchem wußt ich nicht mal, wie es hieß
Mit diesem heute zähl ich hundertsieben

Ich gebe zu, am Anfang war es schwer
Die Skrupel und die Ängste waren stark
Ich kann sie mir beim Dienst für dich nicht leisten
Ja, in und ums Hotel herrscht viel Verkehr
Ein Umstand, der so manche Tat verbarg
Doch Gleichgültigkeit half gewiss am meisten

Ich wär ein Star im Schauspielhaus
Fall niemals aus der Rolle!
Ich bleib für mich, komm nie groß raus
Verlier nie die Kontrolle!

Im Wandel sind wir die Konstante
Unwesen!
Wir sind Vertraute, Unbekannte
Unwesen!
Wir sind gekommen, um zu bleiben
Unwesen! Unwesentreiben!

Du hörst damit nie auf, das ist mir klar
Du wirst nie satt, es wird so weitergehen
Ich bleib dein Favorit, wenn ich dich nähre
Ich fühle mich dabei so wunderbar
Mich kümmert keiseswegs das Weltgeschehen
Ich bleibe permanent in meiner Sphäre

Verschmelze mit dem Inventar
Als Tarnungs-Koryphäe
Man nimmt mich einfach nicht recht wahr
Auch nicht aus nächster Nähe

Im Wandel sind wir die Konstante
Unwesen!
Wir sind Vertraute, Unbekannte
Unwesen!
Wir sind gekommen, um zu bleiben
Unwesen! Unwesentreiben!

Draußen ändert sich jäh das Regime
Der Wahnsinn streicht durch jede deutsche Stadt
Mit Terror, dem von Menschenhand gemachten
Der Chef weiß, einst gehörte alles ihm
Kann sein, das Los, das ihn getroffen hat
Ist nicht so schlimm wie das der Fortgebrachten

Als rückgratloser Mensch famos
Perfekte Maskerade
Die Mimikry ist lückenlos
Kein Riss in der Fassade

In diesen grauenvollen Tagen
Verschwinden täglich Leute
Kaum jemand traut sich nachzufragen
Weil mancher das bereute
Nun kommen unsre fetten Jahre
Ein Mensch ist schnell vergessen
Und Futter ist nie Mangelware
Welch ein gefund'nes Fressen!

Im Wandel sind wir die Konstante
Unwesen!
Wir sind Vertraute, Unbekannte
Unwesen!
Wohl wissend, ohne ein Gewissen
Unwesen!
Gleich, welche Fahnen sie auch hissen
Unwesen!

Im Wandel sind wir die Konstante
Unwesen!
Wir sind Vertraute, Unbekannte
Unwesen!
Wir sind gekommen, um zu bleiben
Unwesen! Unwesentreiben!

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OdeM

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Erst kommst du, dann kommst du wieder,
und danach kommt lange nichts.
Erhell die Nächte, alle Lieder!
Du bist die Quintessenz des Lichts
und der Gipfel des Verzichts.
Seit Jahren in der heißen Phase,
doch zum Letzen kommt es nie.
Du versetzt mich in Ekstase.
Ich wüsste liebend gerne, wie!
Du bleibst immer ein Versprechen,
lieferst tausend gute Gründe.
Das kann kein Verbrechen sein.
Und wenn doch, dann sicher keine Sünde...

Welch ein Rausch!
Was für ein Wahn!
Wir sind grandios und ein fantastisches Gespann!
Was eine Lust!
Was für ein Lauf!
Denn wir vollbringen alles, was sonst keiner kann,
und hören niemals wieder auf!

Wenn ich erwache, wenn ich schlafe:
Immer will ich bei dir sein.
Ich bin dein Wolf und sie die Schafe.
Wähle aus, schon wird es dein.
Es hat nichts mit uns gemein.
Stern im Dunkel, ich bin die Erde,
du bist Flamme, ich nur Staub.
Wir sind eins, sie sind die Herde,
wir sind ein Lustschrei, sie sind taub.
Du bleibst immer ein Versprechen,
lieferst tausend gute Gründe.
Das kann kein Verbrechen sein.
Und wenn doch, dann sicher keine Sünde...

