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The Last of Us Part II - Meisterwerk oder erzählerische Sackgasse? (ACHTUNG SPOILER ZUR GESCHICHTE)

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In einem anderen Thread kam eine sehr interessante und ausführlich begründete Meinung zu The Last of Us Part II auf, die wir gerne auslagern möchten, um sie in Ruhe diskutieren zu können. Hier der Originale Post von @Godslayer_Machara

Oh, da hab ich gleich was ganz kontroverses.

The Last of Us Part II für PC. Abgebrochen hab ich an dem Punkt, wo Abby im Theater auftaucht, nachdem einige ihrer Leute getötet worden sind und dann noch ein bissl in den Rückblick von Abby rein gespielt, wo sie mit der einen Fraktion mit dem kleinen Jungen unterwegs ist.


Vorne weg. Part I hab ich sehr gerne gespielt. Story Aufbau war sehr gut, eine Pilzart von Cordyceps befällt die Menschheit und alles versinkt in einer Apokalypse, Menschen verändern sich sehr in ihren Grundzügen - was aufgrund von dramatischen Erlebnissen nachvollziehbar ist - und dann wird die letzte Hoffnung der Menschheit aufgrund von persönlichen Gefühlen zerstört.

Part II hat für mich stark angefangen mit dieser halboffenen Open World, da war schon die erste Enttäuschung, dass es nicht so weiter ging, sondern wieder so schlauchlevelmäßig wie in Part I. Abwechselnd immer wieder Loot Passagen, dann Passagen von Horden Menschen abschlachten - unterschiedlichster Parteien - dann mal Cordyceps Monster Passagen, usw.

Die Rachestory hat für mich ab dem Punkt nicht mehr funktioniert, wo eine gewisse Person getötet wird - was noch sehr nachvollziehbar ist, aufgrund was diese Person getan - aber dann abwechselnd so weiter geht: Was du hast meine Leute getötet? Jetzt töte ich deine! Was aufgrund das ich deine Leute getötet habe, hast du meine Leute getötet? Dann töte ich jetzt deine Leute!
Währenddessen rutscht das Apokalyptische Setting mit der absoluten Bedrohung vom Cordyceps derart in den Hintergrund, wo ich mich frage: Sacht mal bumst ihr wie die Karnickel, dass ihr euch gegenseitig - ohne auch irgendwie nachzudenken was mit der Menschheit passieren könnte - dermaßen abschlachtet?

Irgendwann hat mich das Narrativ dann derartig gestört und ab genervt, dass ich nach ~ 30 - 40h abgebrochen habe.
Hier die Antwort von @Arcow

The Last of Us II ist übrigens keine Rachegeschichte, Rache ist ein leitendes Motiv, aber die Geschichte ist eine von Besessenheit, Vergebung, Empathie, Perspektive und ja das gezeigt durch die Gewaltspirale die Rache ist. Aber die Geschichte behandelt sehr intensiv die Lösung an dem Problem. Dass dabei eine ludonarrative Dissonanz und etliche Längen nicht helfen bestreite ich aber auch nicht
:D
Aber sorry will eigtl auch gar keine Diskussion zu dem Spiel anfangen, da bekomm ich böse Erinnerung, wie schlimm das alles bei release war.
Hier dann nochmals die Antwort von @Godslayer_Machara

Ich kann die Story nur anhand dessen bewerten, in wie weit ich sie gespielt habe. Habe ja nicht umsonst dazu geschrieben, ab welchem Punkt ich das Spiel abgebrochen hatte und zu diesem Zeitpunkt wurde mir wenig: Vergebung, Empathie, Perspektive und erst recht null Lösung an dem Problem gezeigt, dies wohlgemerkt nach ~30h Spielzeit - wäre vermutlich kürzer, wenn ich nicht alles akribisch abgesucht hätte nach Loot.

