Seit bekannt wurde, dass Sony ab 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc veröffentlichen möchte, wird in der Gaming-Welt heftig diskutiert. Viele Spieler sorgen sich um den Erhalt physischer Spiele und ihre Sammlungen. Jetzt meldet sich mit
Hideo Kojima einer der bekanntesten Spieleentwickler der Welt zu Wort – und seine größte Sorge geht sogar noch einen Schritt weiter.
Nicht die Disc bereitet ihm die größten Sorgen
Der Schöpfer von
Metal Gear Solid und
Death Stranding macht keinen Hehl daraus, dass ihn das Ende physischer Datenträger traurig stimmt. Schließlich ist er selbst mit CDs, DVDs und Blu-rays aufgewachsen und besitzt bis heute eine umfangreiche Sammlung. Doch aus seiner Sicht ist das Verschwinden der Disc nur ein Zwischenschritt. Die eigentliche Gefahr sieht er in einer Zukunft, in der Spiele ausschließlich über Cloud-Dienste angeboten werden.
Wem gehören unsere Spiele eigentlich noch?
Genau hier stellt Kojima eine Frage, die sich vermutlich viele Spieler schon einmal gestellt haben. Was passiert eigentlich, wenn ein Anbieter seine Server abschaltet? Oder wenn Lizenzen auslaufen und ein Spiel plötzlich verschwindet? Was ist, wenn politische Entscheidungen oder wirtschaftliche Veränderungen dazu führen, dass Inhalte von heute auf morgen nicht mehr verfügbar sind? In einer reinen Cloud-Welt besitzen wir unsere Spiele nicht mehr. Wir bezahlen lediglich für den Zugriff darauf – solange ein Unternehmen diesen Zugriff überhaupt noch ermöglicht.
Eine Entwicklung, die viele Spieler kritisch sehen
Die Diskussion um digitale Spiele wird seit Jahren immer intensiver. Erst vor wenigen Tagen wurde sogar eine Petition gestartet, die Sony dazu auffordert, auch nach 2028 weiterhin physische PlayStation-Spiele anzubieten. Für viele Spieler geht es dabei längst nicht mehr nur um das Sammeln von Spielen. Es geht um Eigentum, den Weiterverkauf, die langfristige Archivierung und letztlich um die Frage, wer die Kontrolle über gekaufte Inhalte besitzt.
Cloud Gaming hat sich bisher nicht durchgesetzt
Zwar investieren Unternehmen wie Microsoft, NVIDIA und Amazon seit Jahren in Cloud Gaming, der große Durchbruch blieb bislang jedoch aus. Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum viele Spieler Kojimas Aussagen nachvollziehen können. Solange Spiele noch heruntergeladen oder auf einem Datenträger gekauft werden können, bleibt zumindest ein Stück Kontrolle beim Käufer. Sollte sich die Branche jedoch vollständig in Richtung Cloud entwickeln, könnte sich das grundlegend ändern.
Eine Diskussion, die gerade erst beginnt
Ob physische Datenträger in zehn oder zwanzig Jahren überhaupt noch eine Rolle spielen werden, kann heute niemand sicher beantworten. Klar ist jedoch: Das Ende der Disc ist für viele Spieler nicht das eigentliche Problem. Viel wichtiger ist die Frage, ob wir Videospiele künftig überhaupt noch besitzen oder nur noch zeitlich begrenzten Zugriff auf sie erhalten. Genau deshalb treffen Kojimas Worte derzeit einen Nerv in der Gaming-Community.