Welch ein Rausch!
Was für ein Wahn!
Wir sind grandios und ein fantastisches Gespann!
Was eine Lust!
Was für ein Lauf!
Denn wir vollbringen alles, was sonst keiner kann,
und hören niemals wieder auf!

Ich bin so, wie ich war, geblieben.
Du bist mir Medizin und Gift.
Die Dosis find ich untertrieben.
Du bist, was mir ins Schwarze trifft,
was mich durchdringt
und mit mir schwingt.
Es ist gewiss ein Fall, auch von Besessenheit,
was in mir klingt
und aus mir singt.
Es wird ein tiefer Sturz in die Unsterblichkeit.

Welch ein Rausch!
Was für ein Wahn!
Wir sind grandios und ein fantastisches Gespann!
Was eine Lust!
Was für ein Lauf!
Denn wir vollbringen alles, was sonst keiner kann,
und hören niemals wieder auf!

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Höhepunkt

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Oh, Liebste, auch in dieser Nacht
Hab ich dem Drängen nachgegeben
Ich hab dir ein Geschenk gebracht
Bis eben war es noch am Leben

Und dann hältst du mich im Arm
Dafür, dass ich dir etwas gab
Doch hinter dir senkt sich der Schwarm
Auf den noch warmen Leib herab

Du greifst in meinen Kopf hinein
Es ist viel schöner als ein Kuss
Dann setzt Verzückung bei mir ein
Ein unvergleichlicher Genuss

Oh, die Korridore
Sind vertraut
Und alles geht nun seinen Gang als Abenteuer
Oh, in jeder Pore
Meiner Haut
In jeder Faser meines Körpers entfachst du Feuer

Berühren können wir uns nie
So wie die ganz normalen Paare
Und doch erfüllst du Phantasien
Und schenkst mir viele Jahre

Nur du berührst mich viel zu sehr
Zur gleichen Zeit in diesem Haus
Du machst mein Interieur zum Meer
Und lotest meine Tiefen aus

Die Welt um uns herum, sie döst
Mag sein, man spürt den leisen Hauch
Von dem, was du in mir auslöst
Ganz träumerisch im tiefen Bauch

Oh, die Korridore
Sind vertraut
Und alles geht nun seinen Gang als Abenteuer
Oh, in jeder Pore
Meiner Haut
In jeder Faser meines Körpers entfachst du Feuer

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Das Kollektiv

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Tausend kleine Lebensteile,
niemals im Bewusstsein angelangt.
Sein, für eine kurze Weile
Doch bereits so hoffnungslos erkrankt

Noch nicht tot und kaum am Leben
Werden sie zur Entität
Die Königin kann sie verweben
Grauenvolle Majestät

Der Schwarm will immer nur das eine
Lässt sie ihn von ihrer Leine
Eine unheilvolle Mutter
Speit ihn aus, und du wirst Futter!


In den Rohren wohnt ein Summen
Und nichts lässt es je verstummen
Durch die Adern pumpt sie die Legionen
Auch in die entferntesten Regionen
Des Hotels und jedes seiner Zimmer
Doch die Gäste haben keinen Schimmer
Lebenshungrig und exzessiv
Unsichtbar, doch invasiv
Das Kollektiv

Niemals hinterlässt es Spuren
Zum Leben andrer drängt es instinktiv
Der Motor läuft auf vollen Touren
Ein blinder Hunger treibt das Kollektiv

Ein Wille lenkt die Parasiten
Dumpfe Schwarmintelligenz
Die Königin hat viel zu bieten
Für die Graue Eminenz

Der Schwarm will immer nur das eine
Lässt sie ihn von ihrer Leine
Eine unheilvolle Mutter
Speit ihn aus, und du wirst Futter!