Mein Hauptsächliches Problem ist eher, wie es wohl auch real ablaufen würde, man siehe nur Corona, was einem das Spiel schonungslos aufzeigt - dieses absolut unlogische, konträre Verhalten was die Menschheit an den Tag legen kann. Damit habe ich nicht nur digital ein Problem, sondern auch ein Reales.

Ja den Shit muss man hier auch nicht durch kauen, weder warum eine gewisse Person getötet worden ist, noch dass man sich über Abby echauffieren müsste. Da haben schon genug Spinner zu viel Aufmerksamkeit bekommen.
Genau darüber möchten wir hier sprechen:

Hat The Last of Us Part II für euch narrativ funktioniert oder ging euch der Fokus auf Rache irgendwann zu weit? Hat euch der Perspektivwechsel bereichert oder eher aus der Geschichte gerissen? Und wie bewertet ihr den Umgang mit dem apokalyptischen Setting im Vergleich zu Part I?

Bitte sachlich bleiben unterschiedliche Sichtweisen sind hier ausdrücklich erwünscht. Wir wollen keinen bekehren sondern eventuell andere Sichtpunkte teilen!
 
Thread owner
Also ich fange mal an! Ich sehe bezüglich Teil 1 und Teil 2 genauso wie du @Godslayer_Machara , dass im zweiten Teil das Thema um was es eigentlich geht komplett verschwindet. Aber andererseits ist es auch gut so, denn es sind ja vieeeele Jahre zwischen Ausbruch und weiterleben/überleben vergangen.

Daher macht es für mich sogar angenehmer als ständig die Pandemie zu betrachten. Die Story im zweiten Teil habe ich wie du erlebt und mich teilweise geekelt wenn ich Abby spielen musste besonders am Anfang. Aber TLOU 2 hat bei mir etwas geschaffen, was bis heute kein anderes Spiel geschaffen hat, nämlich den Feind am Ende mehr zu mögen als Ellie und das rechne ich dem Spiel hoch an! Wenn man sich hart durchkämpft durch das Spiel und die ganzen Hintergründe versteht, kann man auch nachvollziehen warum es dazu kam.

Für mich hat Teil 2 mehr menschliche Züge gehabt als noch Teil 1 und neue interessante Charaktere entwickelt, wo ich gerne ein Spiel dazu haben möchte. Ich habe TLOU 2 insgesamt 4x gespielt und es gehört definitiv für mich zu den besten Fortsetzung die es im Gaming gibt.
 
Finde auch dass Teil 2 wunderbar zeigt dass es bei Menschen eben nicht dieses Schwarz/Weiß so einfach gibt. Jeder hat so seine Geschichte und aus anderen Blickwinkel kann die Sache ganz anders aussehen. Wir stecken viel zu wenig in den Schuhen des Gegenüber drin. Bei Filme die den "Böseweicht" ausarbeiten und dessen Hintergrundgeschichte erzählen kann man gewisse Dinge ebenfalls leichter nachvollziehen. Man wird oft nicht grundlos einfach "schlecht".

Fand Abby auch nie abstoßend weil mir bewusst war dass dort eine eigenen Geschichte dahintersteckt. Joel ebenfalls kein Kind von Traurigkeit ist. Der für seinen Werdegang sich für schlimme Dinge entschieden. Manches war auch egoistisch. Game zeigt halt gut wo es hinführt wenn man zu viel Rache will und welche Konsequenzen es hat. Das es am Ende nicht den absoluten Frieden bringt und ein Happy End.
 
Mal von vorne aufgerollt was ich eigentlich Anfangs so gut an Part II fand:

Ich finde es immer spannend, wenn Serien, Filme und ebenso Spiele mit Figuren - sei es Hauptfiguren, lieb gewonnene und nicht unwichtige Side Charakters - nicht gerade zimperlich mit umgehen, quasi nicht die/der/das unbezwingbare Etwas ist. In Animes, gerade Battle Shonen Animes wird das häufig gemacht und deswegen habe ich auch nicht so diese Identifizierung mit Charakteren, aber auch allgemein muss ich mich mit keinen Charakteren identifizieren, denn sie funktionieren für mich - sofern gut geschrieben - auch out of the Box, ist aber eher ein persönliche Charaktereigenschaft von mir.