In den Rohren wohnt ein Summen
Und nichts lässt es je verstummen
Durch die Adern pumpt sie die Legionen
Auch in die entferntesten Regionen
Des Hotels und jedes seiner Zimmer
Doch die Gäste haben keinen Schimmer
Lebenshungrig und exzessiv
Unsichtbar, doch invasiv
Das Kollektiv

Wie sie strahlen, wenn sie schwärmen
Ohne je sich zu erwärmen
Gäste schlafen ohne Sorgen
Ihnen bleibt so viel verborgen
Alles, was sie nachts verzehren
Das soll nicht sie selbst ernähren
Alles, was sie jemals fressen
Wird verdaut, doch nie vergessen

In den Rohren wohnt ein Summen
Und nichts lässt es je verstummen
Durch die Adern pumpt sie die Legionen
Auch in die entferntesten Regionen
Des Hotels und jedes seiner Zimmer
Doch die Gäste haben keinen Schimmer
Lebenshungrig und exzessiv
Unsichtbar, doch invasiv
Das Kollektiv

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Hinter den Flammen

Hinter den Flammen.webp


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Ich seh mich in den Keller gehen
Ich seh mich vor dem Ofen stehen
Die Klappe öffnet sich von selbst mit schrillem Kreischen
Ganz so als wäre sie ein Mund
Sind mein Finger nicht verbrannt, riecht es nach Fleisch? Oh!
Ich stiere mir die Augen wund

Die Panik presst die Luft aus meinen Lungen
Zu stark empfinde ich Gefahr
Es hat so viele vor mir schon verschlungen!
Es schaut herüber und nimmt mich wahr

Ich falle auf die Knie
Und ich weiß gar nicht wirklich, wie
Mir nun geschieht
Was mir nun blüht

Ich fühle die Bedrohung wie eine Woge
Sie hat mich unter sich begraben
Alles Schöne, alles Gute ist wie weggeflogen
Ich weiß genau, es will mich haben
Sich an meiner Seele laben

Da regt sich etwas hinter den Flammen!
Monströs und Jahrtausende alt
Da regt sich etwas hinter den Flammen!
Ein groteske Albtraumgestalt

Die Bosheit, die mich niederdrückt
Der Anblick macht mich fast verrückt
Wie einem kranken Geist entsprungen
Fremd und unaussprechlich

Es blickt in meinen Kopf hinein
Ich bin ein Wurm in seinen Augen
Wertlos und zerbrechlich
Und es verhöhnt mein ganzes Sein

Ich will mich in ein tiefes Loch verkriechen
Es wird sich merken, wer ich bin
Ich kann nun deutlich meinen Angstschweiß riechen
Es greift nach meinem Daseinsinn

Ich krabble wie ein Kind
Keuchend, hustend und fast blind, in Richtung Tür
Der rettenden Tür?

Es will mich, und ich muss mich übergeben
Ich seh Astoria erscheinen
Und plötzlich kann ich mich erheben
Steh auf meinen schwachen Beinen
Kann nicht aufhören mit dem Weinen

Da regt sich etwas
Da regt sich etwas
Da regt sich etwas hinter den Flammen!
Monströs und Jahrtausende alt
Da regt sich etwas hinter den Flammen!
Ein groteske Albtraumgestalt

Da regt sich etwas hinter den Flammen!
Ein unbeschreibliches Grauen
Nun weiß ich, woher die Teile stammen
Die kollektiv als Schwarm verdauen

Ein Wille geschieht, und schon bald kommt das Reich
Vater und Mutter und Ende zugleich
Die Auslese folgte, viel wurde gelernt
Es wartet nur ein letztes Opfer entfernt

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Abfall

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Draußen baute man die Teilungsmauer,
und bald tat ich es ihnen drinnen gleich.
Draußen sah man es mit Wut und Trauer,
hier unten schütze sie dein Totenreich.

Oben mach ich Diener
und tu immer ganz bescheiden,
vermeide jede Art von Kommentar.
Ich lasse nichts durchblicken
und verberge jede Klugheit,
denn so bleibe ich auch weiter unsichtbar.
Immer in der Nähe,
wenn ich pirsche, wenn ich spähe.
Niemand wähnt sich im Hotel je in Gefahr.

Vergehen.
So viele für dich.
Vergehen.
So viele an mir.
Nun kann ich es sehen:
Wir sind verdammt
zum Vergehen.

Die Wand-Attrappe, die ich für uns baute
Dort im Keller, nur zu unserem Schutz.
Ein Knochenmeer, das sich dahinter staute,
aus Haaren auch und altem, feuchten Schmutz.

Nur ich steig dahinter,
und ich wate durch den Unrat.
Wenn etwas uns verrät, dann liegt es hier.
Manchmal taucht ein Arm auf,
etwas, das mal ein Gesicht war,
wie aus tiefem Wasser ein entstelltes Tier.
Blut an meinen Händen
Und an deinen Wänden.
Und vor irgendwo ein Luftzug, und ich frier.

Vergehen.
So viele für dich.
Vergehen.
So viele an mir.
Nun kann ich es sehen:
Wir sind verdammt
zum Vergehen.

Immer fallen ganze Horden
von illustren Gästen ein.
Niemals lasse ich das Morden.
Mir fällt immer etwas ein.

Vergehen.
So viele für dich.
Vergehen.
So viele an mir.
Nun kann ich es sehen:
Wir sind verdammt
zum Vergehen.

───── ✧ ───── ✧ ─────

Köder

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Er liegt nur eine dünne Haut entfernt
Und wartet so geduldig
Wie er uns auskundschaftet
Weiß ich nun und fühl mich schuldig
Ein Koloss aus einer weit entfernten Welt
Er wartet, bis die allerletzte Grenze fällt

Er nährt sich durch das Kollektiv
Beginnt es mir zu dämmern
Sein Herzschlag kriecht mit dir hinauf
Als rostig dumpfes Hämmern

Köder
Kaum zeigst du dich, da schnappt die Falle auch schon zu
Du bist der Köder
Verkapptes Gift, doch alles, was ich will, bist du

Er schickte Teile von sich selbst als Schwarm auf unsere Seite
Auf dass er ihn in reiche Jagd- und Erntegründe leite
Ein altes Monstrum wartet nur auf seine Zeit
Es macht sich nun schon seit Jahrhunderten bereit

Als Helfershelfer taug ich wohl, denn ich bring ihm die Beute
Ich werde reich belohnt mit dir, deshalb verschwinden Leute

Köder
Kaum zeigst du dich, da schnappt die Falle auch schon zu
Du bist der Köder
Verkapptes Gift, doch alles, was ich will, bist du

Astoria, du bist für mich allein gemacht
Ich habe dir jahrzehntelang so viel gebracht
Ich fühl, ich wurde aus Millionen auserwählt
Es sammelt die Geschichten, die das Fleisch erzählt

Wir werden bald enträtselt. Wir sind nichts als Puzzlestücke
Am Ende war'n die Opfer nur die Teile einer Brücke
Er ist der Leser, der nach unseren Leben giert
Und aus dem Dunkel in das Licht herüberstiert

Köder
Kaum zeigst du dich, da schnappt die Falle auch schon zu
Du bist der Köder
Verkapptes Gift, doch alles, was ich will, bist du

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Ich lösche dein Licht

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Was immer ich von nun an tue
Es kann und wird nur böse enden
Das Wissen lässt mir keine Ruhe
Ich kann den Ausgang nicht abwenden

Ich wollte es, auch wenn's nie leicht war
Mir blieb keine Last erspart
Du bleibst für immer unerreichbar
Die Erkenntnis trifft mich hart

Ich lösche dein Licht, Herz!
Ich lösche dein Lichtherz
Wenn mein Welt danach auch in den Schatten fällt
Ich lösche dein Lichtherz
Ich lösche dein Licht, Herz!
Selbst wenn dann nichts mehr unsren dunklen Pfad erhellt