Aus dem Grund hatte ich auch überhaupt keine Probleme mit Abby zu spielen, andere Perspektiven zu sehen, zu beobachten warum/wieso/weshalb Personen handeln, irgendwas sagen, ect mache ich auch im realen leben ständig und fand auch dieses sehr gut umgesetzt.

Ich fand es mutig was mit einem Hauptchar passiert ist und auch eine gewisse logische Konsequenz, auch das auf eine Aktion eine Reaktion erfolgt, quasi diese logische und doch auch konträre - gerade in dem Setting von The Last of Us - Handlung.

Kann man machen, aber muss man nicht machen Dinge:

Ich fande auch dieses aufbrechen vom schlauchigen ersten Part - was mich null gestört hat - erfrischend, doch leider war das wirklich nur das erste Gebiet und dann geht es sprichwörtlich nach Schema F weiter - wie eben in Part I - entweder erst Menschen über den Jordan bringen und das nicht zu knapp, kurze Loot Passage, dann - gegenüber den menschlichen Passagen - eine recht kurze Passagen vom Apokalyptischen Setting, sprich Cordycep Gegner.
Hätte es einfach schöner gefunden, wenn es im Stil vom Anfang so weiter gegangen wäre.
Vielleicht wäre das auch wieder gekommen, habe ja, wie schon geschrieben, nach ~30h abgebrochen.

Warum ich abgebrochen habe, bzw negative Dinge und warum ich wohl keinen 2. Anlauf machen werde:

Ich versuche mich da auch immer in die Leute hinein zu versetzen, die Storys schreiben und irgendwo kann ich den Punkt nachvollziehen, warum gerade am Anfang kommt wie es kommt. Raues Setting, raue Bedingungen, ergo Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Was mich am Anfang schon sehr gestört hat, dass eben die allgemein große und nicht kleiner werdende Bedrohung Namens Cordyceps immer mehr in den Hintergrund gerückt ist, ich gehe mit dir GagGorrila, dass nicht ständig diese Pandemie vor die Nase gehalten werden muss, aber sie derart in den Hintergrund zu Rücken, führt für mich das komplette Setting ad absurdum. Gerade wenn man aufgezeigt bekommt, Menschen leben nur in kleinen Siedlungen zusammen, jeder Tote mehr ist nicht so einfach zu kompensieren und doch tötet man als Spieler teilweise so viele Massen an Menschen, dass ich mich ernsthaft frage, bumst ihr wie die Karnickel oder warum schlachtet man sich derart unbedacht und auf die Menschheit als Gesamtheit gesehen, Konsequenz los ab, als gäbe es keinen Morgen mehr.

Es ist ein Action-Adventure, aber gib mir doch eher Action in Form von Cordyceps Gegnern und wie die sich so weiter entwickelt haben, als ein Narrativ, was am Anfang nur so von Rache durch trieft ist.

Ich würde wirklich gerne verstehen, warum die Schreiber diesen Weg am Anfang gewählt haben und so gestaltet haben, dass man nach x Stunden dann zumindest den Eindruck hat, ah okay, desterwegen haben sie es so und so gehandhabt.
Aber es ist nun mal leider nicht förderlich, wenn ich nach ~30h Spielzeit von der Story immer noch in dem Narrativ hänge: Du hast einen geliebten Menschen von mir getötet, jetzt töte ich diesen Menschen! Was du hast diesen Menschen getötet aus gewissem Grund getötet, den ich auch weiß, scheiß aber drauf und töte jetzt dich, bzw nebenbei auch noch andere! Und so weiter.