Oh! Es wird meine Welt verschlingen!
Ich muss mich gegen mich entscheiden
Denn wenn ich weiter Opfer bringe
Heißt das, ins eigne Fleisch zu schneiden

Heute bring ich es zum Schweigen
Weil es ein Ende haben muss
Ich seh das kalte Wasser steigen
Aus dem überbauten Fluss

Ich lösche dein Licht, Herz!
Ich lösche dein Lichtherz
Wenn mein Welt danach auch in den Schatten fällt
Ich lösche dein Lichtherz
Ich lösche dein Licht, Herz!
Selbst wenn dann nichts mehr unsren dunklen Pfad erhellt

Du bist doch nicht für mich geschaffen
Es ist fatal und jammerschade
Ich seh schon tiefe Risse klaffen
In deiner göttlichen Fassade

Ich lösche dein Licht, Herz!
Ich lösche dein Lichtherz
Wenn mein Welt danach auch in den Schatten fällt
Ich lösche dein Lichtherz
Ich lösche dein Licht, Herz!
Selbst wenn dann nichts mehr unsren dunklen Pfad erhellt

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Ich lösche dein Licht (Reprise)

Ich lösche dein Licht (Reprise).webp

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Ich hab vieles zu bereuen
Was ich tat in diesem Haus
Du suchst längst schon einen Neuen
Doch bald ist der Ofen aus

Ich lösche dein Licht, Herz!
Ich lösche dein Lichtherz
Wenn meine Welt danach auch in den Schatten fällt
Ich lösche dein Lichtherz
Ich lösche dein Licht, Herz!
Selbst wenn dann nichts mehr unseren dunklen Pfad erhellt

Das Wasser kommt gekrochen
Und dringt in die Weltenpforte ein
Es wird auch mich gefährden
Es kann unser beider Ende sein
Ganz leise wird das Pochen:
Weit entfernte Mahnung des Verfalls
Was soll nur aus uns werden?
Schon steht mir das Wasser bis zu Hals!

Schon lange plan' ich die Attacke
Setze alles auf eine Karte
Ich steh im Keller mit der Hacke
Und den Rest besorgt die Parthe

Gleich hat es sich ausgelesen
Denn ich grabe schnell und tief
Heut tilge ich dein Wesen!
Zornig summt das Kollektiv

Ich lösche dein Licht, Herz!
Ich lösche dein Lichtherz
Wenn meine Welt danach auch in den Schatten fällt
Ich lösche dein Lichtherz
Ich lösche dein Licht, Herz!
Selbst wenn dann nichts mehr unseren dunklen Pfad erhellt

Ich lösche dein Licht, Herz!
Ich lösche dein Lichtherz
Ich lösche dein Licht

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Ich bringe dir nichts mehr

Ich bringe dir nicht mehr.webp

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Du schaust verwirrt in mein Gesicht
Als gäbe ich dir Rätsel auf
Als wüsstest du kaum, wer ich bin
Du grübelst nach und kommst nicht drauf
Dir fehlt es an Konzentration
Du bist noch blasser als gewohnt
Wohin verschwand die ganze Zeit?
Hab mich an keinem Tag geschont

Komm, mein Herz, und lass uns schlafen gehen!
Es gibt so viele Leere Betten
Komm, mein Herz, und lass uns schlafen gehen
Wir warn und sind nicht mehr zu retten
Die Flure, Zimmer und auch deine Augen sind so leer...
Astoria, ich bringe dir nichts mehr

Du spielst dein altes Spiel mit mir
Du hast nichts anderes gelernt
Die Hoffnung auf die Nähe stirbt
Wir sind von allem weit entfernt
Ich frage mich, was ich für dich war
Gab es ein Fünkchen Wirklichkeit?
In keinem Augenblick vereint
Und niemand kommt, der uns befreit

Komm, mein Herz, und lass uns schlafen gehen!
Es gibt so viele Leere Betten
Komm, mein Herz, und lass uns schlafen gehen
Wir warn und sind nicht mehr zu retten
Die Flure, Zimmer und auch deine Augen sind so leer...
Astoria, ich bringe dir nichts mehr

Dass es auch zwischen uns einmal ein Band gegeben hat
Mag sein ganz sicher wurde es gekappt
Ich war so blind, mein Stern, dein Strahlen war so gleißend hell
Ich bleibe jener, der im Dunkeln tappt
Nun sind die Lichter aus, ich wünschte nur
Wir könnten uns zum Schluss ein bisschen Trost und Wärme spenden
Stattdessen werden wir Gespenstern gleich hier umgehn, wie gebannt, gefangen zwischen kalten Wänden

Komm, mein Herz, und lass uns schlafen gehen!
Es gibt so viele Leere Betten
Komm, mein Herz, und lass uns schlafen gehen
Wir warn und sind nicht mehr zu retten
Die Flure, Zimmer und auch deine Augen sind so leer...
Astoria, ich bringe dir nichts mehr
Ich bringe dir nichts mehr

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Umrissmann

Umrissmann.webp

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Das viele Auf und Ab
Das viele Ab und Auf der Treppen
Die Arbeit wird mir niemals knapp
Und meine Schulter schmerzt vom Schleppen

Im Keller wogt ein Meer aus Haaren
Ich diene dir seit hundert Jahren
Ich hab mich so danach gesehnt
Ich wollte nichts sein als dein Mann
Du hast mein Leben ausgedehnt
Wenn man es "Leben" nennen kann

Bitte gib mich endlich frei!
Du weißt doch, unsere Zeit ist längst vorbei
Dein Licht scheint flackernd heller
Ich hingegen bin viel schneller ausgebrannt
Ich werd' zum Schatten meiner selbst
Steh mit dem Rücken an der Wand

Das viele Hin und Her
Gefühle, hehr, und hingerissen
Die Körper war'n so furchtbar schwer
Und meine Kleider sind zerschlissen

Im Meer aus Haaren stecken Knochen
Du hast mir so viel versprochen
Und doch, gehalten hast du nichts
Das Locken währt schon viel zu lang
Wann kommt das Ende des Verzichts?
Wann kommt der große Abgesang?

Bitte gib mich endlich frei!
Du weißt doch, unsere Zeit ist längst vorbei
Dein Licht scheint flackernd heller
Ich hingegen bin viel schneller ausgebrannt
Ich werd' zum Schatten meiner selbst
Steh mit dem Rücken an der Wand

Ich wollte dich so lange nur anbeten
Nun bin ich nicht mehr ich und deformiert
Statt deiner Haut berühre ich Tapeten
Ich spüre, ich bin bald schon ausrangiert
Ich komme fast schon nicht mehr in die Gänge
In denen du kein Liebeswort mehr hauchst
Auch wenn ich immer noch sehr an dir hänge
Weiß ich doch, dass du einen Neuen brauchst

Bitte lass mich endlich gehen!
Der Ort wird niemals eine Ruhestätte
Kannst du den Wunsch denn nicht verstehen?
Mein Stern, ich bin nur eine Silhouette

Bitte gib mich endlich frei!
Unsere Zeit ist längst vorbei
Dein Licht scheint flackernd heller
Ich hingegen bin viel schneller ausgebrannt
Ich werd' zum Schatten meiner selbst
Steh mit dem Rücken an der Wand

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SouveniReprise

SouveniReprise.webp

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Ein abgeschnittner Nagel, ein kleine bisschen Haut
Ein Tröpfchen aus dem Taschentuch vielleicht?
Ein Andenken an dich, ganz unbemerkt von dir geklaut
Ein winzig kleines Stückchen "Du" hat schon gereicht

So fing es an
Aber dann...
Genug gequält
Genug erzählt

Souvenir, Souvenir
Ein großer Teil von mir bleibt wohl für immer
Souvenir, Souvenir
Von allen Träumen bleiben nur noch Trümmer
Erst wird man es noch vermissen, doch bald wird es abgerissen
Niemand wird je von uns wissen, niemand ist mehr hier
Souvenir, Souvenir