So langsam hatte es sich auch nach meiner Spielzeit etwas aufgebrochen mit diversen Schwangerschaften und langsamen hinterfragen von einigen Charakteren, aber das kommt leider viel zu spät.

Vielleicht schaue ich mir mal ein Storyvideo dazu an, um zumindest mehr Hintergrundinformationen zu haben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Thread owner
Was mich am Anfang schon sehr gestört hat, dass eben die allgemein große und nicht kleiner werdende Bedrohung Namens Cordyceps immer mehr in den Hintergrund gerückt ist, ich gehe mit dir GagGorrila, dass nicht ständig diese Pandemie vor die Nase gehalten werden muss, aber sie derart in den Hintergrund zu Rücken, führt für mich das komplette Setting ad absurdum. Gerade wenn man aufgezeigt bekommt, Menschen leben nur in kleinen Siedlungen zusammen, jeder Tote mehr ist nicht so einfach zu kompensieren und doch tötet man als Spieler teilweise so viele Massen an Menschen, dass ich mich ernsthaft frage, bumst ihr wie die Karnickel oder warum schlachtet man sich derart unbedacht und auf die Menschheit als Gesamtheit gesehen, Konsequenz los ab, als gäbe es keinen Morgen mehr.
Ich würde den zweiten Teil jetzt nicht als "das große Ganze" sehen, sondern einen Auszug aus der Geschichte. In einer Pandemie ist ja auch nicht die tägliche Krankheit und deren Folgen an der Tagesordnung, sondern auch das normale Leben daneben. Hier wird quasi ein Sidestep zu den Chars gemacht und nicht um das Hauptproblem! Auch einen Blick hinter den Vorhang, wie andere Gruppen damit umgehen und wie sie sich entwickeln und auch ihre Werte zeigen. Daher meinte ich ja, ich hätte im Kopf sicherlich Ideen für 10 Teile aber leider brauchen die halt ewig
:D
 
Aber jetzt weiß sie es ja und warum will sie sich jetzt nicht opfern?
Sofern ich das noch richtig in Erinnerung habe und auch so vom Spiel gesagt worden ist, weil Joel eben auch den einzigen Wissenschaftler getötet hat, der dieses Wissen um eine Heilung für die Menschheit auch nur ansatzweise Herzustellen eben besetzen hatte und man dieses nicht so einfach Nachahmen konnte, bzw keine Ersatzwissenschaftler zur Verfügung standen.
 
Thread owner
Sofern ich das noch richtig in Erinnerung habe und auch so vom Spiel gesagt worden ist, weil Joel eben auch den einzigen Wissenschaftler getötet hat, der dieses Wissen um eine Heilung für die Menschheit auch nur ansatzweise Herzustellen eben besetzen hatte und man dieses nicht so einfach Nachahmen konnte, bzw keine Ersatzwissenschaftler zur Verfügung standen.
Aber auch hier, müsste man quasi Werbung machen "Hey ich bin die Heilung! Suche Arzt des Vertrauen der dies kann"
:D
 
Aber auch hier, müsste man quasi Werbung machen "Hey ich bin die Heilung! Suche Arzt des Vertrauen der dies kann"
Naja die erzählerische Perspektive ist nun mal: Joel hat sich quasi gegen die Menschheit entschieden und aus persönlichen Gründen Ellie vorgezogen, das Leben eines einzelnen ist mir mehr wert als das von mehreren und damit ja auch der Auftakt für Teil II. Somit ist die Akte: Heilung für die Menschheit erledigt.
Zumindest bisher.
 
Für mich war das Game damals eine Offenbarung, weil ich zum ersten Mal so eine krasse emotionale Achterbahn erlebt habe. Das hat für mich das Medium Gaming auf neue Ebenen gezogen und war plötzlich Film/Serien mehr als ebenbürtig.