Wohin ging die ganze schöne Zeit?
Ich sah die Queen im braven, grünen Kleid
Die Mauer wurde nicht und doch gebaut
Dann wurde sie auch wieder abgetragen
Und mir ist nichts geblieben von den Tagen
Ich hab mich draußen niemals umgeschaut

Wohin ging die ganze schöne Zeit?
Ich sah das Land geteilt und auch im Streit
Ich las oft durch die Fenster Straßenschilder
Auch diese können ihre Namen ändern
Sie kamen her, auch aus den fernsten Ländern
Ich bin auf keinem der Erinnerungsbilder

Souvenir, Souvenir
Ein großer Teil von mir bleibt wohl für immer
Souvenir, Souvenir
Von allen Träumen bleiben nur noch Trümmer
Erst wird man es noch vermissen, doch bald wird es abgerissen
Niemand wird je von uns wissen, niemand ist mehr hier
Souvenir, Souvenir

Wohin ging die ganze schöne Zeit?
Es wusste niemand über uns Bescheid
Ganz gleich, wer Position wie besetzte
Ich lebe schon zu lang, jung war ich nie
Der Bahnhof lag zwar immer vis-à-vis
Doch war die Reise hierher auch die letzte

Ich dachte, das Hotel und sie wärn eins
Ich kannte die Geschichte jedes Steins
Ich zweifle heute an meinem Verstand
Welch Wendung wäre das man meinem Ende
Bedeutsamer für mich noch als die Wende?
Was wäre, wenn ich alles nur erfand?

Souvenir, Souvenir
Ein großer Teil von mir bleibt wohl für immer
Souvenir, Souvenir
Von allen Träumen bleiben nur noch Trümmer
Erst wird man es noch vermissen, doch bald wird es abgerissen
Niemand wird je von uns wissen, niemand ist mehr hier
Souvenir, Souvenir

Wohin ging die ganze schöne Zeit?
Ein letzter Gang, ich mache mich bereit
Im Keller sind nun Pumpen im Betrieb
Vielleicht wird sich der Ofen neu entzünden
Astoria, wen wirst du nach mir finden?
Dort unten sind nun Pumpen im Betrieb

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Der Verfallen-Zyklus wirkt auf den ersten Blick
wie eine Horror-Geschichte über ein lebendes Hotel,
ein Kollektiv und ein uraltes Wesen hinter den Flammen.
Tatsächlich erzählt er aber wohl vor allem
die Tragödie einer jahrzehntelangen Bindung.
Paul glaubt zunächst, Astoria zu dienen, später zu lieben
und schließlich retten zu müssen.
Astoria erscheint dabei gleichzeitig als Ort, Frau, Idee und Schicksal.
Das Hotel wird zum Zentrum einer eigenen Mythologie,
die sich unter der Oberfläche der Geschichte ausbreitet.

Das Kollektiv ist dabei mehr als ein Schwarm von Kreaturen.
Es wirkt wie ein Organismus aus Erinnerungen, Opfern und Geschichten.
Die Gäste sind Nahrung, aber möglicherweise auch mehr als das,
nämlich Erinnerungen, Erfahrungen und Lebensgeschichten.
Das Wesen hinter den Flammen scheint sich nicht allein
für Körper zu interessieren, sondern
für die gelebten Existenzen seiner Opfer.

Im letzten Drittel öffnet sich die Geschichte ins Kosmische.
Brücken zwischen Welten, das Lichtherz, das Reich hinter dem Hotel.
Gleichzeitig wird Paul immer kleiner.
Er verliert nach und nach seine Freiheit, seine Identität
und letztlich sogar seinen Glauben an die eigene Rolle:

Aus dem Diener wird ein Gefangener.
Aus dem Gläubigen wird ein Zweifler.
Aus dem Täter wird ein müder Zeuge seines eigenen Lebens.