Desweiteren hat es mich geflasht, dass das Storytelling es schaffen konnte, tatsächlich einen echten Perspektivwechsel zu vollziehen und zumindest meinen anfänglichen Widerstand und Aversion Abby zu spielen beilegen konnte. Ich empfand das als ein echtes Kunststück und Drahtseilakt.

Viele sind ja da schon leider ausgestiegen aus Wut.

Am Ende war jedoch klar, dass Ellie und Abbies Story die selbe Medaille mit zwei Seiten war und das ist einfach nur ein Novum im Gaming-Storytelling auf so großer AAA-Bühne.
 
Desweiteren hat es mich geflasht, dass das Storytelling es schaffen konnte, tatsächlich einen echten Perspektivwechsel zu vollziehen und zumindest meinen anfänglichen Widerstand und Aversion Abby zu spielen beilegen konnte.
Da würde mich mal wirklich interessieren warum das so war, nicht nur von dir, vielleicht auch von @GagGorilla oder jedem anderem dem es so erging. Weil ich hab da persönlich null Berührungspunkte mit, bzw ist das für mich eigentlich auch so im Leben selbstverständlich, bezogen auf den Perspektivwechsel.

Viele sind ja da schon leider ausgestiegen aus Wut.
Auch hier würde es mich persönlich interessieren, warum eine so derart starke Emotion Abby hervorruft - bei manchen - dass man sagt: Nö! - hoffentlich nicht wegen dem was sie zu Anfang getan hat.
 
Thread owner
Da würde mich mal wirklich interessieren warum das so war, nicht nur von dir, vielleicht auch von GagGorilla oder jedem anderem dem es so erging. Weil ich hab da persönlich null Berührungspunkte mit, bzw ist das für mich eigentlich auch so im Leben selbstverständlich, bezogen auf den Perspektivwechsel.
Am Anfang sieht man, wie der eigene Lieblingscharakter von ihr getötet wird. Das war für mich ein echter Schock. Umso größer war das WTF-Gefühl, als ich plötzlich mit genau dieser Figur weiterspielen musste. Mein erster Gedanke war wirklich: Bitte sag mir, dass das nur kurz ist, damit ich irgendwann zu dem Punkt komme, an dem ich sie erledigen kann.

Aber es ging immer weiter und immer länger. Irgendwann kam bei mir der Punkt, an dem ich mir dachte: Okay, dann schauen wir uns jetzt mal an, was die vermeintlich „böse Seite“ eigentlich zu bieten hat. Und genau da hat sich meine Sicht langsam verändert.

Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass hinter Abby kein emotionsloser Killer steckt, sondern ein ganz normaler Mensch mit einer eigenen Geschichte, eigenen Verlusten und Motiven nicht so anders als du oder ich. Ob sie nun dem klassischen Schönheitsideal entspricht oder ein Muskelberg ist, war mir dabei völlig egal. Wenn man ihre Geschichte verfolgt, wird auch klar, warum sie keine „zerbrechliche Heldin“ ist, sondern eine hart ausgebildete Kämpferin.

Am Ende hat mir das Spiel vor allem eines gezeigt: Vorurteile über Bord zu werfen und erst dann ein Fazit zu ziehen, wenn man wirklich alle Seiten gesehen hat. Und genau das ist etwas, das The Last of Us Part II für mich sehr gut geschafft hat.
 
Am Anfang sieht man, wie der eigene Lieblingscharakter von ihr getötet wird.
Witzig, dass das so viele so dabei angeben, was sie so mitgenommen hat. Ich fand Joel schon in Pt. 1 echt fragwürdig. Mich hat Teil 1 schon krass geschockt zurückgelassen, da er einfach mal die Hoffnung der Menschheit gerade im Amoklauf ausgeschaltet hat und Ellie eiskalt ins Gesicht lügt, um sich der Tat nicht zu konfrontieren, da er wusste, dass Ellie ausflippen wird.