Besonders stark finde ich,
dass die Monster am Ende immer unwichtiger werden,
das eigentliche Drama ist nicht das Wesen hinter dem Ofen,
sondern die Erkenntnis, dass Astoria ihn nie wirklich lieben konnte.
Deshalb gehören die späten Lieder für mich
zum emotionalen Höhepunkt des Zyklus.
„Ich bringe dir nichts mehr“, „Umrissmann“ und „SouveniReprise“
handeln fast ausschließlich von Verlust.
Der Horror weicht Melancholie:

Der Keller wird zur Erinnerungskammer.
Die Flure werden leer.
Paul wird zum Schatten seiner selbst.

Gleichzeitig untergräbt der Zyklus
seine eigene Mythologie immer wieder.
Viele Ereignisse lassen sich ebenso
als Wahnvorstellungen eines alternden Mörders lesen,
der seine Verbrechen über Jahrzehnte hinweg
in eine kosmische Erzählung umdeutet.
Das Kollektiv könnte bloße Einbildung sein,
das Wesen hinter den Flammen nichts weiter als ein Ofen,
Astoria nicht Göttin oder Schicksal,
sondern eine krankhafte Projektion.
Gerade weil der Zyklus diese Möglichkeit
niemals eindeutig bestätigt oder widerlegt,
bleibt sie bis zuletzt im Raum.

Schließlich beginnt sogar
die Realität der gesamten Geschichte zu zerfallen.
Die Frage „Was wäre, wenn ich alles nur erfand?“
verändert rückwirkend den gesamten Zyklus.
Plötzlich steht nicht mehr fest, ob Astoria nun
eine Gottheit, ein Hotel oder eine Obsession war.
Das Ende verweigert bewusst jede endgültige Antwort.

Übrig bleiben ein alter Mann,
ein verfallendes Gebäude
und eine Handvoll Erinnerungen.
Vielleicht bleibt aber nicht einmal das.
Wenn Pauls letzte Zweifel berechtigt sind,
stand hinter Monstern, Schwärmen
und Weltenpforten nie etwas Übernatürliches.
Dann wäre er kein Diener einer uralten Macht,
sondern ein einsamer Serienmörder,
der seine Taten mit einer selbst erschaffenen Mythologie überhöhte.
Astoria wäre keine Gottheit, sondern eine Obsession,
das Kollektiv keine Kreatur, sondern eine Rechtfertigung.

Die Größe des Zyklus liegt darin,
dass er beide Möglichkeiten bis zuletzt offenhält –
und selbst im letzten Lied nicht beantwortet,
ob Paul einer kosmischen Wahrheit auf die Spur kam,
oder lediglich seinem eigenen Wahnsinn.


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Zuletzt bearbeitet:
Folge 1 gestern Abend zum ersten Mal komplett gehört. Wirklich ein einzigartiges Gesamtwerk was ich so in der Form und Darbietungen noch nie gehört habe. Musikalisch sehr vielfältig, ohne jedoch zu sehr zu übertreiben. Passt immer wunderbar zum Text und man spürt im Verlauf des Albums wie sich die Stimmung ändert. Der Klang ist insgesamt auch sehr gut und es ist schön abgemischt mit viel Dynamik und tollem Layering der Instrumente.

Werde bevor ich Folge 2 angehe noch ein paar Mal durchhören um textlich und musikalisch auch alles zu erfassen. Das ist beim ersten hören kaum möglich.

Auf jeden Fall bin ich sehr angetan von ASP und hab mich schon vorsichtig informiert was es da noch alles so gibt. Ich denke da werde ich mir noch ein paar Alben gönnen. ^^

Danke für die Empfehlung @Koeter
 
Das freut mich so sehr! Alleine dafür hat sich das doch gelohnt.

Ich würde dir, denke ich, als nächsten Schritt den Krabat Zyklus ans Herz legen. In dem Kontext vor allem das live & unplugged Album "Von Zaubererbrüdern". Dazu könnte ich hier auch noch was starten, dürfte auch zugänglicher sein.
 
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