Ich konnte Joel als Vater verstehen, aber für mich schwang dann trotzdem die moralische Fragwürdigkeit sehr mit.

Daher finde ich es super konsequent von ND, dass sie das aufgreifen und Joel in 2 leider doch nur gesät hat, was er selber geerntet hat.

Ich konnte mit Ellie dafür räsonieren und das von Anfang an. Sie ist mMn der sympathischste Sidekick aller Gaming-Zeiten bisher und Joel wäre in Pt. 1 ohne sie gar nicht nennenswert.

Ellie ist einfach ein Kind zum Lieb haben und hat in Joel einen Vater gefunden, den sie nie hatte. In Teil 2 wurde ihr "Vater" dann auf bestialische Art vor ihren Augen hingerichtet. So etwas sollte man keinem Menschen antun. Also allein aus einer empathischen Sicht heraus, müsste man ja Abby dafür hassen^^

Ich konnte mit Abby auch bis zum Schluß nicht sympathisieren. Hassen aber auch nicht und das war für mich das Kunststück. Mich von so einer Abneigung wegzubewegen zu zumindest einer Situation, wo ich sagen konnte "Ok, ich kann ihre Wut verstehen, find es aber trotzdem nicht gut, wie sie es getan hat".
 
Ellie ist einfach ein Kind zum Lieb haben und hat in Joel einen Vater gefunden, den sie nie hatte. In Teil 2 wurde ihr "Vater" dann auf bestialische Art vor ihren Augen hingerichtet. So etwas sollte man keinem Menschen antun. Also allein aus einer empathischen Sicht heraus, müsste man ja Abby dafür hassen^^

Ich konnte mit Abby auch bis zum Schluß nicht sympathisieren. Hassen aber auch nicht und das war für mich das Kunststück.
Genau da wäre es doch interessant mit "was wäre wenn". Also wenn man in Teil 1 Abby als Hauptcharakter mit ihrem Vater erlebt und dessen Überlebenskampf. Dann am Ende eben sich die Situation auftut, dass die Chance besteht den Pilz zu besiegen und plötzlich ein Joe (vorher nicht kennt) auftaucht und vor deinen Augen den Vater ermordet.

Wie würde man dann an Teil 2 herangehen?

Eben genau der Perspektivwechsel denn man einnehmen muss um auch eine andere Seite zu verstehen. Gelingt halt in einem zweiten Teil nur bis zu gewissen Maße. Man hat ja komplettes Abenteuer vorher mit anderen Personen erlebt. Wäre es in Teil 1 halt Abby Anstelle von Ellie gewesen würden wir von Anfang an die Sache anders beurteilen. Immer die Frage wie lange man in den Schuhen eines Anderen steckt.
 
Eben genau der Perspektivwechsel denn man einnehmen muss um auch eine andere Seite zu verstehen. Gelingt halt in einem zweiten Teil nur bis zu gewissen Maße.
Stimmt, sehr guter Punkt! Spricht aber für mich trotzdem nochmal für Teil 2, da sie trotz des Story-"Handicaps", es zum Ende hin sehr eindrucksvoll hinbekommen haben.
 
Thread owner
Ellie ist einfach ein Kind zum Lieb haben und hat in Joel einen Vater gefunden, den sie nie hatte. In Teil 2 wurde ihr "Vater" dann auf bestialische Art vor ihren Augen hingerichtet. So etwas sollte man keinem Menschen antun. Also allein aus einer empathischen Sicht heraus, müsste man ja Abby dafür hassen^^
Abby wurde durch Joel Vollwaise! Daher müsstest du mindestens genauso Joel hassen wie Abby und spätestens dann:

Ellie ist einfach ein Kind zum Lieb haben
Auch Ellie hassen, weil ihr Rachefeldzug war in keinster weise besser!

ABER:

Besondere Zeiten erfordern besondere Taten! Ich glaube wenn du dir unsere Menschheit ansiehst wie bestialisch gemordet wird für kleiner Sachen oder aus purer Lust, kann ich nicht so ganz hart ins Gericht gehen mit dem was man im Spiel gesehen hat. Was passiert Azi wenn wir 2 in einen Raum eingesperrt werden wo wir ein 1KG Brot bekommen und wissen, dass ist das einzige was wir bekommen? Werden wir 2 lächelnd und über Games diskutierend sterben oder wirst du mich in der Nacht anfallen?

Ich konnte mit Abby auch bis zum Schluß nicht sympathisieren. Hassen aber auch nicht und das war für mich das Kunststück. Mich von so einer Abneigung wegzubewegen zu zumindest einer Situation, wo ich sagen konnte "Ok, ich kann ihre Wut verstehen, find es aber trotzdem nicht gut, wie sie es getan hat".
Ich habe den totalen Wechsel erlebt. Ich hasste Ellie für die letzte Aktion im Spiel! Wozu? Warum holt sie Abby da runter nur um dann ihre blinde Rache weiterzuführen? Auch Tommy ist eigentlich nur ein Heuchler gewesen, der ein Kind ins Schlachtfeld geschickt hat, anstatt er eine kleine Familie in Ruhe gelassen hätte (Farm). Wenn wir uns also ehrlich sind, ist kein Char in diesem Spiel wirklich "ehrlich, sympathisch, oder nicht ICH bezogen"
 
Abby wurde durch Joel Vollwaise! Daher müsstest du mindestens genauso Joel hassen wie Abby und spätestens dann:
Das wussten wir doch nach PT. 1 noch nicht und trotzdem empfand ich Joel nicht als strahlenden Helden oder Lieblingscharakter. Der hatte genug Dreck am stecken, da er ja auch ein Raider war, wie es im Game selber mittendrin erklärt wird.

Auch Ellie hassen, weil ihr Rachefeldzug war in keinster weise besser!
Ich sprach vom Teil 1. Bitte lies doch genau, was ich schreibe.

Wenn du mich fragst, wie ich sie in 2 empfand, dann würde ich auch mit Antipathie antworten.

Wenn wir uns also ehrlich sind, ist kein Char in diesem Spiel wirklich "ehrlich, sympathisch, oder nicht ICH bezogen"
Stimmt!
 
Thread owner
Ich sprach vom Teil 1. Bitte lies doch genau, was ich schreibe.

Wenn du mich fragst, wie ich sie in 2 empfand, dann würde ich auch mit Antipathie antworten.
Tut mir leid, dass habe ich im falschen Kontext gelesen! Ich möchte gar nicht trennen zwischen 1 und 2, weil beides zusammen das Ganze ist. Ich finde ja auch keinen Mensch sympathisch weil als Kind Hamster gerettet hat und dann als erwachsener ein Tyrann ist ^^
 
Ich finde ja auch keinen Mensch sympathisch weil als Kind Hamster gerettet hat und dann als erwachsener ein Tyrann ist ^^
Im Nachhinein kann man sich ein Urteil fällen. Ich erlebe für mich immer nur den Moment und was er in mir auslöst. Teil 1 war für mich eine ganz andere Ellie als Teil 2.

Kann das daher auch klar trennen und differenziert für mich beurteilen.
 
Kleiner Nachtrag: Was mich aus fachlicher Sicht^^ noch sehr beeindruckt hat, war die Darstellung einer PTBS. Glaube, dass kein Game besser eine PTBS darstellen konnte, wie TLOU2 mit Ellie. Selbst so kleine Feinheiten, dass sie Joels Gesicht nicht in ihr Tagebuch zeichnen konnte, war äußerst beeindruckend, wenn man Hintergründe zu PTBS versteht.

Am deutlichsten war dann der Flashback begleitet vom Tinitusgeräsch in der Scheune ihrer Farm zum Schluß. Das war einfach mega beeindruckend, dass sie solche echten Details implementiert haben.
 
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